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Engl. Akronym für (Three) Global Observing Systems; zusammenfassendes Kürzel für die drei globalen Umweltbeobachtungsprogramme GCOS, GOOS, GTOS der UN-Organisationen UNESCO, ICSU, UNEP und WMO.
Wissenschaftliche Mission der ESA zur Astrometrie; Ziel von GAIA ist die dreidimensionale Kartierung der Sterne unserer Galaxis. Diese Mission wird die wissenschaftlichen und technischen Erfahrungen der Hipparcos-Mission nutzen. Als Starttermin ist Januar 2012 vorgesehen.
Weitere Informationen:
1. Bezeichnung für die Raumsondenmission der NASA
zum Jupiter. Die Raumsonde wurde 1989
vom Space Shuttle Atlantis ausgesetzt,
reiste 6 Jahre durch das Sonnensystem zum Jupiter, umkreiste ihn nahezu 8 Jahre
lang und verglühte am 21. September 2003 in seiner dichten Atmosphäre.
Insgesamt legte sie 4.631.778.000 km zurück.
Galileo bestand aus einem Orbiter und einer von ihm abtrennbaren Eintauchsonde
(Jupiter Orbiter Probe), die 1995, kurz nach Erreichen einer Umlaufbahn
um den Saturn in dessen Atmosphäre eindrang, Messungen vornahm und programmgemäß
verglühte.
Die zehn Instrumente von Galileo lieferten hochaufgelöste Oberflächenbilder
und darüber hinaus eine Vielfalt neuer Erkenntnisse. Man versteht den differenzierten
Aufbau und die unterschiedliche Entwicklung der Eismonde Europa, Ganymed und
Callisto wesentlich besser als nach den Vorbeiflügen von Voyager.
Unter den eisigen Oberflächen der Monde Europa, Ganymed und möglicherweise
auch Callisto wurden salzige Wasserozeane entdeckt, verbunden mit Spekulationen
über mögliche einfache Lebensformen in diesen Meeren. Ferner stellte
man bei dem größten Jupitermond Ganymed ein eigenes Magnetfeld fest.
Galileo bestätigte, dass Io der vulkanisch aktivste Mond im Sonnensystem
ist und sein silikatisch-schwefeliger Vulkanismus so heiß ist, wie es
auf der Erde vor zwei bis drei Milliarden Jahren der Fall gewesen sein könnte.
Galileo beim Anflug auf Jupiter
Quelle: http://www.jpl.nasa.gov/galileo/ |
Weitere Informationen: Galileo, Journey to Jupiter - Startseite (NASA)
2. Im Aufbau befindliches europäisches Satellitennavigations- und Positionsbestimmungssystem
unter geplant rein ziviler Kontrolle, das gemeinsam von ESA
und Europäischer Union finanziert wird. Weitere Staaten, darunter China
und Indien beteiligen sich, bzw. verhandeln über eine Teilnahme.
Die vorgesehene Flotte von 30 Satelliten wird mit hochpräzisen
Rubidium- und Wasserstoffmaser-Atomuhren ausgestattet. Der einzelne Satellit
sendet ein Signal, mit dem er seine genaue Position übermittelt, und die
Zeit, zu der das Signal gesendet wird. Der Empfänger - ob im Ruhezustand
oder in Bewegung - kann nun die Zeit bestimmen, die das Signal benötigt
hat, um ihn zu erreichen und so seine Entfernung zum Satelliten errechnen (Einweg-Laufzeitmessung).
Dazu sind Signale von mindestens vier Satelliten nötig, da es vier Unbekannte
gibt: Position (x, y, z) und die Empfängerzeit (t). Die Position der Satelliten
ist dem Empfänger durch Ephemeriden bekannt.
Das System wird Informationen bezüglich der Position von Nutzern aus bestimmten Sektoren liefern können, z.B. dem Verkehrswesen (Fahrzeugortung, Geschwindigkeitskontrolle, Verkehrsleitsysteme), Sozialdiensten (Hilfe für Behinderte oder Senioren), Justiz- und Zollkontrollwesen (Aufspüren von Verdächtigen, Grenzüberwachung), Rettungswesen oder Freizeitbereich. In der Kombination von mobiler Telekommunikation, Informationsdiensten und Navigation liegen außerordentliche Marktpotenziale.
Galileo wird mit dem bestehenden amerikanischen (NAVSTAR-GPS)
und dem russischen (GLONASS) System kompatibel
sein (Interoperabilität). Künftige Geräte sollen beide Signale kombinieren können und damit eine noch genauere Positionsbestimmung zu ermöglichen.
Das europäische System ist vorwiegend auf
die Bedürfnisse ziviler Nutzer zugeschnitten. Im Gegensatz zum amerikanischen
NAVSTAR-GPS kann mit Galileo zukünftig die Verfügbarkeit eines Signals
garantiert werden, mit dem sich die Position bis auf wenige Meter genau bestimmen
lässt. Beim amerikanischen System funktionierte dies in Kriegszeiten nicht,
da die Militärs dann das Signal entweder stark vergröberten oder ganz
ausschalteten.
Dennoch ist Galileo nicht alleine als Konkurrenzprodukt zum GPS zu verstehen. Vielmehr sollen sich GPS und Galileo zum Globalen Navigationssatellitensystem (GNSS-2) ergänzen. Zukünftige Endgeräte werden in der Lage sein, die Signale beider Satellitensysteme zu verarbeiten und ermöglichen so auch eine Positionsbestimmung unter schwierigen Bedingungen, beispielsweise in engen Hochgebirgstälern oder in den Häuserschluchten der Großstädte.
Die verschiedenen Galileo-Dienste im Überblick:
Ursprünglich sollte Galileo 2008 zum Probebetrieb mit vier Satelliten einsatzbereit sein, gegen Ende 2010 das gesamte System. Inzwischen wird das Jahr 2013 angestrebt. Bereits im Dezember 2005 startete
der erste Testsatellit (Giove A) ins All, der zweite (Giove B) erst im April 2008. Giove A diente als Einfachversion dazu, zunächst einmal die zugeteilten Frequenzen zu belegen. Seine Signale können weltweit empfangen werden. Giove B ist die erste Vollversion, die weitgehend jenen 30 Satelliten entspricht, die das Gesamsystem bilden sollen. Er hat eine Lebensdauer von zwei Jahren, während die regulären Satelliten zwölf Jahre ihren Dienst verrichten sollen. Die ersten vierzehn Satelliten für das Galileo-System wurden von der EU-Kommission am 7. Januar 2010 beim deutschen Raumfahrtkonzern OHB Technology, Bremen, für rund 566 Mio. Euro in Auftrag gegeben.
Als Kosten für den Aufbau von Galileo waren
ca. 3,5 Milliarden Euro veranschlagt, für den Betrieb des Systems rund
220 Mio €/a. Die Einhaltung dieser Summen ist zweifelhaft.
Zwischenstaatliche Unstimmigkeiten und Konflikte zwischen politischer Ebene und Herstellerkonsortium verzögern den Zeitplan und bedingen andere Kalkulationen (2007), z.B. über Restgelder aus dem EU-Agrarhaushalt.
Satelliten der Galileo-Flotte
Quelle: ESA |
Technische Daten
Satellit: Navigations-Nutzlast: Träger: Bodeninfrastruktur: |
Galileo-Konstellation
Quelle: ESA |
Weitere Informationen:
Syn. (Gaußsche) Normalverteilung, nach C.F. Gauß (1777-1855) benannte, aber schon früher definierte Häufigkeitsverteilung bzw. Wahrscheinlichkeitsdichtefunktion, welche die Form einer symmetrischen Glockenkurve besitzt und dieser Funktion folgt:
![]() |
µ=Mittelwert |
Für µ=0 und σ=1 geht die Gauß-Kurve in die standardisierte Normalverteilung über, die man in der Statistik-Literatur tabelliert vorfindet. Die Gauß-Kurve findet allgemein und speziell in den Geowissenschaften häufige Anwendung, u.a. bei der Fehlerrechnung.
![]() |
Gauß-Kurve
Gaußsche Normalverteilung bei verschiedenen Werten der Standardabweichung σ. Die gepunktete Linie ist hinsichtlich der Gauß-Kurve σ=1 jeweils die Tangente an den Wendepunkten (kleine ausgefüllte Kreise), sie schneidet die Abszisse jeweils im Abstand 2σ vom Mittelwert µ.
Quelle: Lexikon der Geowissenschaften |
Zwei oder mehr Prozesse, die sich gegenseitig beeinflussen.
s. ground truth
Weitere Informationen:
Griech. Erdteilung; eine Disziplin der Geowissenschaften mit umfangreichen
Anwendungen (angewandte Geodäsie) in der Praxis von Wirtschaft (Ingenieurgeodäsie),
Verwaltung und Gesellschaft (Vermessungs-, Karten-, Liegenschaftswesen, Geographische
Informationssysteme), das bergmännische Vermessungswesen (Markscheidewesen)
und das Seevermessungswesen.
Ein großer Teil der praktischen Aufgaben wird am besten wiedergegeben
durch die Definition von F. R. Helmert (1880): "Die Geodäsie ist die
Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche",
worin auch die kartographische Darstellung und Geoinformationssyteme eingeschlossen
sind. Die physikalischen Aspekte kommen besonders in der Aussage von E. H. Bruns
(1878) zum Ausdruck: "Das Problem der wissenschaftlichen Geodäsie
ist die Ermittlung der Kräftefunktion der Erde", womit das Vektorfeld
der Erdschwerkraft, der Resultierenden aus Anziehungs- und Fliehkraft, gemeint
ist. Eine wichtige Aufgabe der Geodäsie ist die "Bestimmung der Erdfigur",
wobei definiert werden muss, was unter "Erdfigur" verstanden
werden soll. Man kann darunter die topographische Oberfläche in ihrer Gesamtheit
und Detailliertheit des Reliefs verstehen oder das Geoid
als eine ausgewählte Äquipotentialfläche (Niveaufläche)
des Erdschwerefeldes. Weitere Möglichkeiten vorwiegend geometrischer Art
sind Ellipsoide mit unterschiedlichen Eigenschaften oder Sphäroide als
vorwiegend physikalische Modelle.
Das geodätische Meßwesen ist Jahrtausende alt. Es entwickelte sich hauptsächlich aus der Geometrie und schuf selbst viele ihrer Grundlagen; eine andere Wurzel liegt in der mathematischen Geographie. Zu unterscheiden sind bei den metrologischen Aspekten der Geodäsie zwei Grundrichtungen: die mehr physikalische bei der Bestimmung der Parameter des Erdschwerefeldes und die mehr geometrische bei der Ausmessung der Erdoberfläche. Die Methoden zur Bestimmung von Schwerefeldparametern sind Methoden der Gravimetrie, die in ihrer Genauigkeit gesteigert und für globale Anwendung weiterentwickelt wurden. Neue Möglichkeiten erschlossen sich mit der Entwicklung von Absolutgravimetern und Gradiometern sowie von Geräten zum Einsatz in Flugzeugen und auf Schiffen. Äquipotentialflächen der Schwerkraft lassen sich als inverses Problem durch die Lösung von Randwertaufgaben aus geeignet reduzierten gemessenen Schwerewerten ableiten, heutzutage insbesondere auch mit Hilfe der Methoden der Satellitengeodäsie, da die Bahnen der künstlichen Erdsatelliten sowohl Anomalien des Erdschwerefeldes als auch die Lage des Massenmittelpunktes der Erde widerspiegeln und damit dessen Nutzung als Ursprung des globalen geozentrischen Koordinatensystems möglich machen.
