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Engl. Lab colour model; das Farbsystem CIE L*a*b (vereinfact als Lab bezeichnet) beschreibt die dem menschlichen Auge sichtbaren Farben unabhängig von technischen Einrichtungen wie Monitoren und Druckern durch einen eindeutigen Wert. Um eine Farbe zu beschreiben, werden drei Parameter definiert:
Das Lab-Farbmodell wird in Adobe Photoshop verwendet. Es ist gut geeignet für Zwecke der Panbildschärfung.
Engl. Akronym für Large Area Crop Inventory Experiment, NASA-Projekt zur landwirtschaftlichen Ertragsschätzung. Es wurde 1970 mit dem Ziel begonnen, die Weizenernte in den Hauptanbaugebieten (USA, Kanada, Argentinien, UdSSR) vorauszusagen. Dabei dienten Landsat-MSS-Daten zur Ermittlung der Anbauflächen nach einem regional orientierten Stichprobenverfahren. Die Vorhersage der Erträge erfolgte dann über agrarmeteorologische Modellrechnungen. Das Ziel, die tatsächlichen Erträge auf mindestens 10 % genau vorauszuschätzen, wurde trotz größerer Fehler im einzelnen erreicht. Mit ähnlichen Methoden werden auch für die Nahrungsmittelproduktion in Afrika Voraussagen gemacht, um den häufigen Hungerkatastrophen vor allem in der Sahelzone durch ein Frühwarnsystem zu begegnen.
Engl. Akronym für Laser Geodynamics Satellite-1; 1976 begonnene
und weiterhin operationelle Satellitenmission der NASA
zu Geodäsie, Erdkrustenbewegungen und Schwerefeldmessungen mittels Laserentfernungsmessung.
Der 6.000 km hohe Orbit des Satelliten
ist geneigt (110°) und nicht-sonnensynchron. Die Umlaufzeit
beträgt 225 min.
Die Lageos-Missionen 2 (operationell) und 3 (geplant) haben vergleichbare Aufgaben.
Weitere Informationen:
Punkt, an dem die Anziehungskräfte von drei verschiedenen massiven Körpern sich gegenseitig aufheben. Für das System Sonne-Erde-Mond gibt es fünf verschiedene Lagrange-Punkte, sie besitzen die Bezeichnungen L1, L2, L3, L4 und L5.
Engl. Akronym für Leaf Area Index; s. Blattflächenindex
Die Oberflächenbedeckung wie z.B. Ackerfrüchte und Wasser, die auf einer Fläche vorhanden ist. Begriff im Umfeld der Fernerkundung, die versucht, diese Landbedeckung aus der spektralen Signatur zu ermitteln.
Engl. Land Surface Temperature (LST); wichtiger Parameter für eine Vielzahl von regionalklimatologischen und physisch-geographischen Fragestellungen.
Grundsätzliches:
Alle Betrachtungen über die Größe 'Landoberflächentemperatur' erfordern eine Definition der drei Komponenten "Land", "Oberfläche" und "Temperatur". Dies scheint auf den ersten Blick trivial zu sein, im Kontext von in situ-Messungen und von Fernerkundung ist es nicht trivial:
Bereits die praktische Durchführung der Temperaturmessungen macht den Vergleich schwierig. Die typischen Fehler von Thermometer- und Radiometermessungen, wie auch das oben beschriebene Problem bei der Bestimmung der Oberfläche sind die Gründe dafür. Darüberhinaus gibt es prinzipielle Unterschiede, die in der letzten Konsequenz einen Vergleich von Temperaturen nicht gestatten, die zum einen auf thermodynamischen und zum anderen auf radiometrischen Messungen beruhen:
Weder die thermodynamische Messweise Oberflächentemperaturen zu messen, noch die radiometrische Bestimmung führen prinzipiell zu 'falschen' Temperaturen. Die Verwendung des jeweiligen Messverfahrens kann allerdings falsch sein. Zum Beispiel ist für die Bestimmung der thermischen Charakteristik einer Stadt die Fernerkundung besser geeignet. Für andere Anwendungen mag das Thermometer am Boden vorzuziehen sein.
