Lexikon der Fernerkundung

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TanDEM-X

Deutscher Radarsatellit, der gemeinsam mit dem Satelliten TerraSAR-X mittels SAR die Erdoberfläche stereographisch vermessen soll. Sein Start ist für das Jahr 2009 geplant. Die Kosten liegen bei ca. € 85 Mio.

Zusammen mit dem nahezu baugleichen Satelliten TerraSAR-X wird TanDEM-X im engen Formationsflug die Erde umkreisen. Durch diese Konstellation wird es möglich sein, die komplette Landoberfläche der Erde (150 Millionen Quadratkilometer) innerhalb von nur drei Jahren vollständig zu vermessen. Ziel ist die Erstellung eines globalen digitalen Geländemodells mit einer noch nicht erreichten Genauigkeit. Für ein so genanntes Zwölf-Meter-Raster, das etwa der Breite einer Straße entspricht, liefert das System Höheninformationen, die bis auf zwei Meter genau sind.

Ähnlich wie TerraSAR soll TanDEM-X über ein abgestuftes Auflösungsvermögen von 1 m, 3 m und 16 m verfügen, bei einer Abtastbreite von 10, 30 und 100 km. Die Vermarktung der Bilder übernimmt die EADS Astrium-Tochterfirma Infoterra.

Weitere Informationen:

tatsächliche Temperatur

Mit Hilfe des Emissionsfaktors aus der Strahlung eines Graukörpers abgeleitete Temperatur des Schwarzkörpers.

TechSAR

Israelischer Aufklärungssatellit, der voraussichtlich 2007 mit einer indischen PSLV-Trägerrakete startet. Er wiegt 260 kg und trägt als Nutzlast ein SAR. Zuverlässigkeitsüberlegungen und die Anforderung, den Satelliten auf eine Bahn hoher Inklination zu bringen, sprachen gegen den Einsatz einer israelischen Trägerrakete und gegen einen Start aus Israel direkt.

Telekommunikation

Engl. telecommunication; Oberbegriff für den Austausch und die Verteilung von Informationen und Nachrichten zwischen Menschen, Maschinen und Prozessen mit nachrichtentechnischen Verfahren und Mitteln.

Telemetrie

Fernmessung; Einsatz elektrischer und elektronischer Mittel zur Aufnahme, Sammlung und Verarbeitung physikalischer Daten beliebiger Art sowie anschließende Übertragung dieser Daten an eine Empfangsstation, in der jene Daten aufgezeichnet oder ausgewertet werden können. Ein augenscheinliches Einsatzgebiet ist beispielsweise das Messen, Übertragen und Speichern physikalischer Bedingungen, wie sie ein Hochgeschwindigkeitsflugzeug, Raketen oder ein Raumfahrzeug erfahren oder verursachen. Daten dieser Art könnten etwa Lufttemperaturen, Windgeschwindigkeiten oder Strahlungsintensitäten in entlegenen Gebieten des Raumes umfassen. In der Meteorologie werden Fernmessgeräte eingesetzt, um Informationen aus der oberen Atmosphäre für Wettervorhersagen zu gewinnen.

Ein Fernmesssystem muss eine physikalische Größe messen, die Messgröße in ein geeignetes Signal umwandeln und verschlüsseln und das verschlüsselte Signal über einen Übertragungskanal abschicken. Der Empfänger muss dann das Signal wieder entschlüsseln, um es verständlich darstellen oder gegebenenfalls abspeichern zu können. Sollen mehrere Daten übertragen werden, kann man entweder auf verschiedenen Frequenzen gleichzeitig senden oder einzelne Messwerte werden zyklisch nacheinander auf einem Kanal übertragen. Heutzutage werden beinahe alle Daten digital verschlüsselt. Die Übertragung der Daten erfolgt nach unterschiedlichen Kabel- oder Funkverfahren wie z. B. die Kompensationsmethode, Impulsfrequenzverfahren oder die so genannte Pulscodemodulation.

Temperaturauflösung

Bei passiven Sensoren, die im Bereich des thermalen Infrarot oder der Mikrowellen arbeiten, spricht man statt von radiometrischer auch von Temperaturauflösung, die im umgekehrten Verhältnis zueinander stehen.

temporale Auflösung

Zeitlicher Abstand, der zwischen zwei Aufnahmen desselben Gebietes mit einem Sensor liegt; bei Satellitensystemen ist die temporale Auflösung durch die Umlaufbahn-Parameter vorgegeben. s. Auflösung

Terra

Gemeinsames amerikanisch-japanisch-kanadisches Satellitenprojekt zur Ermittlung weltweiter Daten zum Zustand von Atmosphäre, Landoberfläche und Ozeanen, wie auch über die Interaktionen dieser Sphären untereinander und mit der Sonnenstrahlung.
Die Daten geben Entscheidungshilfen zu Fragen des regionalen und globalen Wandels der Landbedeckung, der Atmosphärenbestandteile, der landwirtschaftlichen Wettbewerbsfähigkeit, der Luftqualität, des Küstenschutzes, der Steuerung der Zuwanderung fremder Arten, der Wasserwirtschaft und der öffentlichen Gesundheit.