Die Erkenntnisse der Geodäsie werden in verschiedener Form abgebildet: als mathematisch-physikalische Modelle, mit Ausdrucksmitteln der Kartographie, zunehmend auch in Dateien und Geographischen Informationssystemen, für die sie zugleich die Raumordnung bereitstellen. Damit bieten sie die Grundlage für räumliche Zuordnungen von Erkenntnissen und Daten zahlreicher Zweige von Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung. Geodätische Erkenntnisse sind Eingangsgrößen in weitere Erkenntnisprozesse einerseits der Geodäsie selbst und andererseits der benachbarten Geowissenschaften, z.B. Geologie: globale Plattentektonik, Intraplattentektonik, lokale Erdkrustenbewegungen, Geophysik: Massen- und Dichteverteilungen in Erdmodellen, Festerdegezeiten und deren räumliche Anomalien (Viskosität), Erdkrustenbewegungen, Erdrotationsschwankungen und Schwereänderungen als Vorboten bzw. Konsequenzen von Erdbeben, Koppelung zwischen Erdkern- und -mantelrotation, Ozeanographie: Struktur von Äquipotentialflächen der Schwerkraft und Relief in Meeresgebieten.
Weitere Informationen:
Raumbezogene Daten der Erdoberfläche, der Lithosphäre und Atmosphäre bis hin zu fachthematischen Sachverhalten aus Wirtschaft, Recht, Verwaltung u.ä. Sie beschreiben Objekte der Realität durch geometrische und inhaltliche Attribute. Geodaten lassen sich z.B. mit Geographischen Informationssystemen erfassen, speichern und weiterverarbeiten. Wichtigstes Kriterium von Geodaten ist der Raumbezug, der i.d.R. auf zwei- oder dreidimensionalen Koordinaten beruht. Grundlage für Geodaten ist in Deutschland u.a. das Amtliche Topographisch-Kartographische Informationsssystem (ATKIS).
Weitere Informationen: Geoinformation - Neue Medien für die Einführung eines neuen Querschnittsfaches (BMBF)
Im Januar 2006 gegründete Firma als Ergebnis der Übernahme von Space Imaging durch ORBIMAGE mit Sitz in Dulles, Virginia. Damit ist GeoEye die weltgrößte Firma im Bereich der Satellitenfernerkundung. Zur Zeit besitzt und betreibt GeoEye drei Erdbeobachtungssatelliten: OrbView-2, IKONOS und OrbView-3. 2007 wird mit GeoEye-1 ein weiterer hochauflösender Satellit hinzukommen. Der größte Einzelkunde von GeoEye ist die National Geospatial-Intelligence Agency (NGA).
Weitere Informationen: GeoEye - Startseite
Ursprünglich als Orbview-5 bezeichneter, kommerzieller Erdbeobachtungssatellit der Firma GeoEye mit Start am 6. September 2008. Die räumliche
Auflösung seiner Sensoren beträgt 0,41 m im panchromatischen und 1,65 m im multispektralen Bereich. Da die panchromatischen und die multispektralen Daten gleichzeitig aufgenommen werden, ist die Betreiberfirma durch die Kombination beider Datensätze in der Lage, Farbbilder mit 0,41 m Auflösung anzubieten ('pan-sharpened'). Auch stereoskopische Bilder sind möglich.
GeoEye-1 befindet sich auf einer 681 km hohen sonnensynchronen Umlaufbahn mit einer Inklination von 98°. Die Schwadbreite beträgt dabei 15,2 km wobei die Kameras bis zu 60° außerhalb der Senkrechten Bilder aufnehmen können. GeoEye-1 wird täglich eine Fläche doppelt so groß wie Deutschland erfassen und die Daten zur Verarbeitung an die Bodenstationen schicken. Dazu verfügt der 1.955 kg schwere Satellit über eine interne Speicherkapazität von 1 Terabit und einen Übertragungskanal mit 150 oder 740 MBit/s im X-Band. Kunden sind unter anderem das US-Landwirtschaftsministerium, Google und die National Geospatial-Intelligence Agency. Als Lebensdauer des Satelliten sind mehr als sieben Jahre geplant, wobei der Treibstoffvorrat für 15 Jahre ausgelegt ist.
Weitere Informationen: GeoEye-1 - Startseite
Syn. Geoinformationssystem, gelegentlich auch Rauminformationssystem (RIS), raumbezogenes Informationssystem (RBIS); im engeren Sinne eine Software, die Geodaten erfasst, verwaltet und ausgibt. Sie verfügt darüber hinaus umfangreiche Funktionen zur Datenanalyse. Im weiteren Sinne wird ein Geoinformationssystem als ein System aus Software, Hardware, Daten und den Anwendungen verstanden, wobei letztere immer die Abbildung von Realität in einem Modell bedeuten. Danach besteht ein GIS in der praktischen Anwendung aus den Bestandteilen Dateneingabe, Datenverwaltung, Datenanalyse, Datenausgabe und Datenbestand.
GIS unterscheiden sich von anderen Zeichenprogrammen oder einfachen Download-Bildern
dadurch, dass sie geographische Bezüge (Geometriedaten) der dazustellenden
Objekte oder Erscheinungen (Sach- oder Attributdaten) verwenden.
EDV kann ortsgebundene Informationen nicht direkt in ihrem räumlichen Zusammenhang
speichern, wie es z.B. eine konventionelle Karte erlaubt. Daher werden Konzepte
(Modelle) zur Speicherung des Raumbezuges in ein GIS eingeführt. Die
wichtigsten sind die Vektorform und die Rasterdarstellung.
GIS ist in einem engen Zusammenhang zu sehen mit den Methoden der Fernerkundung. FE mit ihren Luft- und Satellitenbildern ist eine unverzichtbare Informationslieferantin für viele GIS-Aufgabenstellungen.
Äquipotentialfläche des Schwerefeldes der Erde, welche den mittleren
Meeresspiegel bestmöglich approximiert.
Betrachtet man das Meerwasser als frei bewegliche Masse, welche nur der aus
Gravitation und Zentrifugalkraft zusammengesetzten Schwerkraft unterworfen ist,
so bildet sich die Oberfläche der Ozeane nach Erreichen des Gleichgewichtszustandes
als Niveaufläche des Schwerepotentials aus. Diesen idealisierten Meeresspiegel
kann man sich (etwa durch ein System kommunizierender Röhren) unter den
Kontinenten fortgesetzt denken, so daß eine geschlossene Fläche entsteht,
die das Geoid veranschaulicht. Mit dem auf einen Raumpunkt mit dem Ortsvektor
x bezogenen Schwerepotential W(x) lautet die Gleichung des Geoids: W(x)=Wo=
const.
Das Geoid als eine teilweise im Innern der Erdmasse verlaufende Fläche
ist stetig und stetig differenzierbar, besitzt jedoch Unstetigkeiten in der
Flächenkrümmung an allen Unstetigkeitsstellen der Massendichte und
ist somit keine analytische Fläche. Aufgrund der unregelmäßigen
Verteilung der Massendichte im Erdkörper kann das Geoid nicht durch eine
algebraische Flächengleichung beschrieben werden, sondern muß mit
terrestrischen oder satellitengestützen
Methoden der Geodäsie bestimmt werden.
Das Geoid ist Bezugsfläche für die orthometrischen Höhen.
Form der Erde
Geoid im Vergleich zu Kugel und Erdellipsoid |
Potsdamer Kartoffel
Variationen des Erdschwerefelds ausgedrückt durch Geoidundulationen |
Bild anklicken zu größerer Darstellung! Quelle: BMI |
Bild anklicken zu größerer Darstellung! Quelle: GFZ Potsdam |
Weitere Informationen:
Geoinformationen beschreiben Objekte und Erscheinungsformen der realen Welt mit ihrem Raumbezug. Sie helfen dem Menschen, seine Umwelt, in der er lebt und arbeitet, zu organisieren, zu verwalten und zu erhalten. Für Wirtschaft Wissenschaft und Verwaltung stellen Geoinformationen eine unverzichtbare Informationsquelle dar, um Planungen und Entscheidungen zu beschleunigen.
Weitere Informationen: Deutscher Dachverband für Geoinformation - Startseite
Geometrische
Rektifizierung eines digitalen Bildes in bezug
auf ein Koordinatensystem, das meist dem Landeskoordinatensystem entspricht,
bzw. in bezug auf eine vorgegebene Kartenprojektion. Die mittels Fernerkundungssensoren
aufgenommenen Bildelemente müssen so umgeordnet
werden, dass die Bildelemente der rektifizierten Bilder im Landeskoordinatensystem
angeordnet sind.
Die Geokodierung ist ein grundlegender Aufbereitungsschritt bei Satellitendaten
zur Beseitigung von aufnahmebedingten Verzerrungen. Das Material wird dabei
in eine einheitliche Projektion transformiert, so dass es sich mosaikartig zu
flächendeckenden Karten zusammensetzen lässt. Erst nach der Geokodierung
können die Datensätze verschiedener Typen von Sensoren
untereinander korreliert werden.
Die Methoden der geometrischen Rektifizierung hängen davon ab, ob photographische oder digitale Bilder, von Flugzeug- oder Satellitenplattformen aufgenommen, vorliegen und welche mathematischen Ansätze zur Anwendung kommen. Die Rektifizierung der durch Digitalisierung von Photographien gewonnenen digitalen Bilder erfolgt durch Definition einer Bildmatrix im Landeskoordinatensystem und durch Transformation der Mittelpunkte der Bildelemente im Landeskoordinatensystem in das Bildkoordinatensystem. Die Zuordnung von Grauwerten zu den i.d.R. zwischen den Bildelementmittelpunkten des digitalisierten Bildes liegenden transformierten Mittelpunkten erfolgt über Algorithmen nach dem "Prinizp der nächsten Nachbarschaft" (Nearest-Neighbour-Verfahren), durch bilineare Interpolation oder Interpolation höherer Ordnung. Die Methodenwahl der Rektifizierung von originären Scannerbildern hängt davon ab, ob die Datengewinnung vom Flugzeug oder vom Satelliten aus erfolgt.
Nach der Korrektur der Panoramaverzerrung und Elimination des Einflusses der Zeilenschiefe ist für jede Bildzeile des optomechanischen Scanners exakte Zentralprojektion hergestellt. Diese Bedingung ist bei zeilenweiser Datengewinnung mit optoelektronischen Scannern erfüllt. Die nichtparametrische Rektifizierung stellt die Beziehung zwischen dem Scannerbild und dem rektifizierten Bild im Landeskoordinatensystem durch einen zweidimensionalen Interpolationsansatz her, dessen Koeffizienten aus Passpunkten ermittelt werden. In einer ersten Stufe wird durch ebene Ähnlichkeitstransformation oder Affintransformation ein näherungsweiser Zusammenhang zwischen Bildkoordinaten und (zweidimensionalen) Landeskoordinaten hergestellt. In einer zweiten Stufe werden die an den Paßpunkten auftretenden Residuen durch Polynominterpolation (Polynomentzerrung) für jede Koordinatenrichtung oder durch Interpolation nach kleinsten Quadraten weitgehend minimiert. Die nichtparametrische Rektifizierung wird v.a. für die Geocodierung von Scannerbildern, die von Satellitenplattformen aus aufgenommen werden, benutzt.
Die geometrische Rektifizierung von Radaraufnahmen wird im Falle geringer Höhenunterschiede nach Umwandlung von Schrägentfernungen in Grundrißentfernungen mittels nichtparametrischer Rektifizierung durchgeführt. Geringe Höhenunterschiede verursachen jedoch im Radarbild bereits große Bildversetzungen, so dass auch in diesem Fall die Nutzung eines digitalen Geländemodelles unerläßlich ist. Im allgemeinen erfolgt die Geocodierung von Radarbildern nach der Methode der parametrischen Rektifizierung, die in etwas abgewandelter Form dem Ansatz bei der geometrischen Rektifizierung von Scannerbildern entspricht.
Daten über Lage und Form der in einem GIS
abgebildeten Objekte, z.B. die Lage einer
Siedlungsfläche oder der Verlauf einer Küstenlinie.
Nahezu jedes Objekt auf der Erdoberfläche kann auf einfache geometrische
Formen (Punkt, Linie, Fläche) reduziert werden. Das ist notwendig, um Informationen
in gängigen Datenbanken speichern zu können. Jede dieser geometrischen
Formen kann lokalisiert werden, d.h. mit den entsprechenden x/y-Koordinaten
versehen werden.