Einsatzfelder:
Unbestritten ist aber die grundsätzliche Bedeutung der Landoberflächentemperatur für unterschiedlichste Einsatzfelder.
Mit Hilfe der Temperaturinformation können thermische Belastungsgebiete in Städten
oder landwirtschaftlichen Gunst- und Ungunstgebieten kartiert und ausgewiesen werden.
Temperaturkarten erlauben auch die Analyse des ausgleichenden Einflusses der
Vegetation auf sog. “Hot Spots” in Städten. Bislang werden die Temperaturen punktuell
in ca. 2 Meter Höhe an den verschiedenen meteorologischen Stationen gemessen.
In stark besiedelten Regionen ist dieses Stationsnetz relativ dicht, jedoch in den
meisten ländlichen Regionen der Welt fehlen solche Daten gänzlich.
Die Fernerkundung der Oberflächentemperatur mit aus dem Weltraum betriebenen
Sensoren bietet enorme Vorteile: die Messdaten werden flächendeckend, kontinuierlich
und schnell verfügbar. Jedoch ist die routinemäßige Berechnung der Bodentemperaturen
kein leichtes Unterfangen, da die störenden Atmosphäreneinflüsse korrigiert
und der spezifische Einfluss des Emissionsvermögens der Landoberflächen abgeschätzt
werden muss. In den letzten Jahren hat diese Problematik die Fernerkundung
stark beschäftigt, so dass heute eine Vielzahl von Methoden zur Ableitung der
Bodentemperaturen existiert.
Im DLR werden täglich AVHRR-Daten zur Bestimmung der Landoberflächentemperaturen
herangezogen. Die dabei angewandte Methode beruht auf dem sogenannten “split-window” Verfahren. Hierbei werden die dicht nebeneinanderliegenden Wasserdampfabsorptionsfenster
(10,5 μm; 11,5 μm) zur Korrektur des atmosphärischen Einflusses
genutzt. Um die Emissionsgrade der Landoberflächen abzuschätzen, wird eine von Van de Griend & Owe (1993) vorgeschlagene empirische Methode benutzt. Diese Autoren stellten in einem aufwendigen Feldexperiment einen direkten Zusammenhang zwischen dem Emissionsgrad der Vegetation und dem Vegetationsindex (NDVI) her.
| Temperaturanstieg während der Hitzewelle in Europa vom 28. Juli - 10. August 2003 abgeleitet aus NOAA-AVHRR Daten | |
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Linkes Bild: mittlere Nachttemperaturen im Zeitraum
Rechtes Bild: mittlere Nachttemperaturen im Zeitraum |
| Quelle: Satellitenbasierte Fernerkundung klimarelevanter Parameter in der Atmosphäre im Deutschen Zentrum für Luft und Raumfahrt, (Bittner, M. et al., DWD Klimastatusbericht 2004) | |
Die obige Abbildung zeigt in einer
Gegenüberstellung den dramatischen Temperaturanstieg während der Hitzewelle
in Europa vom 28. Juli - 10. August 2003. Seit 1998 werden im DLR zweimal täglich
Thermalkarten von Europa erstellt. Aus den Tageswerten werden wöchentliche und
monatliche Temperaturmittelwerte gerechnet.
Alle Daten sind über das Internet verfügbar (World Data Center for Remote Sensing of the Atmosphere, DLR).
Weitere Informationen:
US-amerikanisches Fernerkundungssystem aus einer Serie von mehrfach weiterentwickelten Satelliten, die seit 1972 in ihre Umlaufbahn gebracht wurden, zuletzt im Jahre 1999 Landsat-7 ETM+ (Enhanced Thematic Mapper Plus). Die Spektralbereiche des Systems sind für eine Differenzierung von Landoberflächen ausgelegt, Gleiches gilt für die Bodenauflösung von 30 x 30 Metern hinsichtlich vieler Aufgabenstellungen. Landsat-Satellitenaufnahmen werden deshalb häufig für Landnutzungsklassifikationen, für geologisch/mineralogische Explorationsarbeiten, Erntevorhersagen, Waldzustandserhebungen, Katastrophenmanagement und kartographische Arbeiten herangezogen.