Die USA steuerten das Trägerfahrzeug und drei Instrumente bei (CERES, MISR, MODIS), Japan das Radiometer ASTER, Kanada das Instrument MOPITT.

Terra umrundet seit 1999 die Erde in 705 km Höhe auf einer polnahen, sonnensynchronen Umlaufbahn (Inklination 98,2°). Die Umlaufzeit beträgt 99 min, der Wiederholzyklus 16 Tage. Terra überquert den Äquator um 10:30 Ortszeit, wenn die Wolkendecke noch gering ist und einen möglichst ungehinderten Blick auf die Erdoberfläche ermöglicht. Durch die in etwa senkrecht zur Erddrehung verlaufende Umlaufbahn erlaubt die Aneinanderreihung der Beobachtungsstreifen die Erstellung von Gesamtansichten der Erde. Terra trägt folgende passiven Sensoren an Bord: CERES (Clouds and the Earth's Radiant Energy System), MISR (Multi-angle Imaging Spectro Radiometer), MODIS (Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer), MOPITT (Measurements of Pollution in the Troposphere), ASTER (Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer).

Der Satellit ist eingebunden in das Earth Observing System der NASA.

Terra-Satellit Terra-Satellit Quelle: http://terra.nasa.gov Dreh- und zoombare Animation Terra-Satellit

Animation durch Anklicken des Bildes starten

Quelle: http://terra.nasa.gov/Gallery/terra_qtvr.html
MISR-Szene Bodensee MISR-Szene Bodensee

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Abbildung einer 355 x 287 km großen Fläche
in der Region Alpenvorland - Bodensee - Alpen,
aufgenommen in Nadir-Richtung mit dem
abbildenden Radiometer MISR auf Terra.
Aufnahmedatum: 14. August 2000

Quelle: http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA03417

Weitere Informationen:

TerraSAR-X

Deutscher Satellit mit X-Band SAR für Aufgaben in den Bereichen Kartographie, digitale Geländemodelle, Erfassung der Oberflächenbedeckung und deren Klassifikation, Raumplanung, Umweltmonitoring. Die Radarfrequenz beträgt 9,65 Gigahertz. Der Satellit bewegt sich auf einer sonnensynchronen Umlaufbahn (Inklination 97,4°) in 514 km Höhe. Die Umlaufzeit beträgt 94,85 min, der Wiederholzyklus 11 Tage. Der Start des 130 Mio Euro teuren Satelliten erfolgte am 15. Juni 2007 mit einer Dnepr 1 (ehemals SS-18) von Baikonur aus. Erste Bilder konnten bereits empfangen werden. Ihre Auflösung wird 1 m, 3 m, 16 m in Abhängigkeit von der Bildgröße betragen. Als Radar-Satellit arbeitet TerraSAR-X unabhängig von Wetterbedingungen, Wolkenbedeckung und Tageslicht.

TerraSAR-X ist der erste deutsche Satellit, der im Rahmen einer so genannten Public-Private-Partnership zwischen dem DLR und EADS Astrium realisiert wurde: Europas führender Satellitenspezialist EADS Astrium beteiligte sich an den Kosten für Entwicklung, Bau und Einsatz des Satelliten. Die Nutzung von TerraSAR-X-Daten für wissenschaftliche Zwecke liegt in der Zuständigkeit des DLR, während die Infoterra GmbH, eine Tochtergesellschaft der EADS Astrium, mit den gewonnenen Daten Geoinformationsprodukte herstellen und Dienste anbieten wird, die auf den kommerziellen und institutionellen Markt abzielen. Die Kosten für ein Radarbild, das eine Fläche von 10 x 10 km mit einer Auflösung von 1 m abdeckt, betragen 7.000 Euro.
Der Satellit trägt übrigens das erste deutsche Kunstobjekt im All an Bord, ein dreidimensionaler, 15 cm hoher 'Space-Visitor' von Ragnhild Becker und Gunar Seitz aus Kluftern/Baden.