Geometriedaten können als mathematische Vektoren oder als Rasterbilder
dargestellt werden. In GIS
werden häufig Vektorgrafiken verwendet,
da diese dem natürlichen Erscheinungsbild z.B. eines Flusses entsprechen.
Rasterbilder werden vor allem im Zusammenhang
mit wissenschaftlichen Untersuchungen (Modellbildungen) und der Verwendung von
Satellitenbildern genutzt.
Grundlage für die Interpretation geographischer Objekte ist die mathematische
Topologie. Diese beschreibt die räumlichen Beziehungen zwischen geometrischen
Objekten mit Begriffen wie "innerhalb", "außerhalb",
"Kante von-bis", "kreuzend/nicht kreuzend" usw. Die Festlegung,
ob die Straße eine Linie oder Fläche ist, obliegt zuallererst dem
Benutzer bzw. ist beim Kauf der Daten vorgegeben. Alle weiteren Eigenschaften
dieser Objekte werden über Attribut- oder Sachdaten vergeben, also jene
Daten, mit denen die gespeicherten geometrischen Daten beschrieben werden, z.B.
die Höhe der Bergspitze, der Verschmutzungsgrad eines Flusses, das Alter
eines Kunden, die Fläche eines Bundeslandes die Tiefe des Sees usw. Sie
machen aus neutralen geometrischen Formen ein Sinn-volles geographisches Objekt.
Engl. spatial resolution, syn. räumliche Auflösung; die geometrische Auflösung kennzeichnet allgemein die Fähigkeit eines Sensorsystems, Signale von benachbarten Objektstrukturen getrennt zu erfassen. Es werden verschiedene Maße für die Auflösung benutzt, insbesondere die in der Optik und Photographie gebräuchlichen Linien je Millimeter (L/mm). Bei photographischen Aufnahmesystemen wird die geometrische Auflösung durch die Körnung des Films, die Brennweite und die Flughöhe beim Bildflug bestimmt.
Die Ergebnisse der Aufnahme mit Scannersystemen oder Radar-Systemen liegen
in der Regel in Form digitaler Bilddaten vor. Dasselbe gilt entsprechend für
digitalisierte photographische Bilder. Digitale (bzw. digitalisierte Bilder)
liegen in Rasterformat vor. Dieses Raster
besteht aus quadratischen Bildelementen
(picture elements = Pixel). Die geometrische
Auflösung gibt hier die Größe (Kantenlänge) eines einzelnen
Bildelements (Pixels) an. Dabei kann entweder auf die Bildgröße oder
auf die Objektgröße Bezug genommen werden (sofern auf Objektgrößen
Bezug genommen wird, werden die Angaben in m auch als Bodenauflösung bezeichnet).
Bei digitalen Scannerdaten ergibt sich die geometrische Auflösung aus der
Abtastoptik des Sensors, der Brennweite und der Flughöhe.
| Geometrische Auflösung bei digitalen Rasterdaten
|
Die Erkennbarkeit topographischer Details wird mit der Verkleinerung der Bildelemente
und somit auch die geometrische Auflösung drastisch verbessert. Jene Bildteile,
die mit einer Belichtung im Idealbelichtungsbereich entstehen, haben die beste
geometrische Auflösung.
Die erreichten Bodenauflösungen liegen bei flugzeuggetragenen Systemen
zwischen 10 und 20 cm (Luftbilder und Flugzeugscanner)
und mehreren Metern (abbildende Spektrometer).
Hochauflösende kommerzielle Erdbeobachtungssatelliten
erreichen heute geometrische Auflösungen im Submeterbereich, während
Systeme für andere Anwendungen (z.B. Wettersatelliten)
im Kilometerbereich liegen.
Anpassung der Geometrie von Fernerkundungsmessungen an die Geometrie der Erdoberfläche.
Beseitigung von Verzerrungen, die auf Grund von Geländehöhenunterschieden und Bildneigungen auf zentralperspektivisch aufgenommenen Luftbildern auftreten. Dies erfolgt durch Bestimmung der Elemente der äußeren Orientierung durch räumlichen Rückwärtsschnitt aus Passpunkten oder durch Bildtriangulation und anschließender Transformation der Rastereckpunkte eines digitalen Geländemodelles im Landeskoordinatensystem in das Meßbild mittels der Kollinearitätsbeziehungen. Das deformierte Raster im Bild kann nun durch digital gesteuerte Differentialumbildung in ein quadratisches Raster und damit in ein Orthophoto umgewandelt werden. Die Rektifizierung von Satellitenbildern bedarf eines etwas komplexeren Prozesses der Umwandlung von Landeskoordinaten, die in großräumigen Gebieten komplizierte mathematische Eigenschaften aufweisen, in ein für die Orthophotoherstellung taugliches Referenzsystem. Nach Transformation der Landeskoordinaten (Gauß-Krüger-Koordinaten) eines Quadratrasters in geographische Koordinaten auf Basis des jeweils genutzten Ellipsoids und unter Integration der entsprechenden Ellipsoidhöhen in ein dreidimensionales geozentrisches Koordinatensystem erfolgt schlußendlich die Umwandlung in ein dreidimensionales System kartesischer Koordinaten, dessen x,y-Ebene das Ellipsoid im Mittelpunkt des überdeckten Gebietes berührt. Die folgenden Schritte entsprechen dem Vorgehen im Falle der Rektifizierung von Luftbildern. Das Satelliten-Orthophoto wird durch Umbildung des verzerrten Rasters in dem photographischen Satellitenbild in ein im Landeskoordinatensystem referenziertes quadratisches Raster entstehen.
Einsitziges Höhenforschungsflugzeug M-55 "Geophysica" des Myasishev Design Bureau, ursprünglich als militärischer Höhenaufklärer konzipiert. Das mittlerweile ausschließlich zivil genutzte zweistrahlige Flugzeug (Länge 22,86 m / Spannweite 37,46 m, Doppelleitwerk) kann eine Instrumentenlast von rund einer Tonne transportieren und operiert dank seiner überdimensionierten Tragflügel mit großer Streckung in einer Höhe von bis zu 21 Kilometer, mithin doppelt so hoch wie kommerzielle Linienflugzeuge. Die "Geophysica" besitzt somit die Fähigkeit, in die Ozonschicht hineinzufliegen und dort direkt die Zusammensetzung der Atmosphäre zu messen. Mit Hilfe der neuen Interessengemeinschaft "Geophysica EEIG" haben europäische Forschungseinrichtungen nunmehr die Möglichkeit, das Flugzeug für eine ganze Serie von Forschungsprojekten zu nutzen. So werden die Einflüsse von Klimaänderungen und Verschmutzungen auf die Ozonschicht untersucht. Die Messkampagnen werden mit Hilfe von Forschungsprojekten der Europäischen Union, der Europäischen Weltraumbehörde ESA sowie des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) finanziert.
In den Jahren 2002-05 wurde die "Geophysica" für folgende Projekte eingesetzt:
Die deutschen Institute haben für diese Messkampagnen spezielle Messinstrumente entwickelt, mit denen Stickoxide, Wasserdampf, Ozon, Chlor und Bromgas sowie eine Vielzahl von Treibhausgasen und Partikeln gemessen werden können. Ein Teil dieser Instrumente, beispielsweise das Experiment MIPAS (Michelson Interferometer für passive atmosphärische Sondierung) des Forschungszentrums Karlsruhe, war bereits bei früheren Kampagnen (in den Tropen und in der Antarktis) auf der "Geophysica" im Einsatz. Für die bevorstehenden Messprogramme wurden im Rahmen eines HGF-Vernetzungsfonds-Projektes zwei neue Instrumente erst kürzlich neu integriert. Der künftige deutsche Anteil an der internationalen Nutzlast der "Geophysica" beläuft sich damit auf insgesamt sechs Messsysteme.
Das russische Höhenforschungsflugzeug Geophysica
Unter dem "Buckel" ist das Messinstrument MIPAS zur Messung von Spurengasen eingebaut Quelle: http://www.ccrs.nrcan.gc.ca/ccrs/learn/terms/glossary/glossary_e.html |
Weitere Informationen:
Syn. Geoinformationen; Informationen, die die Zustände und Relationen des Georaumes betreffen. Als Georaum ist hier der die gesamte Erde umhüllende, die Erdoberfläche und die oberflächennahen Bereiche einschließende Raum zu verstehen.
Einordnen von Karteninhalten in ein georäumliches Koordinatensystem durch Zuordnung
von Koordinatenwerten. Speziell wird dies erforderlich, wenn digitalen Karten
ein Bezug zu einem georäumlichen Koordinatensystem fehlt (z.B. geographisches
Koordinaten-System, UTM-System). Technisch werden bestimmten Bildpunkten in
Karten im Rasterformat Koordinatenwerten zugeordnet. Bei Karten im Vektorformat,
die z.B. in sog. Tischkoordinaten digitalisiert wurden, werden dem Nullpunkt
des zugrunde liegenden Systems georäumliche Koordinatenwerte zugeordnet.
Die
Zuordnung von Koordinaten geodätischer Koordinatensysteme zu Luftbildern
oder Satellitenbildern wird häufiger
als Geokodierung bezeichnet. Allgemein
ist jede Einbindung von in Karten abgebildeten Punkten und Relationen in ein
georäumliches Koordinatensystem ein Vorgang der Georeferenzierung.
Engl. Akronym für Geodynamics Experimental Ocean Satellite; von 1975-1978 operierender geophysikalischer Forschungssatellit der NASA mit dem ersten Instrument (13.9 GHz Radaraltimeter), das brauchbare Messungen der Höhe des Meeresspiegels und ihrer zeitabhängigen Variabilität lieferte.
Geodätischer Satellit der US Navy zur Messung der Höhe des Meerespiegels mit einer Genauigkeit von unter 5 cm. Die zivile Nutzung von Geosat mit seinem Radaraltimeter dauerte von November 1986 bis Januar 1990.
Engl. geostationary (earth orbit, GEO); Eigenschaft einer Umlaufbahn, bei der ein Satellit
immer die selbe Position in Bezug zur sich drehenden Erde behält, und von der
aus stets das gleiche Gebiet der Erdoberfläche zu sehen ist. Diese Bahn wird auch Clarke-Orbit genannt.
Die Richtung des
Umlaufkurses und die Dauer einer Erdumrundung sind mit der Richtung der Erddrehung
und ihrer Dauer identisch. Die Physik lässt dies mit geringem energetischem
Aufwand nur am Äquator zu, wo Zentrifugalkraft (abhängig von der Drehgeschwindigkeit)
und Erdanziehungskraft (abhängig vom Gewicht) im Gleichgewicht stehen. Die Bahnebene
liegt dabei in der Äquatorialebene (Äquatorialbahn, Inklination
0°).
Sehr genau arbeitende Antriebssysteme begrenzen das unvermeidliche Abdriften
auf maximal ±1 Grad in Länge und Breite. Das entspricht einem Quadrat
von ca. 150 km x 150 km.
Ein Satellit auf einer geostationären Umlaufbahn legt dort eine Kreisbahn in einer Höhe von 35.768 Kilometern mit einer Geschwindigkeit von ca. 3 km/sec zurück. Die Winkelgeschwindigkeit des Satellitenumlaufs ist mit derjenigen der Erdrotation synchron, daher auch die Bezeichnung erdsynchrone oder geosynchrone Satelliten.
Geostationäre Umlaufbahn
Quelle: www.ccrs.nrcan.gc.ca |
Ein Umlauf dauert 24 Stunden, also genau die Zeit, die die Erde für eine Umdrehung benötigt. Von der Erde aus gesehen scheint der Satellit stillzustehen (stationär), obwohl er sich in Richtung der Erdrotation bewegt. Nur auf diese Weise ist eine kontinuierliche Beobachtung derselben Gebiete (ca. 1/3 der Erdoberfläche) und ein ununterbrochener Kontakt mit den Bodenstationen möglich. Bilder von der gleichen Bodenfläche können so in kurzen Zeitintervallen aufgenommen werden, was sinnvoll für die Wetterbeobachtung ist. Nachteilig ist der große Abstand zur Erdoberfläche, der die technisch machbare Raumauflösung erheblich einschränkt.