Quelle: http://imaging.geocomm.com/features/sensor/landsat7/ |
Es wurden für die systematische Aufnahme vom Satelliten kreisförmige, polnahe und sonnensynchrone Umlaufbahnen gewählt, um praktisch die ganze Erdoberfläche beobachten zu können. Die Satellitenbahn behält ihre Lage im Raum bei, aber durch die Rotation der Erdkugel wandert die Erdoberfläche unter dieser Bahn hindurch. Die Bodenspuren der aufeinanderfolgenden Umläufe sind deshalb etwas gegenein-ander versetzt. Die Bahnparameter sind so gewählt, dass nach und nach die ganze Erdoberfläche aufgenommen werden kann und sich der Vorgang bei den Landsat-4, -5 und -7 nach 16 Tagen wiederholt. Die Polkappen werden nicht erreicht, da die Satellitenbahn gegen die Äquatorebene nicht genau um 90 Grad geneigt ist. Die Bahnen von Landsat-5 und Landsat-7 sind derart gegeneinander versetzt, dass alle 8 Tage ein Überflug durch einen der beiden Satelliten erfolgt.
Die Satelliten wurden mit optisch-mechanischen Scannern, nämlich Landsat-1 bis -5 (ab 1972) mit dem Multispectral Scanner (MSS), Landsat-4 und -5 (ab 1982) zusätzlich mit dem Thematic Mapper (TM), und Landsat-7 (ab 1999) mit dem ETM+. Die Daten der verschieden alten Systeme sind kompatibel, was der Erfassung von Veränderungen zugute kommt.
| Landsat 4, 5 (1 - 3) Multispectral Scanner |
Landsat 4, 5 Thematic Mapper |
Landsat 7 Enhanced Thematic Mapper Plus |
|
|---|---|---|---|
| Betrieb | seit 1972 | seit 1982 | seit 1999 |
| Flughöhe | 705 km (915 km) | 705 km | 705 km |
| Wiederholrate | 16 (18) Tage | 16 Tage | 16 Tage |
| Streifenbreite | 185 km | 185 km | 185 km |
| Pixelgröße | 79 x 79 m2 | 30 x 30 m2 | 30 x 30 m2 |
| Spektralkanäle | 1 (4) 0,50-0,60 µm 2 (5) 0,60-0,70 µm 3 (6) 0,70-0,80 µm 4 (7) 0,80-1,10 µm |
1 0,45-0,52 µm 2 0,52-0,60 µm 3 0,63-0,69 µm 4 0,76-0,90 µm 5 1,55-1,73 µm 7 2,08-2,35 µm |
1 0,45-0,52 µm 2 0,52-0,60 µm 3 0,63-0,69 µm 4 0,76-0,90 µm 5 1,55-1,73 µm 7 2,08-2,35 µm |
| Thermalkanal | 6 10,4-12,5 µm (120 x 120 m2) |
6 10,4-12,5 µm (60 x 60 m2) |
|
| Panchromatischer Kanal (15x15 m2) | 8 0,52-0,90 µm | ||
Weitere Informationen:
Die Strahlung, deren Wellenlängen größer als 0,4 Mikrometer sind, was der Strahlung entspricht, die von der Erde und der Atmosphäre ausgesandt wird.
Engl. Akronym für light amplification by stimulated emission of radiation, also Lichtverstärkung durch stimulierte Strahlungsfreisetzung; im Bereich der Fernerkundung ein aktives Instrument. Laserlicht kann im Spektralbereich zwischen Infrarot- und Ultraviolettstrahlung erzeugt werden und ist monochromatisch (eine Spektrallinie) sowie kohärent – ein Lichtstrahlenbündel ist kohärent, wenn sich alle seine Wellen bzw. Photonen phasengleich ausbreiten. Dies ist der Grund, weshalb sich Laserlicht mit extrem hoher Intensität, äußerst geringer Strahlaufspaltung und hoher Farbreinheit (Frequenzschärfe) erzeugen lässt.