TerraSAR-X und -L TerraSAR-X und -L Quelle: http://www.infoterra-global.com/

Weitere Informationen:

terrestrische Strahlung

Die gesamte Infrarot-Strahlung, die von der Erde und ihrer Atmosphäre im Temperaturbereich von ca. 200-300 K ausgesandt wird.

TES

1. Engl. Akronym für Technology Experimental Satellite; ein Demonstrationssatellit der ISRO zum Testen von Satellitentechnologie für die künftige CARTOSAT-Reihe.

2. Engl. Akronym für Tropospheric Emission Spectrometer; Instrument an Bord des Satelliten Aura zur Messung des Zustands der irdischen Troposphäre. Das im Infrarot arbeitende Spektrometer sammelt Daten über das troposphärische Ozon und andere Gasmolküle, die zur Ozonbildung führen. Die Daten werden zur Entwicklung eines dreidimensionalen Modells der Troposphärenchemie verwendet, in dem auch die Troposphäre-Biosphäre-Interaktionen und die Austauschvorgänge zwischen Troposphäre und Stratosphäre erkennbar sind.

Weitere Informationen: http://tes.jpl.nasa.gov/

Textur

Im Fernerkundungskontext: kleinräumige, regelmäßige Variation der Grauwerte einer Fläche. Die Grauwertvariationen, die eine Textur aufbauen, sind im Bild nicht mehr wahrnehmbar, bewirken jedoch die charakteristischen Grautonvariationen. Das menschliche visuelle System ist in der Lage, solche Texturen sehr schnell zu erfassen und für die Bildinterpretation in Wert zu setzen. Texturen spielen eine große Rolle, um z.B. Gebiete gleicher Grautöne voneinander abzugrenzen. Sie lassen qualitative Rückschlüsse auf die Oberflächenbeschaffenheit zu und tragen damit zu einer fundierten Interpretation bei. Texturen beeinflussen zusammen mit den übergeordneten Mustern wesentlich die Bildinterpretation. Weitgehend unbekannt ist, wie das menschliche Gehirn Texturen erfaßt. Dem Interpreten fällt es im allgemeinen recht schwer, eine genaue Begründung zu geben, warum er eine Grenze gerade an einer bestimmten Stelle gezogen hat. Texturen lassen sich zudem nur qualitativ mit Begriffen wie fleckig, tupfig, streifig, wolkig, körnig, usw. beschreiben, die stark subjektiv geprägt sind und bei verschiedenen Personen unterschiedliche Assoziationen erwecken. Daraus wird deutlich, wie schwierig es ist, Texturen rechentechnisch zu erfassen. Für eine automatische Analyse müssen objektive Kriterien definiert werden, die sich programmtechnisch in angemessener Zeit in logischen Schritten abprüfen lassen.

Die Texturanalyse eines panchromatischen Bildes stellt einen vielversprechenden Auswertungsansatz in sehr heterogenen, bebauten Siedlungsgebieten dar, da dieser Parameter sich hier besonders signifikant von anderen Landbedeckungsarten unterscheidet. Modellierung, Synthese, Beschreibung und Segmentierung von Textur sind wichtige Arbeitsfelder des computergestützten, maschinellen Sehens und der Bildverarbeitung im allgemeinen. Verschiedenste Methoden sind zur Beschreibung, Klassifikation von Textur und texturbasierten Segmentation entwickelt worden. Einfache statistische Methoden erster Ordnung, die Mittelwert oder Varianz nutzen, haben den Nachteil, daß sie die räumliche Verteilung der Pixel im Bild nicht berücksichtigen. Daher wird empfohlen, Verfahren zweiter Ordnung zu nutzen, die sog. Grauwert-Abhängigkeits-Matrizen (Co-occurence-Matrizen) verwenden, die sowohl die spektrale als auch die räumliche Verteilung der Grauwerte im Bild berücksichtigen.

Thematic Mapper (TM)

Multispektraler abbildender Sensor mit 7 spektralen Kanälen im Bereich des sichtbares Lichtes und der Infrarotstrahlung auf Landsat-4 und Landsat-5. Besonderer Wert wurde auf landwirtschaftliche Anwendungsmöglichkeiten und Landnutzungserkennung gelegt. Der Scanner tastet kontinuierlich die Erdoberfläche ab und erhält gleichzeitig Daten in sieben Kanälen. Wenn man zwei oder mehr Bänder übereinander legt erhält man ein Falschfarbenbild. Die Auflösung der sechs sichtbaren und Kurzwellen-Bänder beträgt 30 m Pixelgröße, die Auflösung des thermischen Infrarots (Kanal 6) 120 Meter. Der TM stellt eine deutliche Weiterentwicklung des MSS dar.