Satellitenantennen in Bodenstationen, die auf einen Satelliten auf dieser Umlaufbahn gerichtet sind, brauchen daher diesem Satelliten nicht zu folgen und können starr montiert werden (Kostenersparnis). Mit drei Satelliten auf einer GEO ist daher eine Versorgung nahezu der gesamten Erdoberfläche möglich. Eine Ausnahme bilden die Pole, da zur Funkversorgung eine Elevation von ca. 10 Grad notwendig ist.
Die Positionen der Satelliten werden durch die internationale Organisationen wie der ITU zusammen mit nationalen Organisationen verwaltet. Eine Position wird durch eine Angabe in Grad definiert. Dabei gilt, dass die gesamte Bahn einen Umfang von 360 Grad hat. Durch die wachsende Zahl von Satelliten zusammen mit verbesserter Technik ist es notwendig und möglich geworden, den von einem Satelliten benötigten Platz auf der GEO immer weiter zu verringern. Für moderne Satelliten werden nur noch 2 Grad benötigt. Die Inklination liegt (weil Kreisbahn) bei 0 Grad. Für die mobile Kommunikation mit Handys ist diese Bahn ungeeignet, da sie zu hoch ist und die Sendeleistung der Handys nicht ausreicht, um die Distanz zu überbrücken. Ferner sorgt die lange Signallaufzeit (250 ms für eine Strecke) für eine niedrige Dienstqualität. Alternativen zu GEOs sind MEOs oder LEOs. Zu den Vorteilen der GEO gehört die einfache Konfiguration, da mit nur wenigen Satelliten fast die gesamte Erde erreicht werden kann. Das technische System des Netzes dahinter (Bodensegment) kann, falls es für Satellitenmobilfunk genutzt werden soll, ebenfalls einfach ausfallen, da es wegen der sehr großen Footprints nur sehr selten zu Übergängen von Nutzern zwischen ihnen kommt (Handover). Die Positionierung von Kommunikationssatelliten auf einer GEO erfolgt häufig über eine andere Umlaufbahn um die Erde.
In Ergänzung zu ihren polumlaufenden Varianten befinden sich insbesondere Wettersatelliten auf geostationären Orbits. Gleichmäßig und in ausreichender Zahl um die Erde verteilt liefern sie einen globalen Überblick. Beispiele dafür sind GOES, METEOSAT, GMS. Auch die meisten kommerziellen Telekommunikationssatelliten nutzen GEOs. Aktuell umkreisen über 300 Satelliten die Erde auf der GEO.
Erderkundungssatelliten, die einen Großteil der Erdoberfläche abdecken sollen, müssen nicht-geostationäre Orbits benutzen.
Weitere Informationen: Theory for GOES Orbit (Lyndon State College)
Bezeichnung für eine frühere Serie japanischer geostationärer Wettersatelliten. Der erste GMS wurde 1977 vom Kennedy Space Center gestartet, der letzte 1995 vom Tanegashima Space Center aus. Die GMS-Serie wurde durch die MTSAT-Serie ersetzt.
Weitere Informationen: GMS (Jaxa)
Bezeichnung für die von der NASA entwickelte
und von der NOAA betriebene Serie von geostationären
Satelliten. GOES gehört zum gleichen weltumspannenden System wie Meteosat.
GOE-Satelliten
GOES beobachten die USA und benachbarte Ozeane aus einer Höhe von 35.790 km
über dem Äquator.
Die beiden Hauptinstrumente der aktuellen Satelliten sind eine Kamera und ein Radiometer, die hochauflösende Bilder sowohl im sichtbaren, als auch im infraroten Bereich des elektromagnetischen Spektrums liefern. Zudem können Temperatur- und Feuchtigkeitsverteilungen in der Atmosphäre gemessen werden.
Die Auflösung im sichtbaren Bereich beträgt 1 km, im infraroten Bereich 4 km.
Im März 2010 befanden sich GOES-11 (GOES-West, bei 135° W über dem Pazifik) und GOES-12 (GOES-East, bei 75° W über dem Amazonas) im operativen Betrieb. Der am 24. Mai 2006
gestartete GOES-N (GOES-13) dient als Reserve, ebenso der am 27. Juni 2009 gestartete baugleiche GOES-O (GOES-14).
| Meeresoberflächentemperaturen im Golfstrom am 6.9.2003 ermittelt mit NOAAs GOES
Echtzeitnahe Daten zu den Meeresoberflächentemperaturen sind per ftp abrufbar von NASAs Physical Oceanography Distributed Active Archive Center (s.u.). Die Daten besitzen eine Auflösung von 6 km. Quelle: http://podaac.jpl.nasa.gov/noaa_goes/images/gulf1.gif | GOES-N (Satellit der neuen Generation) im Reinraum
Quelle: http://www.boeing.com/news/.../q1/pr_050309m.html |
Weitere Informationen:
Bezeichnung für eine Satellitenumlaufbahn, deren Winkelgeschwindigkeit mit derjenigen der Erde synchron ist.
Die geowissenschaftliche Fernerkundung ist eine junge Fachdisziplin der Geowissenschaften, die seit dem Start des ersten Erdbeobachtungssatelliten im Jahr 1972 zunehmend Bedeutung innerhalb der Geowissenschaften gewinnt. Sie beschäftigt sich mit der Gewinnung von Daten der Erdoberfläche mit Hilfe von abbildenden Beobachtungssystemen. Diese überwinden das Problem der Punktmessungen und erzeugen flächendeckende (synoptische) Datenfelder der elektromagnetischen Eigenschaften der Oberfläche, aus denen dann auf den Zustand bzw. die Eigenschaften der erfassten Oberflächen geschlossen werden kann.
Im geowissenschaftlichen Sinn ermöglicht die FE in verschiedensten Bereichen die Entwicklung neuer Modellvorstellungen. Dies gilt beispielhaft für hochpräzise flächendeckende Vermessung mit Hilfe der Interferometrie, die die Dynamik von Oberflächenveränderungen z.B. in aktiven Störungszonen, vor Erdbeben erst beobachtbar machen. Weitere Bereiche sind die Erfassung und Beobachtung von Verteilungsmustern von Gesteinsoberflächen, Böden und Vegetation und deren Veränderung im Hinblick auf Katastrophenmanagement, Bodendegradation, Erosion und Desertifikation.
Weitere Informationen: Die Anwendung von Satellitenbilddaten zur tektonischen Analyse der Schwarzwaldes und des angrenzenden Oberrheingrabens (Franzke, H.J. u.a.)
Engl. Akronym für Geostationary Earth Radiation Budget; Instrument an Bord von MSG-1 zur Bestimmung der Strahlungsbilanz der Erde. GERB ist ein abtastendes Radiometer mit zwei Breitband-Kanälen, von denen einer die gesamte von der Erde ausgehende Strahlung und der andere lediglich einen kurzen Wellenbereich erfasst. Durch die Differenz der auf den beiden Kanälen ermittelten Werte kann die von der Erde in den Weltraum reflektierte Strahlung geschätzt und damit die das Klimasystem der Erde beeinflussende Energie gemessen werden. Das in Synergie mit dem Hauptabbildungsgerät auf MSG-1, SEVIRI, verwendete GERB gibt Wissenschaftlern die Möglichkeit, die Rolle von Wolken und Wasserdampf in der Strahlungsbilanz festzustellen, was unmittelbare Auswirkungen auf Klimamodelle haben wird.
Weitere Informationen: Scientific Justification for GERB (Rutherford Appleton Laboratory)
Aufzeichnende Erkundung von Objekten aus der Ferne, ohne mit ihnen direkten Kontakt zu haben, besitzt eine lange Tradition und ist mit unterschiedlichen Motiven verbunden. Das interessierende Objekt (Erdoberfläche, Atmosphäre, Weltraum) ist dabei möglicherweise nicht erreichbar oder der Beobachter will unbemerkt bleiben und hält Distanz. Die Qualität von Fernerkundungsergebnissen war und ist stark abhängig vom jeweiligen Stand der Technik. Bezieht man ihre Vorformen mit ein, so reichen die Technologien der Fernerkundung von der Schaffung erhabener Beobachtungspunkte und dem Gebrauch einfacher Ferngläser bis zu hochkomplexen Satellitensystemen.
DieTechnologie der modernen Fernerkundung begann vor über 180 Jahren mit der Erfindung der Photographie (Joseph Nicéphore Nièpce). Auch wenn die ersten, noch recht einfachen Photos vom Boden aus aufgenommen wurden, machte man bereits in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts Aufnahmen zu Kartierungszwecken von Fesselballons aus. Revolutionär war die berühmte bayerische Taubenflotte gegen Ende des Jahrhunderts. Im ersten Weltkrieg leisteten auf Flugzeugen montierte Kameras unschätzbare Dienste für die militärische Aufklärung.
Satellitenbasierte Fernerkundung kann auf die Frühzeit des Weltraumzeitalters mit russischen und amerikanischen Programmen zurückgeführt werden. Beispielsweise wurden 1946 ehemals deutsche V2-Raketen von White Sands (New Mexico) in große Höhe abgefeuert. Diese Raketen trugen automatische Still- oder Fimkameras, die während des Aufstiegs Aufnahmen machten. Sie erreichten aber nie eine Umlaufbahn.
Anfang der 60er Jahre des vorigen Jh. begann nach einigen Dekaden der Luftbildnutzung die Ära der satellitenbildgestützten Fernerkundung mit den vor allem die Meteorologen interessierenden täglichen Bildern amerikanischer Wettersatelliten. Zur gleichen Zeit machten Kosmonauten und Astronauten bei ihren Erdumrundungen Aufnahmen aus ihren Raumkapseln. Für nicht an wetterkundlichen Informationen interessierte begann diese Ära - und damit auch bald die allgemeine Verwendung der Begriffe "Remote Sensing" bzw. "Fernerkundung" - 1972 mit dem ersten für zivile Zwecke der Erfassung von Landoberflächen gestarteten ERTS-1 (syn. Landsat-1).
Aber ohne Zweifel spielte schon sehr früh der militärische Einsatz von Fernerkundungsdaten eine wichtige Rolle bei der technologischen Entwicklung. Die Beobachtung und Einschätzung gegnerischer Streitkräfte, die Überwachung eigener, im Ausland stationierter Truppen, die Kontrolle von Abrüstungsvereinbarungen beeinflussten taktisch-strategische, wie auch politische Entscheidungen.