Entfernungsmessung zu Satelliten. Ein
Impulslaser generiert eine Folge pikosekundenlanger Laserpulse, die über
ein optisches Teleskop auf einen Satelliten gerichtet sind. Das Teleskop wird
dem Satelliten nachgeführt. Der Satellit, ausgestattet mit Retroreflektoren,
leitet die Laserpulse wieder zurück zur Bodenstation. Hier werden sie vom
Teleskop wieder empfangen und auf einen Detektor
geleitet. Die Entfernung berechnet sich aus der Laufzeit, multipliziert mit
der Lichtgeschwindigkeit. Ein Laufzeitmeßsystem erfasst die Laufzeitdifferenz
zwischen den ausgesendeten und empfangenen Laserpulsen. Die Messgenauigkeit
ist abhängig von der Länge des Laserpulses, dem Detektor und dem Laufzeitmeßsystem.
Der Einfluß der Atmosphäre (troposphärische Refraktion) wird
modellmäßig berücksichtigt. Neuere Laserentfernungsmeßsysteme
nutzen heute zur Bestimmung des atmosphärischen Einflusses simultane Messungen
auf zwei unterschied-lichen Wellenlängen.
Die Laufzeitdifferenz der in der Wellenlänge unterschiedlichen Impulse,
die synchron ausgesendet werden, wird mit Streakkameras gemessen. Weltweit gibt
es etwa 40 Laserentfernungsmeßsysteme. Die internationale Zusammenarbeit
wird im Rahmen des International Laser Ranging Service (ILRS) koordiniert.
Laserentfernungsmeßsyteme erlauben es heute, Entfernungen bis zu geostationären
Satelliten mit Zentimetergenauigkeit zu messen. Laserentfernungsmessungen zum
Mond (LLR), beruhen auf Laufzeitmessungen von Laserpulsen zu den Reflektoren
auf der Mondoberfläche, die von den bemannten Raumfahrtmissionen der Amerikaner
zum Mond (Apollo-Missionen 11, 14 und 15) sowie von der sowjetischen automatischen
Mondmissionen Lunar 17 und 21 ausgesetzt wurden. Nur sehr leistungsfähige
Laserentfernungsmeßsysteme sind in der Lage, die Entfernung zum Mond zu
messen.
Flächenhaft abtastende, flugzeuggestützte Sensoren,
die zur direkten Erfassung der topographischen Geländeoberfläche dienen.
Der Laserstrahl wird durch den Scanner an Bord eines Flugzeuges quer zur Flugrichtung
abgelenkt. Dadurch wird ein Geländestreifen quer zur Flugrichtung abgetastet.
Die Entfernung zur Erdoberfläche wird über Laufzeitmessung ermittelt.
Die äußere Orientierung, d.h. die Position und die Lage des Sensors
im Raum errechnet sich aus einem GPS-System und einem inertialen Navigationssystem.
Zusammen mit der Scanwinkelmessung lässt sich für jeden Reflexionspunkt
des Laserimpulses auf der Erdoberfläche die Position ableiten.
Die direkte Erfassung der topographischen Geländeoberfläche mit profilierenden
oder scannenden Lasersensoren hat in den vergangenen Jahren ihre Leistungsfähigkeit
insbesondere in Waldgebieten mehrfach durch Testflüge unter Beweis gestellt.
Der Vorteil der Laserscanning-Techniken ist in der vollständigen digitalen
Weiterverarbeitung zu sehen, die dann off-line im Büro geschieht.