Eine verbesserte Version des TM wird als ETM+ auf Landsat-7 eingesetzt.

Quelle: http://www.dfd.dlr.de/education/glossar/index.htm

Weitere Informationen: History of Remote Sensing: Landsat's Thematic Mapper (TM) (NASA, RST)

Thermalbild

Mithilfe von Wärmedetektoren im mittleren Infrarot in optomechanischen Scannern von Flugzeug- oder Satellitenplattformen aus aufgezeichnete und als binäre Codes gespeicherte Bilddaten, die bildelementweise unterschiedliche Temperaturwerte als Grauwerte auflösen, z.B. im 8-Bit-Modus 256 Werte. Gebräuchlich ist eine Farbkodierung der Grauwerte mit einem Farbübergang von blauen (kalt) nach roten (warm) Farben für ansteigende Grauwerte, wodurch bessere Interpretierbarkeit des originären Grauwertbildes erreicht wird.
Thermalbilder entsprechen einer flächenhaften und flächendeckenden Temperaturaufnahme von Teilen der Erdoberfläche. Thermalbilder werden insbesondere für das Monitoring von Gewässern, von urbanen Räumen, von Vegetation, aber auch von Brandkatastrophen eingesetzt. Themenspezifische Schwerpunkte sind u.a. die Gewässerökologie, die Stadtklimaforschung, Geländeklimatologie (Bildung von Kaltluftseen, Verlauf und Intensität von Wärmeströmen), die Analyse von Vegetationsschäden und die Erfassung von Waldbrandflächen.

Die Anwendung von Flugzeug-Thermalbildern reicht von der Analyse des thermischen Verhaltens einzelner Gebbäude und Siedlungstypen über die Untersuchung städtischer Wärmeinseln und die Wirkung von Flurbereinigungsmaßnahmen bis zum Studium regionaler Klimafaktren. Durch solche Untersuchungen kann das komplexe Zusammenwirken einzelner Komponenten besser verständlich werden. Beispielsweise gilt dies für das Temperaturverhalten von Baukörpern in Abhängigkeit von Größe, Anordnung, Material usw., sowie für das Strömungsverhalten von Luftmassen, das durch Hochbauten, Dämme, Lärmschutzwände u.ä. beeinflusst wird.

Für hinreichend genaue Messungen sind die Kenntnis der Emissionswerte der Unterlage für langwellige Strahlung sowie eine Korrektur der verbleibenden atmosphärischen Einflüsse erforderlich.

Weitere Informationen:

Thermaldetektor

Sensor, der im Spektralbereich des thermischen Infrarots emittierte Strahlung misst. 

Thermal-Infrarot-Erkundung

Passive Form der Fernerkundung, die die im Infrarot von der Erde emittierte Wärmestrahlung benutzt. Diese entsteht durch die Sonne, Eigenwärme und künstliche Wärmequellen. Sie ist u.a. von derJahres- und Tageszeit und von den Witterungsverhältnissen abhängig.

Thermalkamera

Bildformender Sensor der Thermal-Infrarot-Erkundung, der keine Bewegung des Sensorträgers zur Bilderzeugung benötigt.

Thermalstrahlung

Von (Gelände-)Objekten aufgrund ihrer Oberflächentemperatur abgegebene Wärmestrahlung. Sie wird in der Fernerkundung vorwiegend im atmosphärischen Fenster zwischen 8 und 14 mm Wellenlänge genutzt. In diesem Bereich liegt für die an der Geländeoberfläche vorkommenden Temperaturen auch das Maximum der Strahlung und die Datenaufnahme ist von reflektiertem Sonnenlicht praktisch unbeeinflusst.

thermisches/thermales Infrarot (THIR/TIR)

Elektromagnetische Strahlung mit Wellenlängen zwischen ca. 3/6 und 15/25 Mikrometern (Angaben uneinheitlich). Der Bereich von 10-12 Mikrometern wird für die Messung der Oberflächentemperaturen von Landflächen, Wasser und Wolken verwendet.

Thermogramm

Engl. thermogram; Bild, das die mittels Thermographie festgestellten Wärmestrahlungen aufzeigt.

Thermographie

Engl. thermography; Verfahren z.B. in der Bautechnik zur Abbildung von Objekten/Gebäuden durch Wärmestrahlen zur Ortung und Feststellung unzureichender Wärmedämmung und mangelnder oder fehlender Luftdichtheitsschichten. Auch für Fragen des Mikroklimas genutzt.