Auf eine Phase euphorischer Überschätzung der Möglichkeiten der damaligen FE folgte zunächst eine Ernüchterung angesichts der tatsächlich noch vorhandenen Nutzungsprobleme. Bald folgte jedoch eine sich steigernde Weiterentwicklung von Auswertungstechniken, vor allem durch die auch weiterhin nicht abgeschlossene Verbesserung und Vielfalt der Sensoren, einschließlich des Radars. Hinzu traten die Verknüpfungsmöglichkeiten verschiedener FE-Daten untereinander und mit anderen Daten in geographischen Informationssystemen sowie die Schaffung abgeleiteter Produkte. Gleichzeitig erfolgte der Übergang von experimenteller zu operationeller und damit wirtschaftlicher Datennutzung. Aktuell sind zwei Trends auszumachen, die einen zunehmend vielseitigen Einsatz erlauben:
| Prähistorie | frühe Hominiden nutzen freistehende Bäume in den Savannen Afrikas oder Hügel, um den Horizont nach Beute oder drohenden Gefahren abzusuchen |
|---|---|
| weitere Geschichte | Einsatz von Wacht- und Aussichtstürmen, Ferngläsern, Teleskopen, für astronomische Beobachtungen auch von Orientierungshilfen |
| 1826/1839 | erste Photographie (Heliographie von Joseph Nicéphore Nièpce ); 1839 verbessertes Verfahren von Louis Daguerre (Daguerrotypie) |
| 1858 | |
| 1860 | Jules Verne schreibt über Lunanauts, die Wolkensysteme beobachten |
| 1860er | Luftbilder aus Drachen, Ballons; ballongestützte Luftaufklärung im amerikanischen Bürgerkrieg |
| 1887 | dt. Förster kartieren Baumarten mithilfe von Luftaufnahmen aus Ballons (frühes Bspl. für photographische Interpretation) |
| spätes 19. Jh. | Ballon-basierte Messung von Druck-, Temperatur- und Feuchteprofilen in der unteren Atmosphäre (Entdeckung der Tropopause) |
| 1903 | Entwicklung einer von Brieftauben getragenen Kleinkamera (Julius Neubronner; Bayerisches Brieftauben-Corps) |
| 1906 | Luftaufnahme von Bord einer luftdruckbetriebenen Rakete aus einer Höhe von knapp 900m; die Kamera wurde in der Höhe ausgestoßen und landete per Fallschirm; Konstrukteur Albert Maul. |
| 1906 | Luftbilder von den Bränden und Erdbebenzerstörungen in San Francisco aus 600 m Höhe; dazu befanden sich schwere Kameras an Bord von Ballondrachen, Konstrukteur: G.R. Lawrence |
| 1909 | erste photographische (Schräg)Bilder aus einem Flugzeug in Centrocelli, Italien (Wilbur Wright) |
| 1914 - 1918 | Systematische Reihenaufnahmen, militärische Luftaufnahmen; spezielle Kameras für Luftaufnahmen |
| 1919 | erstes (thermales) Infrarotbild aus einem Flugzeug (Hoffman) |
| 1920er | experimentelle, anwendungsorientierte Anwendung von Luftbildphotographie und Photogrammetrie (forstlich, geographisch, archäologisch), erste großräumige Luftbilderkundungen (Indonesien, Antarktis, Grönland) |
| 1930er | Entwicklung des Radar (D, UK, USA) |
| 1939 - 1945 | militärische Luftbildauswertung, Luftbildplanwerke, Farbfilmeinsatz, Testeinsatz SIR, CIR-Film (Aufdeckung von Tarnung), Einsatz von Flugzeugen |
| 1946 | erste Aufnahmen von Bord einer früheren V2-Rakete in White Sands (New Mexico) |
| 1950er | Begriff "remote sensing" zuerst in den USA benutzt (Ms. Evelyn Pruitt vom U.S. Office of Naval Research) |
| 1954 | Westinghouse entwickelt das erste luftgetragene Seitensicht-Radar |
| 1954 | Erstflug des Spionageflugzeugs U-2 |
| 1957 | Geräte zur Temperaturmessung an Bord des russischen Sputnik I |
| 1958 | Start des nur 14 kg schweren Explorer-1, mit dem die strahlungsintensiven Zonen Van-Allen-Gürtel entdeckt werden. Gründung der NASA. |
| 1959 | erstes photographisches Satellitenbild (amerikanische Explorer-6-Mission) |
| 1960 | |
| ab 1962 | Fernerkundungsmissionen zu anderen Planeten |
| ab 1965 | photographische Aufnahmen aus den amerikanischen Gemini- und Apollo-Raumkapseln |
| 1966 | 3 operationelle meteorologische Satellitensysteme - ESSA (Environmental Science Service Administration, polarumlaufend, sonnensynchron) - DMSP (Defense Meteorologigal Satellite Program, polarumlaufend, sonnensynchron) - ATS (Application Technology Satellite, geostationär) |
| 1968 | erster Satellit mit passiven Mikrowellensensoren: der russische Kosmos 243 |
| 1972 | erstes digitales Satellitenbild der Erderkundung (Scanner an Bord des amerikanischen ERTS-1, syn. Landsat-1) |
| 1977 | Erster METEOSAT-Satellit im geostationären Orbit |
| 1981 | erster Space Shuttle-Flug |
| ab 1986 | stereophotogrammetrisch auswertbare Bilddaten mit dem französischen Satellitensystem SPOT |
| ab 1990 | Raumstationen zur operationellen Fernerkundung |
| 1991 | |
| 1995 | Start von OrbView-1, dem ersten kommerziellen Satelliten zur Erstellung von Satellitenbildern |
| 1997 | TRMM (Tropical Rainfall Measurement Mission): erstes Regenradar auf einem Satelliten |
| 2002 | Start von ENVISAT - dem grössten europäischen Umweltsatelliten |
| 2002 | erster Satellit der METEOSAT Second Generation (MSG) wird gestartet. |
| 2006 | erster europäischer Wettersatellit auf polarer Umlaufbahn (MetOp) wird gestartet |
Zur Bildergalerie Geschichte der Fernerkundung
Engl. field of view; der quer zur Flugrichtung gemessene Winkel, unter dem die von einem Sensor aufgenommene Fläche von der Flugbahn aus erscheint.
Engl. Akronym für Global Energy and Water Cycle Experiment; Programm innerhalb des WCRP zur Beobachtung und Modellierung des Wasserkreislaufes und der Energieflüsse in der Atmosphäre, auf der Landoberfläche und in den oberen Ozeanschichten. GEWEX nutzt in starkem Maße die Informationen von aktuellen, wie auch künftigen Umweltsatelliten (u.a. Terra, Aqua, TRMM, ADEOS I und II).
Weitere Informationen: GEWEX - Startseite (WCRP)
Differentielle Veränderung des Gravitationsfeldes an einem ausgedehnten Himmelskörper wie der Erde - zu beobachten mittels einer Probemasse - durch eine 'dritte Masse'. So sind die Flieh- und Anziehungskräfte der sich gegenseitig umlaufenden Erde, Sonne, Mond insgesamt im Gleichgewicht, variieren jedoch über die Erde und wegen des Umlaufes auch mit der Zeit (Lunisolargezeiten); dabei treten etwa halbtägige und ganztägige Gezeitenwirkungen hervor. Eine quantitative Beschreibung bedient sich insbesondere des Gezeitenpo-tentials und der spezifischen Gezeitenkräfte in Schwereeinheiten. Der Mond hat zwar eine kleinere Masse als die Sonne, dafür ist sein Abstand zur Erde geringer. Ihre jeweilige mittlere Wirkung auf das Gezeitenpotential auf der Erde wird in den Doodson-Konstanten erfaßt, diese ist für den Mond gut doppelt so groß wie für die Sonne. Die Wirkung der Planeten ist demgegenüber um mehrere Größenordnungen kleiner. Die Gezeitenwirkung kann man direkt aus der Position der Himmelskörper relativ zum Ort auf der Erde zu einem Zeitpunkt berechnen, meist benutzt man jedoch Kugelfunktionsentwicklungen in Gezeitenmodellen. Als Erdgezeiten bezeichnet man die Systemantwort der deformierbaren Erde auf das gezeitenerzeugende Potential, die Meeresgezeiten des freien Ozeans werden sehr stark durch Küsten, Meeresbodengestalt, Strömungen, Winde und Luftdruck beeinflußt. Über die gravitative Kopplung von Mond und Erde bzw. die Drehimpulserhaltung im Erde-Mond-System, verbunden mit der irdischen Gezeitenreibung wird die Rotation der Erde verlangsamt mit der Folge wachsender Tageslänge.
Niedrigfliegender passiver Kleinsatellit des GeoForschungszentrums Potsdam zur Erfassung des Erdschwerefeldes. GFZ-1 wurde 1995 von der russischen MIR-Station in seine 400 km hohe Umlaufbahn gebracht. In diesem niedrigen Orbit reagierte seine Flugbahn sehr empfindlich auf Änderungen der Anziehungskraft. Seine Positionsbestimmung erfolgte mit dem hochempfindlichen SLR. Nach 24.000 Erdumrundungen verglühte er 1999 in der oberen Atmosphäre.
Erste, 1985 mit einer Ariane-Rakete gestartete Raumsonde der ESA für den tieferen Raum. Sie vollzog Vorbeiflüge an den Kometen Halley (1986) und Grigg-Skjellerup (1992) in 596 km bzw. in 200 km Entfernung und machte die ersten Nahaufnahmen eines Kometenkerns (Halley). Andere Experimente maßen das Magnetfeld, die Zusammensetzung und die Konzentration von Gasen und Staub.
Weitere Informationen:
Engl. Akronym für Geoscience Laser Altimeter System; Hauptinstrument auf NASAs ICESat. Seine Aufgabe ist die Vermessung der Landtopographie, somit auch der Eis/Schneeoberflächen, sowie die Ermittlung von Wolkenoberflächen und von Aerosolwolkenhöhen.
| Schematische Darstellung der Messvorgänge mit GLAS
Quelle: http://glas.gsfc.nasa.gov/about.html |
Weitere Informationen:
Die (Langzeit-)Beobachtung von Gletschern, insbesondere ihrer Veränderungen (Dynamik) hinsichtlich der Parameter Länge, Fläche, Volumen und Masse mit Hilfe direkter (Feldmessungen) und indirekter Methoden (Fernerkundung).
Aus zunächst staatlichen oder regionalen Initiativen zum Gletschermonitoring besonders in der Schweiz und Österreich entwickelten sich im 20. Jahrhundert globale Programme. Vor allem die großen Bergsteigerverbände, der Schweizer Alpenclub, sowie der Österreichische und Deutsche Alpenverein haben sich um diese Aufgabe große Verdienste erworben. Staatliche Einrichtungen und geowissenschaftliche Institute komplettieren heute die Beobachtungsnetzwerke.
Bezüglich der Längenmessungen werden beispielsweise von über 900 österreichischen Gletschern vom Österreichischen Alpenverein auch heute noch an rd. 100 Gletschern jährlich die Längenmessungen koordiniert und ausgewertet. Die Methode ist einfach und erfordert keine aufwändigen Instrumente. Von Marken im festen Gelände wird in jedem Sommer die Entfernung zum Eisrand in einer bestimmten Richtung mit dem Maßband festgestellt.
Gletscher sind durch Änderungen ihres Massenhaushaltes im Zeitrahmen von wenigen Jahren bis zu einigen Dekaden gute Indikatoren für Klimaveränderungen. Sie sind daher ein wichtiger Forschungsgegenstand der Klimaforschung. Um jedoch globale Aussagen treffen zu können, ist eine genaue Kenntnis aller Gletscher der Erde sowie ihrer wichtigsten Kenngrößen dringend gefordert. Eine vollständige Inventarisierung der Landeismassen und eine systematische Beobachtung des Gletscherverhaltens hat bislang jedoch nur in einigen Teilen der Welt (Europa, Nordamerika und Grönland) stattgefunden.
Die weltweite Sammlung von Informationen über Gletscheränderungen wurde 1894 mit der Gründung der Commission Internationale des Glaciers beim 6. Internationalen Geologie-Kongress in Zürich begonnen.
Heute setzt der World Glacier Monitoring Service (WGMS) die Sammlung und Veröffentlichung von standartisierten Informationen über die globale Verbreitung von Gletschern und Eiskappen sowie deren Veränderungen fort. Der WGMS ist ein Dienst der International Association of the Cryospheric Sciences innerhalb der International Union of Geodesy and Geophysics (IACS, IUGG) und der Federation of Astronomical and Geophysical Data Analysis Services des International Council for Science (FAGS, ICSU). Er unterhält ein Netz von lokalen Beobachtern und nationalen Korrespondenten in allen Ländern, die sich mit Gletschermonitoring befassen.
In Zusammenarbeit mit dem US National Snow and Ice Data Center (NSIDC) in Boulder und der Global Land Ice Measurements from Space (GLIMS) Initiative ist der WGMS verantwortlich für das Global Terrestrial Network for Glaciers (GTN-G) innerhalb des Global Climate/Terrestrial Observing System (GCOS/GTOS).
Ein erster Versuch ein weltweites Gletscherinventar zusammenzustellen begann in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts vor allem auf der Basis von Luftaufnahmen und Karten. Bis heute erwuchs daraus ein detailliertes Inventar von mehr als 100.000 Gletschern mit einer Gesamtfläche von ca. 240.000 km². Die nicht erfasste Fläche wird auf ca. 445.000 km² geschätzt. Heute wird die Inventurarbeit vornehmlich mit Hilfe von Satellitenbildern fortgesetzt.