Die auf dem Markt für unterschiedliche Einsatzzwecke angebotenen Laserscanner können nach dem Messprinzip unterschieden werden in:
Prinzip des Laserscanners
Quelle: Geoinformatik-Service,
Universität Rostock |
Hinsichtlich des Scanprinzips kann noch zwischen Scannern mit kippenden oder rotierenden Spiegeln bzw. mehrfach nebeneinander-liegenden Laserdioden, wobei jeder Diode eine bestimmte Meßrichtung zugewiesen wird, differenziert werden. Die Öffnungswinkel für die flächenhafte Abtastung liegen bei etwa 10 Grad. Bei Flughöhen von 1.000-1.500 m sind Genauigkeiten in der Lage von 1 m und in der Höhe von 0,1-0,3 m zu erreichen. Die erreichbare Genauigkeit wird im Wesentlichen durch die Genauigkeit der Sensorpositionierung/-orientierung mittels GPS und INS limitiert. Da i.d.R. 4 Punkte pro m² vorliegen, kann daraus ein repräsentativer Punkt für eine Rasterzelle der Größe 1x1 m berechnet werden. Ergebnis ist z.B. ein Geländemodell in Rasterform mit der Rasterzellengröße von 1x1 m. Diese Raster-DGM, kombiniert mit digitalen Orthophotos sind ideale Datenquellen für 3-D-Stadtmodelle, für Senderstandortplanung im Mobilfunk, für Hochwassersimulation, für Waldgebietskartierung und Virtual Reality-Szenen.
Messung dreidimensionaler Punktkoordinaten mit Hilfe eines aktiven Systems, das entweder gepulstes oder kontinuierlich ausgesendetes Laserlicht verwendet. Es wird darüber die Position eines Messpunktes in Bezug auf das Sensorsystem bestimmt, das entweder in einem Flugzeug oder Helikopter installiert oder aber, beim terrestrischen Laserscanning, auch vor einem Objekt positioniert sein kann. Mit Hilfe weiterer Positionierungs- und Orientierungssensoren wird die Position des Sensorsystems selbst bestimmt, so dass letztendlich Koordinaten bezüglich eines Referenzsystems berechnet werden können. Gepulste Lasersysteme können meist im first pulse, last pulse oder in beiden Modi gleichzeitig aufnehmen, d.h. es wird entweder der nach der Reflektion am betrachteten Objekt zuerst oder der zuletzt wieder am Sensor eintreffende Signalanteil als Messung betrachtet.
Weitere Informationen:
Korrektur der aufgrund von atmospärischen Bedingungen gestörten Laufzeiten von Radarsignalen bei der Radaraltimetrie. In der Troposphäre verzögern Luftmoleküle die Signale. Die entsprechende Längenkorrektur kann in Trocken- und Feuchtanteile zerlegt werden. In der Ionosphäre ist die Verzögerung des Radarimpulses abhängig von der Frequenz und sie ist proportional zum Gesamtelektronengehalt (TEC). Altimeter, die mit zwei deutlich getrennten Frequenzen messen, erlauben mit hoher Genauigkeit eine in-situ-Abschätzung des TEC. Das erste Zwei-Frequenz-Altimeter war TOPEX. ENVISAT und Jason werden ebenfalls mit zwei Frequenzen betrieben.
Frequenzbereich von 15 bis 30 cm Wellenlänge innerhalb des Mikrowellensegments des elektromagnetischen Spektrums.
Englisches Akronym für Landsat Data Continuity Mission; für 2007 geplante Mission von NASA und USGS um den Bestand an Landsat-Daten fortzuführen. Dabei wird weder NASA noch USGS einen eigenen Satelliten herstellen oder betreiben, sondern vielmehr die Daten nach genauen Spezifikationen von einem externen Lieferanten beziehen.
Weitere Informationen:
siehe Blattflächenindex
Engl. Akronym für Low Earth Orbit; niedere
Umlaufbahn von Satelliten
in ca. 500-2.000 km Höhe (Angaben schwankend). Niedrigere Orbits sind wegen
des Widerstands der Atmosphäre nicht stabil.
LEOs werden u.a. für die Telekommunikation (Mobiltelefondienste) genutzt.
Wegen der Erdnähe benötigen solche Satelliten nur mäßig
starke Transmitter für die Datenübertragung. Andererseits werden 48,
66, 77, 80 oder sogar 288 Satelliten benötigt, um eine kontinuierliche
und globale Abdeckung zu gewährleisten.
LEO-Satelliten können sowohl polare, wie auch äquatoriale Umlaufbahnen
haben. Satelliten auf einem LEO bewegen sich mit ca. 27.400 km/h (8 km/s), womit
sie einen Umlauf in etwa 1,5 Stunden bewältigen. Die hohe Geschwindigkeit
ist erforderlich, um ein schwerkraftbedingtes Eintauchen in die Erdatmospäre
zu verhindern.