TIMED

Engl. Akronym für Thermosphere Ionosphere Mesosphere Energetics and Dynamics Mission; Mission der NASA zur Untersuchung der Einflüsse von Sonne und Mensch auf die am wenigsten erforschte und verstandene Region der irdischen Atmosphäre - die Mesophäre und die untere Thermosphäre/Ionosphäre.
Der Satellit bewegt sich auf einer nicht-sonnensynchronen Umlaufbahn in 625 km Höhe (Inklination 74,1°).

Weitere Informationen: TIMED - Startseite (NASA)

TIR

Akronym für thermisches Infrarot, Bezeichnung für den Wellenlängenbereich des elektromagnetischen Spektrums von ~6,0 µm - ~15,0 µm.

TIROS

Engl. Akronym für Television Infra-Red Observing Satellite; Serie von Satelliten der NOAA als Teil des globalen meteorologischen Satellitensystems, die die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in einer Höhe von 870,44 km umkreisen. Die 1960 mit TIROS-1 als weltweit erstem rein meteorologischen Satelliten begonnene Serie wurde stets weiter verbessert und trägt nunmehr die Bezeichnung POES.
Zu der meteorologischen Kernnutzlast der heutigen als TIROS-N oder allgemein polarumlaufende bezeichneten Satelliten gehören:

Weitere Informationen:

TIROS-N/NOAA Satelliten

NOAA-Satelliten, die die Erde auf einer polaren Umlaufbahn in einer Höhe von 870,44 km umkreisen. Sie liefern Abbildungen im sichtbaren und infraroten Bereich sowie Daten zum Zustand der Atmosphäre.

Weitere Informationen: TIROS (Smithsonian)

TOA

Engl. Akronym für Top of the Atmosphere, Obergrenze der Atmosphäre; für Zwecke der Fernerkundung definiert als bestimmtes Höhenniveau innerhalb der unteren bis mittleren Stratosphäre oder auch einfach die Tropopause, in Abhängikeit vom Sensor.

TOMS

s. Total Ozone Mapping Spectrometer

Tone

s. Grauwertschattierung

TOPEX/POSEIDON

Engl. für Ocean Topography Experiment; ein 1992 mit einer Ariane 42P von Kourou gestartetes Satelliten-Projekt der USA (NASA) und Frankreichs (CNES). Aufgrund einer Manövrierunfähigkeit des Satelliten wurde diese überaus erfolgreiche Mission Anfang 2006 beendet.

Der Satellit trägt einen Radarsensor, ein Altimeter um mit vorher nicht erreichter Präzision (4 cm) die Ozeanoberfläche zu vermessen. TOPEX/POSEIDON ist ein Kernstück des World Ocean Circulation Experiment (WOCE) und des Programms Tropical Ocean Global Atmosphere (TOGA) mit seinen ozeangestützten Messeinrichtungen. Auch diente er nach dem Start des Nachfolgesatelliten Jason-1 zu dessen Kalibrierung. Nach dieser Phase traten beide Satelliten in eine Tandemmission ein, bei der sie nebeneinander flogen, eine breitere Fläche abdeckten und genauere Informationen über die Meereshöhen lieferten.
Topex/Poseidon befindet sich auf einer nicht-sonnensynchronen Umlaufbahn in einer Höhe von 1336 km bei einer Inklination von 66°. Die Umlaufzeit beträgt 112,4 min, der Wiederholzyklus 10 Tage.

Topex/Poseidon Topex/Poseidon Ziele der Mission

 

  • Erforschung der Ozeanzirkulation und seiner Interaktion mit der Atmosphäre zum besseren Verständnis des Klimageschehens
  • Verbesserung des Verständnisses vom Wärmetransport im Ozean
  • Modellierung der Gezeiten
  • Erforschung des marine Schwerefeldes
  • Berechnungen von Meeresspiegelschwankungen im lokalen wie auch weltweiten Maßstab

 

 

Quelle:
http://topex-www.jpl.nasa.gov/mission/topex.html

Weitere Informationen:

Total Ozone Mapping Spectrometer (TOMS)

Sondierendes Instrument im Nimbus-7-Satellit der NASA (ab 1978) und in weiteren Missionen mit dem vorrangigen Ziel, das Gesamtozon in einer hohen Auflösung täglich und global darzustellen. TOMS misst das Gesamtozon durch die Beobachtung sowohl der einfallenden Solarenergie, als auch der rückgestreuten UV-Strahlung in 6 Wellenlängen. TOMS führt alle 8 Sekunden 35 Messungen durch, wobei es eine Streifenbreite von 50 bis 200 km am Boden senkrecht unter dem Satelliten abdeckt.