Das Hauptinteresse im Gletscher-Monitoring liegt dabei nicht nur auf der räumlichen Ausdehnung eines Gletschers, sondern auch auf dessen Topographie. Ein Schwerpunkt der Gletscher-Fernerkundung ist daher die Erstellung eines digitalen Modells der Gletscheroberfläche. Digitale Geländemodelle können aus diversen Daten abgeleitet werden, wie z.B. terrestrischen oder Luftaufnahmen, digitalen Kameradaten, Laserscannerdaten (terrestrisch oder flugzeuggetragen), Flugzeug- und Satellitenradardaten sowie hochauflösenden optischen Satellitendaten.
Das GLIMS-Programm ist dazu ausgelegt, die Gletscher der Erde vorrangig mit Hilfe der Daten von optischen Satelliteninstrumenten zu beobachten, wie z.B. dem Advanced Spaceborne Thermal Emission and Reflection Radiometer (ASTER, Japan/USA), einem Instrument, das an Bord des NASA-Satelliten Terra eingesetzt ist. Die Datensätze von WGMS und GLIMS werden ergänzt durch Erhebungen des GlobGlacier-Projektes und des Internationalen Polarjahres.
Die synergistische Nutzung der ASTER-Daten in Kombination mit aktuellen und historischen Datensätzen anderer Fernerkundungssensoren (LANDSAT, SPOT; ERS-1/2; RADARSAT, etc.), Luftbildern, topographischen Karten, digitalen Geländemodellen und Geländeinformationen ermöglicht die Ableitung zusätzlicher Parameter sowie die Erstellung mehrjähriger Datenreihen. Die Projektergebnisse werden als Grundlage für ein zukünftiges Gletschermonitoring und statistische Auswertungen dienen und über eine Datenbank beim „National Snow and Ice Data Center“ (NSIDC) in Boulder, Colorado, öffentlich zugänglich gemacht. Die Daten finden Eingang in Geographische Informationssysteme (GIS).
Der ASTER-Sensor misst im sichtbaren Bereich in zwei Bändern (grün und rot), mit einem Band im nahen Infrarot, sechs Bändern im kurzwelligen Infrarot und mit fünf Bändern im thermischen Infrarot. Die wichtigsten Bänder für glaziologische Anwendungen sind die im sichtbaren Bereich, im nahen und im kurzwelligen Infrarot. Sie ermöglichen die automatisierte Kartierung von Eis- und Schneeflächen. Diese Technologie nutzt die große Differenz der Eis- und Schneereflektivität, die zwischen dem sichtbaren Bereich, dem nahen und kurzwelligen Infrarot besteht, und sie erlaubt die schnelle Zusammenstellung einer großen Zahl von Gletscherumrissen und ihre zeitlichen Veränderungen. Zusätzlich zu diesen Bändern, die im Senkrechtaufnahme-Modus arbeiten, hat ASTER auch einen rückwärts blickenden Stereosensor, der zusammen mit den Daten der Senkrechtaufnahmen eine photogrammetrische Darstellung der Gletschertopographie und ihre zeitliche Entwicklung ermöglicht.
Engl. Akronym für Global Imager; optischer Sensor an Bord von ADEOS-II, der die von der Erdoberfläche und von Wolken reflektierte Sonnenstrahlung beobachtet. Seine Fähigkeit, auch Infrarotstrahlung zu erfassen, erweitert die Arbeitsbereiche auf Chlorophyllgehalt, organische Substanz, Vegetationsindex, Temperatur, Schnee- und Eisbedeckung und Wolkenverteilung. Diese Daten dienen dem Verständnis des globalen Kohlenstoffkreislaufes und von Klimaänderungen.
Engl. Akronym für Global Land Ice Measurements from Space; ein internationales Projekt (ca. 100 Institutionen aus 23 Ländern) zum Monitoring der irdischen Gletscher unter Federführung des USGS Astrogeology Research Program. Das Monitoring erfolgt mit Hilfe von hochauflösenden Satelliteninstrumenten wie Landsat ETM+ mit seinem panchromatischen Band in 15m-Auflösung und vor allem mit ASTER (15m im sichtbaren und nahen Infrarot-Bereich). Diese vermögen wichtige Einzelheiten von Naturgefahren darzustellen, z.B. Lawinen- und Schuttstromspuren, Gletscherspalten, Seen und die zeitlichen Veränderungen dieser Erscheinungen. Die satellitengestützten Beobachtungen werden durch flugzeuggetragene Systeme und in situ-Beobachtungen z.B. von Massenveränderungen der Gletscher ergänzt. Die aktuellen Satellitenbilder werden verglichen mit topographischen Karten und anderen Dokumenten über Gletscherstände. Die Aufnahmen erfolgen vorwiegend vom mittleren bis zum späteren Teil der Abschmelzsaison, dann ist das permanente Eis exponiert und dokumentierbar.
Das Verständnis von Gletschern führt uns zu einem größeren Verständnis unseres Klimasystems, des Klimawandels, des Zustandekommens von Kaltzeiten und der Auswirkung der globalen Erwärmung.
Junge Gletscherseen vor Rückzugsgletschern im Himalaya von Bhutan
Zu höherer Auflösung hier klicken |
Das nebenstehende Satellitenbild aus ASTER-Daten zeigt junge Gletscherseen im unteren Bereich der Gletscherzungen. Die Gletscherseen sind Beleg für den alarmierend raschen Rückgang der Himalayagletscher. Sie bilden sich auf schuttbedeckten Gletscheroberflächen, am Ausfließen gehindert durch Moränen. Die Seen haben für den Schmelzvorgang einen selbstverstärkenden Effekt: Eis reflektiert die Sonnenstrahlen, wohingegen das Wasser die Wärme absorbiert, zum unterliegenden Eis überträgt und so weiteres Abschmelzen bedingt. Quelle: http://earthobservatory.nasa.gov/Newsroom/NewImages/ Images/aster_bhutan_glaciers_lrg.jpg |
Veränderungen der Gletscher können Gefahren für nahegelegene menschliche Gemeinschaften darstellen. Ausbrüche von Gletscherseen, Erdrutsche, Schuttströme und Schuttlawinen können mit ihren plötzlichen Fluten aus Wasser, Eis, Sedimenten, Felsblöcken, Bodenmaterial, und Schuttmassen Sach- und Personenschäden verursachen. Es ist noch ungeklärt ob einige dieser Gefahren zum normalen Verhalten von Gletschern gehören oder ob sie dramatische neue Bedrohungen von Seiten einer sich verändernden Kryosphäre ankündigen.
Weitere Informationen: GLIMS - Startseite (USGS)
1992 eingerichtetes System zur besseren Verfügbarmachung von Klimadaten für alle potentiellen Nutzer. Das System betreibt kein eigenes Beobachtungsnetz, sondern besitzt eher Impuls gebenden und koordinierenden Charakter. Es wird getragen von WMO, UNESCO, UNEP und ICSU und ist eines von insgesamt drei miteinander verbundenen Programmen von UN-Organisationen zur Umweltbeobachtung. Die beiden weiteren sind das Global Ocean Observing System (GOOS) und das Global Terrestrial Observing System (GTOS).
Schema globaler Beobachtungssysteme ![]() |
Legende
GTOS: Global Terrestrial Observing System |
Im GCOS ist eine Liste von wesentlichen Klimavariablen (Essential Climate Variables, ECVs) definiert, mit denen man weltweit operationell arbeiten kann, und die gleichzeitig den Anforderungen von UNFCCC und IPCC entsprechen. Es gibt weitere Klimavariablen, die für das umfassende Verständnis des Klimasystems nötig sind, und die auch Gegenstand aktueller Forschung sind, die aber noch nicht auf systematischer Basis in die weltweite Datenerhebung eingebunden werden können.
Zusätzlich zur Wetterbeobachtung durch Satelliten bedarf das GCOS der Beobachtung von boden- und luftgestützten Plattformen aus, die sowohl in situ beobachten, wie auch mit Fernerkundungsmethoden arbeiten. Da keine einzelne Technologie alle nötigen Daten liefern kann, gibt es Instrumente auf Stationen an Land, wie auch auf Schiffen, fest verankerten Bojen, Treibbojen, Ozeanprofilern, Ballonen, Probensammlern, Flugzeugen und Satelliten. Diese Informationen führen dann durch Analyse und zeitliche wie auch räumliche Integration zu meteorologisch-klimatologischen Produkten.
Measurements of variables in bold type are largely dependent on satellite observations. Quelle: http://www.eohandbook.com/eohb2008/climate_variables.html |
Weitere Informationen:
Internationales Gremium zur Koordinierung verschiedener boden-, ozean- und
satellitenbasierter Erdbeobachtungsprogramme, einschließlich Ozeanbojen,
Wetterstationen und Atmosphärensonden. Die von 61 Staaten und 40 Internationalen
Organisationen getragene Gründung des Gremiums folgt der Einsicht, dass
einzelne Staaten, Agenturen oder Programme den Bedürfnissen der Erdsystemforschung
und deren gesellschaftsorientierter Nutzanwendung nicht getrennt entsprechen
können. Ein zehnjähriges Umsetzungsprogramm wurde im Februar 2005
auf dem 3. Erdbeobachtungsgipfel in Brüssel beschlossen.
Der erwartete gesellschaftliche und wirtschaftliche Nutzen von GEOSS umfasst
folgende Punkte:
Wesentlicher europäischer Beitrag zu GEOSS ist die Initiative zum Globalen Monitoring von Umwelt und Sicherheit (GMES).
Weitere Informationen:
Das Zentrum zur globalen Beobachtung von Vegetationsbränden wurde von UN-Gremien initiiert und mit Unterstützung der Bundesregierung 1998 gegründet. Es ist organisatorisch mit der Arbeitsgruppe Feuerökologie des Max-Planck-Instituts für Chemie, Abteilung Biochemie (Mainz) verbunden, die als Forschungseinrichtung an der Forstwissenschaftlichen Fakultät der Universität Freiburg angesiedelt ist.
Weitere Informationen: Global Fire Monitoring Center - Startseite
Im Aufbau befindliches, koordinierendes Programm
von EU und ESA zur globalen Überwachung von Umwelt und Sicherheit auf der Grundlage von Satellitenfernerkundung und mit Hilfe von direkten Messungen. Für GMES wird mit Gesamtkosten von € 2,4 Mrd gerechnet.
Die drei Hauptziele von GMES lauten:
Die EU, die bisher von den Erdbeobachtungssatelliten der Amerikaner abhängig ist, erhält mit GMES die notwendige Informationshoheit gegenüber den USA. Zur Erreichung der Ziele ist der Aufbau eines Systems von ca. 30 Erdbeobachtungssatelliten für die zivile und militärische Nutzung vorgesehen, das 2014 voll einsatzfähig sein soll. Zunächst werden die Daten bestehender Satelliten (ERS-2, Envisat, Meteosat, MSG-1 und Spot) zunehmend vernetzt ausgewertet. Dies führt zu einem effektiveren und umfassenderen Informationsgewinn. Darüber hinaus werden neue Satelliten, aber auch erd- und luftgebundene Kapazitäten, mit unterschiedlichen Spezialfähigkeiten für die Erdbeobachtung entwickelt. Die politische Konzeption erfolgt hierbei durch die EU, die ESA übernimmt die technologische Verantwortung.
Die GMES-spezifischen Missionen umfassen mindestens fünf Satelliten der Sentinel-Serie:
Zu den weiteren europäischen Erdbeobachtungssatelliten, die in GMES eingebunden sind oder nach ihrem Start eingebunden werden, gehören ENVISAT, Meteosat, MetOp, Spot, COSMO-Skymed/Pleiades, TerraSAR, Tandem-X, RapidEye, Topsat, sowie die ESA-Earth Explorer Missions, wie CryoSat, SMOS, GOCE, ADM-Aeolus.