Auch Erdbeobachtungs- und Wettersatelliten bewegen sich oft auf LEOs, da sie
von der geringeren Höhe aus einen größeren Detailreichtum aufnehmen
können. Ebenso wurden alle modernen (post-Apollo) Missionen bemannter Raumfahrt,
einschließlich aller Raumstationen in LEOs durchgeführt.
Der LEO-Bereich leidet zunehmend an Überfüllung, zum nicht geringen
Teil durch Weltraummüll (Metall von alten Raketen, geborstenen Satelliten,
gefrorenes Abwasser usw.) bedingt. Dazu kommen natürlicherweise vorkommende
Meteoriten. Das U.S.
Strategic Command in der Nachfolge des U.S. Space Command hält
dort über 8.500 anthropogene Objekte mit einer Größe von mehr
als 10 cm unter Beobachtung. 84 % des Mülls bewegt sich in etwa 800 km
Höhe um die Erde, also der etwa 2 1/2-fachen Höhe der Space Shuttle-Bahn.
Auch wenn die Wahrscheinlichkeit einer Kollision zwischen einem Müllobjekt
>10 cm und dem Shuttle als sehr gering eingeschätzt wird, bei den hohen
Geschwindigkeiten kann auch ein kleiner Bolzen die Wirkung einer Handgranate
auf ein Space Shuttle ausüben.
Ein ganzer Wissenschaftszweig befasst sich mit Hochgeschwindigkeitseinschlägen,
ihren Auswirkungen und mit geeigneten Schutzmaßnahmen.
Bildbearbeitungssoftware der ESA für didaktische Anwendungen. Sie dient der Bildschirmdarstellung, Analyse, Bearbeitung und Auswertung von Satellitenaufnahmen für die Erdüberwachung. Das Programm inkl. Tutorial wird eingeschriebenen Schulklassen kostenlos per Download zur Verfügung gestellt. Version 2 wird Anfang 2005 verfügbar sein.
Weitere Informationen: eduspace: LeoWorks (ESA)
Engl. (visible) light; der für den Menschen sichtbare Bereich der elektromagnetischen Strahlung. Dieser erstreckt sich von etwa 380 (Blau) bis 780 nm (Rot) Wellenlänge, was einer Frequenz von etwa 789 bis herab zu 385 THz entspricht. Eine genaue Grenze lässt sich jedoch nicht angeben, da die Empfindlichkeit des menschlichen Auges an den Grenzen des Lichtspektrums nicht abrupt, sondern allmählich abnimmt.
Licht ist charakterisiert durch die Farbtemperatur, in der sich der Farbton, also die Wellenlänge des Lichtes, und die Helligkeit widerspiegeln. Normalerweise wird als Licht nur das dem menschlichen Auge sichtbare Licht bezeichnet. Aber auch nichtsichtbare Wellenlängen wie Infrarot oder Ultraviolett werden verschiedentlich zu den Lichtwellenlängen gerechnet. In der Physik steht der Begriff Licht auch für das gesamte elektromagnetische Wellenspektrum.
Das Farbspektrum des Lichts für Strahlung mit den Wellenlängen von 380 – 780 nm. |
Engl. Akronym für Light Detection and Ranging;
ein als aktives System ganztägig einsetzbares Fernerkundungsverfahren, das oft etwas ungenau als "Laser-Radar" bezeichnet wird. Es arbeitet vergleichbar einem Mikrowellen-Radar, benutzt aber den optischen Teil des elektromagnetischen Spektrums zwischen dem ultravioletten und dem nahen Infrarot-Bereich. Lidar-Systeme bestehen aus einem Laser, der Strahlung in Pulsen oder kontinuierlich durch eine fokussierende Optik aussendet. Ein weiteres optisches System fokussiert die vom beobachteten Objekt reflektierte Strahlung auf einen Detektor.