Weitere Informationen: TOMS (NASA, GSFC)

TOVS

Engl. Akronym für TIROS Operational Vertical Sounding Instrument; Messsystem an Bord der NOAA-TIROS-Satelliten zur Sondierung atmosphärischer vertikaler Temperatur- und Feuchteprofile. Das TOVS-Paket besteht aus den drei sich gegenseitig ergänzenden Sensoren SSU (Stratospheric Sounding Unit), MSU (Microwave Sounding Unit) und HIRS/2I (High Resolution Infrared Radiation Sounder). SSU bestimmt ein Temperaturprofil der oberen Atmosphäre durch Beobachtung der spektralen Eigenschaften von CO2-Absorptionslinien im Infraroten. Dabei wird ein spezielles IR-Radiometer verwendet, das eine Zelle mit einem CO2-Referenzgas enthält. MSU ist ein passives Vier-Kanal-Mikrowellenradiometer, das durch Beobachtung der thermischen Mikrowellen-Emission aus der Atmosphäre Temperaturprofile bestimmt. Durch die Wahl der Mikrowellenbereiche werden MSU-Messungen durch Wolken nicht gestört. HIRS/2I ist ein Infrarot-Radiometer mit 20 spektralen Kanälen zur Messung von atmosphärischem Wasserdampf, Temperatur, Bewölkung und in gewissen Grenzen auch Gesamtozon.
Wegen eines Instrumentenfehlers gibt es seit Mai 2005 keine TOVS Total Ozone-Produkte mehr.

Von TOVS ermittelte Ozonwerte (Dobson Units)
für den 1.9.2002 Von TOVS ermittelte Ozonwerte (Dobson Units) Quelle: http://www.cpc.ncep.noaa.gov/products/stratosphere/tovsto/tovsto_latest.html

Weitere Informationen: Stratosphere: TOVS Total Ozone (NOAA, CPC)

track

Engl. für Satellitenspur, Satellitenflugbahn

Training

Überwachung des Klassifikationsprozesses durch Trainingsgebiete oder Trainingsdaten, an denen der Klassifikationsalgorithmus lernen kann.

Trainingsdaten

Daten, die verwendet werden, um eine Datenklassifikationsprozedur zu kalibrieren. Meist ground truth-Daten.

Trainingsgebiet

Syn. Referenzgebiet, engl. training area; Teil der Erdoberfläche, dessen Eigenschaften aus Geländebeobachtungen oder anderen Quellen (z.B. GIS-Datenbanken) soweit bekannt sind, dass sie als Klassenrepräsentation bei der überwachten Klassifizierung dienen können, z.B. ein Ausschnitt eines Rasterbildes, der einen bekannten thematischen Sachverhalt repräsentiert (Stichprobenfläche). Der Anwender trainiert das System z.B. durch Zuordnung von Grauwerten zu den Objekten, die klassifiziert werden sollen. Mit Hilfe einer bekannten Waldfläche wird das System in die Lage versetzt, alle Waldflächen eines Bildes ermitteln zu können.

Trainingsgebiete haben einen großen Einfluß auf die Qualität der Ergebnisse der Klassifizierungen, so daß bei ihrer Auswahl und Abgrenzung auf verschiedene Eigenschaften zu achten ist: a) Repräsentativität, d.h. sie sollen für die zugehörige Objektklasse typisch sein, b) Homogenität, d.h. innerhalb eines Trainingsgebiets sollen keine klassenfremden Bildelemente vorhanden sein.

Transmission

Der Durchgang von Strahlung durch ein Medium ohne Änderung der Frequenz innerhalb der monochromatischen Strahlungsanteile. In der Fernerkundung bezieht sich der Ausdruck auf das Passieren elektromagnetischer Energie durch atmosphärisches Material oder Material der Erdoberfläche. In der Atmosphäre vollzieht sich ein komplizierter Ein- und Ausstrahlungsprozess mit Streuung durch Aerosole der Luft, Absorption durch Wolken, Streuung und Absorption an der Erdoberfläche sowie Ausstrahlung überwiegend langwelliger Strahlung.

Die elektromagnetische Strahlung, die auf einen Körper trifft, wird zu einem Teil an seiner Oberfläche reflektiert, ein weiterer Teil wird von ihm absorbiert, und der Rest durchdringt den Körper. Die einzelnen Anteile bei diesen Vorgängen variieren sehr stark und hängen außer von der Beschaffenheit des Körpers von der Wellenlänge der betreffenden Strahlung ab. Zu einer quantitativen Beschreibung benutzt man drei dimensionale Verhältniszahlen, die Reflexionsgrad, Absorptionsgrad und Transmissionsgrad genannt werden.