Ab 2008 werden zur Umsetzung von GMES zunächst innerhalb kurzer Zeit drei Vorläuferdienste ausgelegt und operativ umgesetzt:
Diese GMES-Dienste sollen das Krisenmanagement z. B. bei Umweltkatastrophen unterstützen. Sie sollen ferner dazu beitragen, die Landvermessung zu vereinfachen und die Stadtplanung in Europa zu unterstützen. Durch routinemäßige Meeresbeobachtungen sollen Vorhersagen über Strömungen, Wassertemperaturen, Wellengang und Wellenhöhen ermöglicht werden, analog zu den heute üblichen Wetterprognosen.
Weitere Informationen:
Allgemeine Bezeichnung für ein weltweit verfügbares System zur Positions- und Zeitbestimmung, das aus einer oder mehreren Satellitenkonstellationen sowie weiteren Komponenten besteht. Die erste Stufe (GNSS 1) basiert auf den vorhandenen Systemen GPS und GLONASS und bezieht ergänzende zusätzliche Maßnahmen ein, um für eine bestimmte Region die Situation für die zivile Navigation zu verbessern. In Europa werden dazu unter dem Namen EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) Transponder auf geostationären Kommunikationssatelliten (INMARSAT) installiert, um vorrangig Sicherheits- und Zuverlässigkeitsinformationen über den Systemzustand zu übermitteln. Im Jahre 2002 wurde beschlossen, im Rahmen von GNSS 2 ein eigenständiges ziviles europäisches Satellitennavigationssystem unter der Bezeichnung Galileo aufzubauen.
Globales meteorologisches Beobachtungssystem mit den Komponenten bodengestützte Fernerkundung, mobile Plattformen, Satelliteneinsatz und GPS (GPS-MET).
Komponenten des Systems
Für höhere Auflösung hier anklicken |
|
Bodennahe Wetterbeobachtung
in ca. 11.000 Stationen als Rückgrat des |
Beobachtungen des oberen Luftraums mit
Ballonaufstiegen bis |
Wetterbeobachtung auf den Ozeanen erfolgt
von Schiffen aus, sowie von |
Über 3000 Flugzeuge liefern Daten zu Druck, Wind und Temperatur |
| Quelle: http://www.wmo.ch/web/www/OSY/GOS.htm | |
Weitere Informationen: Global Observing System (WMO)
Satellitengestütztes Ortungssystem zur Positionsbestimmung eines beliebigen Punktes auf der Erdoberfläche. GPS wird unter der vollständigen Bezeichnung NAVSTAR (NAVigation System with Time and Ranging) GPS vom U.S.-amerikanischen Verteidigungsministerium seit der Mitte der 70er Jahre aufgebaut, unterhalten und weiterentwickelt. Die Endausbaustufe wurde 1994 erreicht. Die Lebensdauer der Satelliten ist auf 10 Jahre ausgelegt, sie werden bei Bedarf ersetzt. Für zivile Nutzer ist eine ständige Verfügbarkeit im Rahmen des Standard Positioning Service (SPS) garantiert. Das Messprinzip ermöglicht den Einsatz sowohl für feste Beobachtungsaufstellung, als auch für bewegte Messträger wie Personen, Fahrzeuge und Satelliten.
| Die 24 in 6 Orbitalebenen angeordneten Satelliten des GPS-Systems
Quelle: http://www.garmin.com/aboutGPS/ |
Die Satellitenkonfiguration besteht nominell aus
24 Satelliten in einer Bahnhöhe von 20.200 km und ist so gestaltet, dass von
jedem Punkt der Erde aus gesehen jederzeit mindestens vier Satelliten über dem
Horizont stehen. Die Satelliten vollziehen zwei komplette Erdumläufe in
weniger als 24 h.
Das Navigationsprinzip beruht auf der gleichzeitigen Messung sog. Pseudoentfernungen
zwischen mindestens vier Satelliten und einem GPS-Empfänger auf der Nutzerseite.
Dazu senden die Satelliten auf zwei Trägerfrequenzen kodierte Signale sowie
die vom Kontrollsegment bestimmten Broadcastephemeriden zur Berechnung der Satellitenpositionen
aus. Aus den jeweiligen Satellitenpositionen und den aus der Laufzeitmessung
durch Multiplikation mit der Ausbreitungsgeschwindigkeit ermittelten Pseudoentfernungen
wird empfängerintern in Echtzeit oder durch nachträgliche Bearbeitung der aufgezeichneten
Daten die Nutzerpositionen berechnet.
| GPS-Satellit (Block II) des aktuellen, zwischen 1989 und 1994 ins All gebrachten Systems.
Quelle: http://www.aero.org/publications/GPSPRIMER/Satellites.html |
Wegen der Bedeutung der genauen Laufzeitmessung der Satellitensignale sind die
Satelliten mit hochpräzisen Uhren ausgestattet, die eine Genauigkeit von
unter 3 Nanosekunden besitzen.
Je nach Messanordnung, Satellitenkonfiguration, Signalnutzung und Fehlermodellierung
lassen sich sehr unterschiedliche Genauigkeiten erzielen. Wesentliche Fehlerquellen
sind die verfügbaren Bahninformationen, die Signalausbreitung in der Atmosphäre
sowie in der Antennenumgebung und die aus militärischen Gründen eingeführte
Signalverschlechterung.
Mit einem einzelnen Empfänger wird für zivile Nutzer (Handgerät) meist
eine Genauigkeit von ca. 10-20 m erzielt. Durch Relativmessungen (Differenzial-GPS,
DGPS) zu bestehenden oder gesondert eingerichteten GPS-Referenzstationen lässt
sich eine Genauigkeit von 2 bis 5 m, erzielen, mit professionellen Geräten
auch darunter.
Prinzip des differenziellen GPS (DGPS) bei der Fahrzeugnavigation
Quelle: http://ikmcip1.e-technik.tu-ilmenau.de/~traut/gps_www/dgps_prz.htm |
Weitere Informationen:
Das Weltzentrum für Niederschlagsklimatologie (WZN) liefert globale Niederschlagsanalysen für die Klimaüberwachung und Klimaerforschung. Das Zentrum ist ein deutscher Beitrag zum Weltklimaforschungsprogramm (WCRP) und zum globalen Klimabeobachtungssystem (GCOS).
Weitere Informationen:
Internationales Programm, das weltweit Pegelstationen zur Messung des Meeresspiegels vernetzt. Die standardisierten Informationen über die Meeresspiegelhöhe sind ein wichtiger Indikator für den Wärmegehalt des Ozeans, der seinerseits das Weltklima beeinflusst. Die Stationen sind verbunden mit dem globalen geodätischen Referenzsystem, das vom International Earth Rotation Service (IERS) vorgehalten wird. Dieses bedient sich neuer geodätischer Techniken, wie der Very Long Baseline Interferometry (VLBI), dem Global Positioning System (GPS) und absoluten Schwerefeldmessungen. GLOSS ist ein Teil des globalen Meeresbeobachtungssystems (GOOS) der Intergovernmental Oceanographic Commission (IOC).
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Programm zur Erforschung und Dokumentation der terrestrischen Ökosysteme in ihrer Dynamik. Es hat das Ziel, Wissenschaft und Politik die für eine nachhaltige Entwicklung nötigen Informationen bereit zu stellen.
Weitere Informationen: GTOS - Startseite
Gesamtheit der in den 1980er Jahren von mehreren UN-Organisationen angeregten Programme zur umfassenden und globalen Langzeitbeobachtung von klimabezogenen Phänomenen. Sie sind in Kooperation mit der Wissenschaftsgemeinde und nationalen Regierungen Hauptbestandteil der UN-Earthwatch. Als Partner mit satelliten- und bodengestützten Systemen zur globalen Umweltbeobachtung von Atmosphäre, Meeren und Land sind die Programme in der Integrated Global Observing Strategy (IGOS) zusammengefasst.
Weitere Informationen:
1. Im engeren Sinne: Syn. Globale Umweltveränderungen, Global Change; durch Eingriffe des Menschen in die natürliche Umwelt bedingte Veränderungen mit globalem Ausmaß. Besonders der Klimawandel, der Verlust biologischer Vielfalt, die Bodendegradation sowie die Verknappung und Verschmutzung von Süßwasser zählen zu den weltweit voranschreitenden kritischen Veränderungen der natürlichen Umwelt. Beschleunigt werden diese Eingriffe in die natürliche Umwelt durch die anhaltende Ausbreitung nicht nachhaltiger Lebensstile, die anhaltende absolute Armut sowie das Bevölkerungswachstum. Eine Folge globaler Umweltveränderungen ist die wachsende Verwundbarkeit vor allem der Entwicklungsländer gegenüber Naturkatastrophen, Nahrungskrisen und Erkrankungsrisiken. Umweltzerstörung ist daher auch zu einer Sicherheitsfrage geworden. Die Herausforderung für Wissenschaft und Politik liegt in der neuen Qualität dieser weltweit wirksamen Eingriffe des Menschen in das System Erde. Mit globaler Umwelt- und Entwicklungspolitik, die sich am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung orientiert, sollen diese Probleme bewältigt werden.
Das Monitoring des globalen Wandels ist ein ideales Einsatzfeld für Fernerkundungsverfahren (s. Umweltmonitoring und Fernerkundung):
2. Im weiteren Sinne: International übergreifendes Phänomen, welches globale Umweltveränderungen, ökonomische Globalisierung, kulturellen Wandel und ein zunehmendes Nord-Süd-Gefälle umfasst.
Weitere Informationen:
Syn. Insolation (von engl. incoming solar radiation), engl. auch global radiation;
die bei der photogrammetrischen
Aufnahme von Satellitenbild und Luftbildern
wirksame Beleuchtung der Erdoberfläche als Summe der gerichteten (direkten)
Sonnenstrahlung (Q) und der durch Absorption
und Streuung in der Atmosphäre
entstehenden diffusen Himmelsstrahlung (q).
Um diese Energie zu bestimmen, beginnt man mit dem Strahlungsangebot außerhalb der Atmosphäre. Die sog. Solarkonstante gibt die Strahlungsleistung an, die außerhalb der Erdatmosphäre senkrecht auf eine Fläche trifft. Ihr Wert liegt bei etwa 1,35 kW/m². 90% dieser Solarstrahlung liegt im Bereich des sichtbaren Lichts (Tageslicht) und des nahen Infrarots.
Auf dem Weg durch die Atmosphäre bis zur Erdoberfläche gehen 53% der Solarleistung verloren. Die verbleibenden 47% setzen sich zusammen aus direkter Solarstrahlung und diffuser Himmelsstrahlung, die Summe beider Komponenten wird als Globalstrahlung bezeichnet. Sie unterliegt starken regionalen Unterschieden, da die diffuse Reflexion und selektive Absorption von der Ausprägung unterschiedlicher Faktoren gesteuert wird. Wesentliche Parameter sind die breitenabhängige Länge des Strahlungsweges, der unterschiedliche Gehalt an Wasserdampf und Aerosol in der Atmosphäre sowie der wechselnde Bewölkungsgrad.
Obwohl sich beide Komponenten mit atmosphärischen Bedingungen und Bewölkung stark ändern, ist das Spektrum ihrer Summe für wolkenfreien und bewölkten Himmel relativ konstant.
Engl. Akronym für Global Ocean Colour for Carbon Cycle Research; dieses ESA-Projekt beinhaltet die Entwicklung eines 10 Jahre umfassenden globalen Datensatzes zur Ozeanfarbe durch die Mischung der Informationen von Sensoren unterschiedlicher Satelliten:
MERIS auf ENVISAT,
MODIS auf Aqua und SeaWiFS auf OrbView-2 (syn. SeaStar).