Bei jeweils gleichem Grundprinzip können drei verschiedene Gruppen und Anwendungen von Lidar-Systemen
unterschieden werden:
Wegen sehr hoher technischer Schwierigkeiten bei der Raumflugtauglichkeit von Lasern werden LIDAR-Sensoren zur Zeit vorwiegend noch als boden- oder flugzeuggestützte Sensoren eingesetzt.
Weitere Informationen:
Abbildender Sensor zur Aufspürung und Lokalisierung von Blitzen in den Tropen aus einer Höhe von 350 km. Der kleine und hochent-wickelte LIS befindet sich an Bord des Satelliten der Tropical Rainfall Measuring Mission (TRMM). Er beobachtet Tag und Nacht jegliche Art von Blitzen, deren räumliches Auftreten und dient
Die Umlaufbahn des TRMM-Satelliten hat
eine Neigung von 35 Grad. Demzufolge kann das mitgeführte |
Der LIS ist dazu ausgelegt, sturmbedingte Blitze in einem großen Ausschnitt
(600 x 600 km) der Erdoberfläche aufzuspüren. Der TRMM-Satellit fliegt
mit einer Geschwindigkeit von 7 km/sec und erlaubt es dem LIS auf diese Weise,
jeden Punkt der Erde oder jeder Wolke 90 sec lang bei einem Überflug zu
beobachten. Diese Zeit reicht aus, um die Blitzhäufigkeit der meisten Stürme
abzuschätzen. Das Instrument zeichnet Ort und Zeitpunkt des Auftretens
eines Blitzes auf und misst die abgestrahlte Energie.
Das Weitwinkelobjektiv von LIS ist kombiniert mit Hochgeschwindigkeits-CCDs.
Ein Real Time Event Processor (RTEP) innerhalb der Elektronikeinheit hilft bei
der Erkennung eines Blitzes auch bei Tageslicht. RTEP entfernt das störende
Hintergrundsignal des Tageslichts und ermöglicht das Aufspüren von
schwach erkennbaren Blitzen mit 90-prozentiger Zuverlässigkeit.
Weitere Informationen:
Blickrichtung beim Messvorgang über den Horizont zum Rand der Atmosphärenschicht. Die Sichtlinie des Satelliteninstruments durchquert die Erdatmosphäre tangential. Die Kombination mehrerer Limbmessungen in verschiedenen Tangentenhöhen bietet die Möglichkeit, atmosphärische Spurengasprofile in hoher vertikaler Auflösung zu bestimmen. Beispielsweise ist SCIAMACHY auf ENVISAT ist ein Instrument, das die von der Erdatmosphäre reflektierte Strahlung in Limb-Geometrie im ultravioletten und sichtbaren Spektralbereich reflektiert; s. Messgeometrie
Horizontsondierender Sounder (Limb, engl. für Rand eines Himmelskörpers); s. Messgeometrie
Neues Konzept der ESA für weltraumgestützte
Erdbeobachtung, das sich durch Flexibilität und Nutzerfreundlichkeit auszeichnet.
Im Unterschied zu den ERS- und ENVISAT-Missionen
setzt die ESA künftig auf kleinere Satelliten
auf kürzeren, billigeren und zielgerichteteren Missionen. Sie werden sich
stärker an den Bedürfnissen der Nutzer aus dem privaten oder öffentlichen
Sektor orientieren und in enger Kooperation mit Industrie oder raumfahrtengagierten
Organisationen (Europäische Kommission, Eumetsat
u.a.) durchgeführt.
Das Living Planet-Programm umfasst ein Wissenschafts- und Forschungselement, welches mit den Earth Explorer-Missionen umgesetzt wird und ein Element zur Erdbeobachtung (Earth Watch), welches den Zugriff auf Erdbeobachtungsdaten für operationelle Dienste erleichtern soll. Zu Earth Watch gehören gut eingeführte meteorologische Missionen im Rahmen von EUMETSAT. Zusätzlich werden die GMES Sentinel-Missionen klimarelevante Langzeit-Datensätze liefern. Zusammen mit anderen Satelliten werden sie wesentlich zur Klimabeobachtung, -modellierung und -vorhersage beitragen.