Transmissionsgrad

Maß, welches aussagt, zu welchem Anteil elektromagnetische Energie, die Atmosphäre (oder eine andere Substanz) ohne Änderung der Frequenz passieren kann. Somit bezeichnet Transmissionsgrad (t) das Verhältnis der (des) von der Atmosphäre durchgelassenen Strahlungsleistung (Lichtstroms) zur (zum) einfallenden Strahlungsleistung (Lichtstrom).

Der spektrale Transmissionsgrad (t(l)) bezeichnet die Abhängigkeit des Transmissionsgrades von der Wellenlänge der elektromagnetischen Strahlung. Dies ist die Folge der Absorptionseigenschaften der in der Atmosphäre vorkommenden Gase, insbesondere Wasserdampf, Kohlendioxid und Ozon. Außerdem absorbieren Stickstoff und Sauerstoff, die den größten Anteil in der Zusammensetzung der Atmosphäre ausmachen, die ultraviolette Strahlung unter 0,3 mm Wellenlänge fast völlig. Die übrigen, weitgehend durchlässigen und deshalb für die Fernerkundung nutzbaren Wellenlängenbereiche werden als atmosphärische Fenster bezeichnet.

Spektraler Transmissionsgrad der Atmosphäre Spektraler Transmissionsgrad der Atmosphäre

CO2, H2O und O3 kennzeichnen die wichtigsten Absorptionsbereiche.

Quelle: Albertz 2001
TREES

Engl. Akronym für Tropical Ecosystem Environment Observation by Satellites; Anfang der neunziger Jahre mit niedrig auflösenden Sensoren (z.B. AVHRR) durchgeführtes europäisches Demonstrationsprojekt zur Machbarkeit von satellitengestütztem Monitoring der tropischen Regenwälder.

TRIANA

Satellitenmission der NASA, die die Bedeutung der Sonnenstrahlung für das irdische Klima untersuchen soll. Zum ersten Mal wird dabei die Erde von einem Punkt beobachtet, der ca. 1 Mio Meilen entfernt liegt und damit Ansichten von der gesamten Erdscheibe ermöglicht. Der Satellit soll mit einem Space Shuttle ins All gebracht und dann mit einem Raketentriebwerk zum vorgesehenen Standort weitertransportiert werden. Von dort wird TRIANA alle 15 Minuten mit einer polychromatischen Kamera Aufnahmen von der sonnenbeschienenen Erde machen. TRIANA ist nach Rodrigo de Triana benannt, dem Besatzungsmitglied auf dem Schiff von Kolumbus, der Amerika zuerst erblickte. Nach Finanzierungsschwierigkeiten benannte die NASA den Satelliten um in Deep Space Climate Observatory (DSCOVR), ein Versuch, Unterstützung für das Projekt zu erhalten. TRIANA erfuhr einerseits politischen Widerstand, andererseits wissenschaftliche Unterstützung und ist auf unbestimmte Zeit eingelagert.

Der Lagrange-1 Orbit

(Entfernungen und Größenverhältnisse nicht maßstabsgerecht)

Der Lagrange-1 Orbit

Der Erde-Sonne Lagrange-1-Punkt ist ein Ort, an dem die Sonne die gleiche Anziehung auf ein Raumfahrzeug ausübt wie die Erde. Da die Größe der Anziehungskraft die Umlaufzeit bestimmt, wird der bei L1 positionierte Satellit TRIANA wie die Erde ein Jahr benötigen. L1 liegt auf einem Prozent der Wegstrecke Erde-Sonne, ca 1 Mio km von der Erde entfernt.

Quelle: http://triana.gsfc.nasa.gov/instruments/lagrange.htm
TRMM Microwave Imager

Passiver, mehrkanaliger Mikrowellen-Radiometer der Tropical Rainfall Measuring Mission, der so ausgelegt ist, dass er in einem breiten Streifen unterhalb des Satelliten quantitative Informationen über den Niederschlag und die beim Niederschlag freigesetzte Wärme in den Tropen und den Subtropen liefert.

Weitere Informationen: Tropical Rainfall Measuring Mission (NASA, GSFC)

TROCCINOX

Engl. Akronym für Tropical Convection, Cirrus, and Nitrogen Oxides Experiment; von der EU gefördertes und 14 teilnehmende europäische Institutionen umfassendes Forschungsprojekt zum besseren Verständnis der chemischen und physikalischen Prozesse im Bereich der tropischen Tropopause, welches für Vorhersagen zukünftiger Ozon- und Klimaänderungen unabdingbar ist.
Die wichtigsten wissenschaftlichen Ziele sind

  • den Kenntnisstand über von Blitzen in tropischen Gewittern produziertes NOx zu verbessern und dessen globalen Einfluß abzuschätzen
  • das Verständnis über die Budgets und den Transport anderer Spurengase (darunter Wasserdampf, Ozon und Halogene) und Partikel in der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre im Zusammenhang mit tropischer tiefer Konvektion sowie grosskaligem Aufsteigen der Luft zu verbessern.

Diese wissenschaftlichen Ziele werden im Rahmen einer Feldkampagne in den Tropen verfolgt, während der Messungen auf verschiedenen räumlichen Skalen durchgeführt werden. Zwei mit Messgeräten ausgerüstete Flugzeuge, das russische Höhenflugzeug M-55 Geophysica und eine Falcon werden während Transferflügen nach Südamerika die grossskalige Struktur der oberen Troposphäre und unteren Stratosphäre vermessen. Während der intensiven Messkampagne von Französisch Guayana aus werden die Flugzeugoperationen mit detaillierten boden- und weltraumgestützten Messystemen koordiniert. Numerische Simulationen werden durchgeführt, um das Verständnis und die Quantifizierung der beobachteten Prozesse und deren globalen Auswirkungen zu verbessern.

Weitere Informationen: TROCCINOX - Startseite (DLR)

Tropical Ocean-Global Atmosphere (TOGA)

Ein von folgenden Organisationen gemeinsam getragenes Forschungsprogramm: the United Nations World Meteorological Organization (WMO), the International Council of Scientific Unions (ICSU), the United Nations Educational, Scientific, and Cultural Organization (UNESCO), the  Intergovernmental Oceanographic Commission (IOC), and the ICSU Scientific Committee on Oceanic Research (SCOR). TOGA hat vier Hauptziele:

  • Sammeln und Katalogisieren von Beobachtungen über Atmosphäre und Ozean in den Tropen
  • Bewertung der Entwicklung des Systems tropischer Ozean/Atmosphäre in Echtzeit
  • Unterstützung für die Entwicklung von kurzzeitigen Klimavorhersagemodellen für die Tropen
  • Erforschung des Einflusses des Systems tropischer Ozean/Atmosphäre auf das Klima in höheren Breiten.

Die Feldexperimentphase des Programms fand von November 1992 bis Februar 1993 statt, wobei ozeanographische Spezialschiffe und Bojen, schiff-, flugzeug- und landgestützte Dopplerradargeräte sowie verschiedenste weitere Sensoren für in situ-Messungen zum Einsatz kamen.

Tropical Rainfall Measuring Mission (TRMM)

Ein im November 1997 gestartetes gemeinsames Satellitenprogramm von NASA und NASDA. Das Ziel von TRMM ist es, klimatologisch signifikante Daten zum tropischen Niederschlag über einen Zeitraum von mindestens drei Jahren hinweg zu erhalten. Da Niederschlag ein äußerst variables Phänomen ist, stellt sich eine adäquate Messung als sehr schwierig dar. TRMM entspricht den gewünschten Anforderungen, indem es den Niederschlag in einem 5x5-Grad-Gitternetz über 30 Tage hinweg mittelt. Die TRMM-Messungen liefern zusammen mit Wolkenmodellen auch genaue Schätzungen von der vertikalen Verteilung latenter Wärme in der Atmosphäre.

Abtastmuster von CERES u.a. Sensoren auf TRMM Abtastmuster von CERES u.a. Sensoren auf TRMM

 

Im Verlaufe des Orbits bestreichen die Sensoren die Bodenspur von einer Seite zur anderen und messen dabei Energieparameter der Atmosphäre.

 

 

 

Quelle: http://asd-www.larc.nasa.gov/ceres/trmm/pictures2.html

Die noch bestehende Unsicherheit über die Menge und die Verteilung von Niederschlag, besonders in den Tropen, verhindert die Ermittlung des Massen- und Energieaustausches zwischen dem tropischen Ozean und der Atmosphäre. Da beide eng gekoppelt sind, haben Wolkenabstrahlung und Regen wahrscheinlich wesentliche Auswirkungen auf die Meereszirkulation und die marine Biomasse.

Summierter globaler Niederschlag
(TRMM-Daten vom 10.-17. Oktober 2003) Summierter globaler Niederschlag

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Quelle: http://trmm.gsfc.nasa.gov/

Zu den Sensoren der TRMM gehören:

  • ein Niederschlagsradar
  • der TRMM Microwave Imager
  • ein Radiometer für den sichtbaren und den infraroten Spektralbereich
  • ein abbildender Sensor zur Blitzdarstellung
  • das Instrument CERES zur Messung der von Wolken und Erdoberfläche reflektierten Sonnenstrahlung

Weitere Informationen:


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