Weitere Informationen: The Living Planet Programme (ESA)
Engl. Akronym für Laser Retroreflector; gewissermaßen ein 'Katzenauge' auf einem Satelliten, das es ermöglicht, vom Boden aus die Satellitenbahn mit Laser Ranging Systemen hochgenau zu vermessen. LRR-Missionen sind meist kombiniert mit Altimetriemissionen, z.B. ERS, ENVISAT, CryoSat und Schwerefeldmessungsmissionen, z.B. CHAMP, GRACE, GOCE.
1. Engl. Akronym für Local Solar Time; dt. Sonnenzeit
2. Engl. Akronym für Land Surface Temperature, dt. Landoberflächentemperatur
Oft syn. Luftaufnahme; auf photographischem Weg oder durch elektronische Aufnahmesysteme gewonnenes Bild eines Teils der Erdoberfläche, das von Luftfahrzeugen - i.d.R. von Flugzeugen - aus einer Höhe von mehreren hundert oder tausend Metern (max. 30 km) aufgenommen wird. Dazu gehören z.B. auch Thermal-Luftbilder, wenn eine bildhafte Wiedergabe der Erdoberfläche im thermalen Strahlungsbereich vom Flugzeug aus gewonnen wird.
Luftbilder lassen sich unterscheiden
Um die analogen Vorlagen normaler Photographien z.B. für GIS verwenden zu können, ist es notwendig, die Bilder mit Hilfe eines Scanner zu digitalisieren, sie zu entzerren und zu geokodieren. Luftbilder können aber auch analog interpretiert und die Interpretationsergebnisse in Karten übertragen werden, die dann abdigitalisiert werden.
| Vorteile des Luftbilds | Nachteile des Luftbilds |
|---|---|
|
|
In vielen Bereichen des Landschaftsmonitorings hat das Luftbild größere Bedeutung als digitale Satellitendaten. Die Wahl zwischen Luftbild und Satellitenbild für eine bestimmte Fragestellung in der Umweltanalyse ist von der erforderlichen Auflösung und der Größe des abzudeckenden Gebietes abhängig.
Archäologische Forschung, die sich des Luftbildes zum Erkennen von Fundstätten durch Bewuchs-, Boden- oder Schattenmerkmale bedient. Die großmaßstäbige Schrägaufnahme mit der Handkamera wird bevorzugt.
Syn. Photointerpretation; die Interpretation von Luftbildern. Erfassung der in einem photographischen Bild vorhandenen Informationen über Merkmale des Aufnahmeobjektes aufgrund qualitativer und quantitativer Analyse, logischer Kombination und individueller Erfahrung vom Interpreter. Bei Luftbildern (die mit großen Bildwinkeln aufgenommen worden sind) ist zu beachten, daß die Wiedergabe von Objektober-flächen innerhalb der Bildfläche nicht in gleicher Weise erfolgt. Gründe dafür sind vor allem die Wirkung des Helligkeitsabfalls in der Bildebene und die schräg einfallende Sonnenstrahlung. Daraus folgt, daß aus Farbunterschieden (auch aus Schwärzungsunterschieden) benachbarter Bildteile sehr zuverlässig auf Objektunterschiede geschlossen werden kann, während Unterschiede zwischen weit entfernten Bildteilen vorsichtig bewertet werden müssen.
Engl. camera for aerial photography; Kamera zur Aufnahme von Luftbildern. Hierzu gehören u.a. Konvergent-, Panorama-, Streifen- und Mehrfachkameras. Am wichtigsten sind die Reihenmesskameras.
Die Wiedergaben photographischer Senkrechtaufnahmen mit kartenähnlicher Ausgestaltung und erläuternder Kartenbeschriftung. Das umgebildete Luftbild wird mit Kartenrahmen, Legende, Gitterkreuz und Beschriftung ergänzt und als Luftbildkarte im Maßstab 1:2.000 bis 1:25.000 präsentiert. Analog gilt dies bei Verwendung von Satellitenaufnahmen in Maßstäben ab 1:50.000, die man dann Satellitenbild-karten nennt.
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