Weitere Informationen:
GlobCover ist ein Zwei-Jahresprojekt mit dem Ziel, die mit 300 m Bodenauflösung detaillierteste, frei verfügbare Karte der globalen Landbedeckung zu entwickeln. Das Projekt liefert Daten, die für die Bereiche Landnutzung, Ökosysteme und Klimawandel bedeutsam sind. Der europäische Satellit Envisat liefert mit seinen Sensoren MERIS und ASAR den Großteil der Daten zu GlobCover. Man rechnet mit einer Datenmenge von ca. vierzig Terabyte (1.000 Gigabyte), die im Zeitraum vom Januar 2005 bis zum Juni 2006 aufgenommen wurden. GlobCover ist Teil des Earth Observation Data User Element der ESA, und es ist mit dem UN Land Cover Classification System kompatibel. Die Daten werden seit September 2008 der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Weitere Informationen:
Engl. Akronym für Global Learning and Observations
to Benefit the Environment; weltweites Programm, das Forschung
und Bildung im Bereich Umwelt miteinander verknüpft. Schüler, Lehrer
sowie Wissenschaftler arbeiten gemeinsam daran, durch langfristige Beobachtung
umweltrelevanter Parameter ein tieferes Verständnis über das Zusammenwirken
der einzelnen Umweltkompartimente Klima, Gewässer, Boden und Vegetation
zu erreichen.
GLOBE geht auf eine Initiative des ehemaligen US-amerikanischen Vizepräsidenten
Al Gore zurück, der GLOBE am 24. Earth Day (22.4.1994) ankündigte
und alle Länder zur Teilnahme einlud. Die politische Zusage Deutschlands
erfolgte im gleichen Jahr. Inzwischen beteiligen sich ca. 1.000 Schulen in 97
Ländern an GLOBE.
Ursprünglich vom DLR betreut, liegt die Koordination von GLOBE Deutschland inzwischen beim Leibniz-Institut für die Pädagogik der Naturwissenschaften (IPN) an der Universität Kiel.
Die Erhebung und Auswertung von Umweltdaten erfolgen nach genau definierten
Protokollen. Diese wurden von den beteiligten Wissenschaftlern für die
Schüler ausgearbeitet. Künftig wird auch Fernerkundung
eine wesentliche Rolle bei den Beobachtungsmethoden spielen.
Weitere Informationen:
Russ. Akronym für Global'naya Navigatsionnaya Sputnikova Sistema, ein dem NAVSTAR GPS sehr ähnliches globales Satelliten-Navigationssystem der früheren UdSSR, das jetzt von der russischen Föderation weiter betrieben wird.
Weitere Informationen: Russian Space Agency, Information-Analytical Centre
Engl. Akronym für Global Monitoring for Security and Stability; ein integrierendes Netzwerk aus dem Bereich wissenschaftlicher und technologischer Forschung, das die Sicherheitsaspekte der EU-Initiative zu globalem Umwelt- und Sicherheitsmonitoring auf Satellitenbasis unterstützt. Das 2004 etablierte Netzwerk soll die diesbezüglichen autonomen Fähigkeiten Europas aufbauen und stärken.
Die relevanten wissenschaftlichen und technologischen Bereiche umfassen:
GMOSS besitzt eine Laufzeit von vier Jahren und besteht in der Anfangsphase aus 25 Organisationen aus dem öffentlichen und dem privaten Sektor.
Weitere Informationen:
Engl. Akronym für Gravity Field and Steady-State Ocean Circulation
Explorer; Satellit
der ESA zur präzisen Modellierung des irdischen
Schwerefeldes und des Geoids. Der Start erfolgte am 17. März 2009 mit einer russischen Rockot-Rakete vom russischen Weltraumbahnhof Plesetsk aus.
Das Hauptinstrument des Forschungssatelliten ist ein 3-Achsen-Schweregradiometer,
bestehend aus je 2 hochempfindlichen Beschleunigungssensoren pro Achse im Abstand
von je 0,5 m. Die differentielle Beschleunigungsmessung ergibt die 2. Ableitung
des Schwerepotentials (Eötvös-Tensor, Schweregradienten). Die sonnensynchrone polare Umlaufbahn des 5,3 Meter langen und ca. 1.100 kg schweren Satelliten wird mit Hilfe einer GPS-Antenne auf wenige cm genau bestimmt
(satellite to satellite tracking). Sie verläuft extrem niedrig in etwa 260 km Höhe und
besitzt eine Neigung von 96,5 Grad.
Durch die drei Schwerefeldsatellitenmissionen CHAMP,
GRACE und GOCE zeichnet sich ein Qualitätssprung
ab hinsichtlich Genauigkeit, Auflösung und globaler Überdeckung.
Damit wird die Einbeziehung von Schwerefeldinformation auch für eine wachsende
Zahl von geowissenschaftlichen Anwendungen interessant werden. Gute Beispiele
sind die Bestimmung der dynamischen Meerestopographie zur Erfassung der Ozeanzirkulation
oder die Beschreibung der Lithosphärenstruktur durch die Kombination von
seismischen Ergebnissen mit Schwerefelddaten. Weitere Anwendungsbereiche sind die Bestimmung der Topographie des Meeresbodens und der Dicke des Eises auf den Polarmeeren sowie die Rekonstruktion der Dichte der großen Eisschilde.
Von den drei Missionen wird GOCE die höchste räumliche Auflösung
erreichen und Strukturen ab ca. 70 km Größe erfassen können.
GRACE hingegen zielt eher auf die Messung von zeitlichen Variationen im Schwerefeld.
Untersuchungsobjekte der GOCE-Mission
Quelle: http://www.goce-projektbuero.de/ |
GOCE ist die erste Kernmission der ESA im Rahmen ihres Erderkundungsprogramms „Living Planet“. Eine Serie hochspezialisierter Satelliten wird gesicherte Daten über die in der Atmosphäre, in den Ozeanen und auf dem Festland ablaufenden Prozesse liefern sowie neue Erkenntnisse globaler Umweltveränderungen gewinnen. Diese dienen als Grundlage politischer, wirtschaftlicher, wissenschaftlicher und technologischer Entscheidungen.
41 europäische Unternehmen arbeiteten bei der Realisierung des Satelliten zusammen. Die Führung hat die italienische Thales Alenia Space. In Deutschland ist EADS Astrium (Immenstaad) der Hauptauftragnehmer für die Satellitenplattform.
Weitere Informationen:
Engl. Akronym für Global Ocean Data Assimilation Experiment; internationales Experiment mit der Vision eines globalen Systems von Beobachtungen, Informationsflüssen, Modellierungen und Datenintegration, das regelmäßig und in Echtzeit umfassende Informationen über den Zustand der Ozeane in drei Dimensionen liefert.
Weitere Informationen:
Teilorganisation der NASA mit der Aufgabe, das Wissen über die Erde und ihrer Umgebung, über das Sonnensystem und das Universum durch weltraumbasierte Beobachtungen zu erweitern.
Weitere Informationen:
Engl. Akronym für Global Ozone Mapping Experiment; Nutzlastinstrument auf ERS-2 und METOP. GOME ist ein Spektrometer, das die von der Atmosphäre gestreute Sonnenstrahlung im ultravioletten und im sichtbaren Spektralbereich (240 bis 790 nm) misst. Es kann eine Reihe von atmosphärischen Spurenbestandteilen messen mit dem Schwerpunkt auf der globalen Ozonverteilung.
Weitere Informationen:
Engl. Akronym für Global Ozone Monitoring by Occultation of Stars, ein Sensor auf ENVISAT der der sehr genauen Messung von Ozon in der Stratosphäre sowie Profilmessungen von Spurengasen in der oberen Troposphäre und der Mesosphäre dient. Mit seinem UV-VIS-Spektrometer (250 - 675 nm) und seinem Infrarot-Spektrometer (756 - 773 nm / 926 - 952 nm) nimmt GOMOS untergehende Sterne gegen den dunklen Himmel ins Visier und misst deren Lichtspektrum durch die Atmosphäre hindurch. GOMOS wiederholt diese Messungen bis zum Verschwinden der Sterne hinter dem Horizont. Die Spektren ändern sich wegen der unterschiedlichen Absorption durch Ozon und Spurengase in der Atmosphäre in Abhängigkeit von der relativen Sternenposition.
Zu der Ausstattung von GOMOS gehören zwei weitere Photometer und ein sog. "star tracker" zur Identifizierung und Verfolgung der scheinbaren Sternenbahnen. Aus den Messwerten kann die Menge an Ozon und Wasserdampf in der Atmosphäre in Höhen von 20 bis 100 km ermittelt werden.
Die GOMOS-Mission ist vor dem Hintergrund der während der letzten Dekaden offensichtlich gewordenen Veränderung der chemischen Zusammensetzung der Atmosphäre zu sehen. Diese Veränderungen vollziehen sich in globalem Maßstab und sie sind teilweise anthropogen bedingt. Ozon spielt in der Atmosphärenchemie eine zentrale Rolle. Es ist durch die Absorption von schädlicher UV-Strahlung weitgehend für die Erwärmung der Stratosphäre verantwortlich, es bestimmt in hohem Maße die oxidative Kapazität der Troposphäre, und es ist ein wichtiges Treibhausgas. Auch hat die Entdeckung des "Ozonlochs" über der Antarktis die Aufmerksamkeit auf den globalen Ozonhaushalt gelenkt.
Die wichtigsten Ziele der GOMOS-Mission sind:
Weitere Informationen: GOMOS (ESA Missions Earth Observation)
Engl. Akronym für Geostationary Operational Meteorological Satellite; Programm russischer Wettersatelliten, mit Alternativbezeichnung Elektro; GOMS-1, inzwischen inaktiv, befand sich seit Oktober 1994 auf einer geostationären Umlaufbahn in 36.000 km Höhe über 76°50' E .
GOMS-Wettersatellit
Quelle: http://sputnik.infospace.ru/goms/engl/goms_e.htm |
Messgerät zur Erfassung von Einfallswinkel und Intensität reflektierter Strahlung. Mit einem Goniometer kann Information über die Strahlungscharakteristiken innerhalb eines Pflanzenbestandes abgeleitet werden.
Engl. Akronym für Global Ocean Observing System; im Aufbau befindliches internationales Beobachtungssystem der Ozeane, zur Ermittlung von Daten, die von Regierungen, Industrie, Wissenschaft und der Öffentlichkeit im Zusammenhang mit ozeanbezogenen Fragen, einschließlich der Wechselwirkungen Ozean-Atmosphäre benötigt werden. Die Datenbereitstellung dient insbesondere der Entwicklung von globalen und regionalen Modellen. GOOS ist ein Programm der UN-Organisationen UNESCO, WMO, UNEP und ICSU. Die deutschen GOOS-Aktivitäten werden vom Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie koordiniert.
Die GOOS-Ziele im einzelnen sind:
Weitere Informationen:
Engl. Akronym für Greenhouse Gases Observing Satellite, japan. Ibuki (Atem);
Erdbeobachtungssatellit der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA zur Messung des Kohlendioxid- und Methangehalts in der Erdatmosphäre. GOSAT ermöglicht die flächendeckende Erfassung von Daten und schließt damit eine große Beobachtungslücke, die durch das weitmaschige und ungleich verteilte Netz an bodengebundenen Messpunkten bedingt ist. GOSAT-Daten werden künftig mit Daten von Bodenmesspunkten und Flugzeugen sowie denen von Simulationsmodellen kombiniert, bzw. in diese einfliessen.
Globale Beobachtungspunkte des WMO WDCGG |
GOSAT-Beobachtungspunkte |
| Quelle: http://www.jaxa.jp/countdown/f15/overview/ibuki_e.html | |
GOSAT wurde am 23.1.2009 vom japanischen Weltraumbahnhof der Insel Tanegashima aus gestartet und ist für eine Betriebszeit von ca. fünf Jahren ausgelegt. Der Satellit bewegt sich in ca. 660 km Höhe auf einem polnahen Orbit um die Erde. Er ist mit zwei Sensoren ausgestattet. Einer von ihnen verfolgt die Infrarotstrahlen der Sonne, die von der Erdoberfläche oder der Atmosphäre reflektiert werden. So soll die Dichte der Treibhausgase gemessen werden. Der andere Sensor soll Wolken und Schwebstoffe beobachten, deren Präsenz oft zu Fehlern bei den Messungen führen.
Klimasatellit GOSAT / Ibuki![]() Quelle: http://www.jaxa.jp/countdown/f15/overview/ibuki_e.html |
Weitere Informationen: GOSAT-Homepage (JAXA)
Engl. Akronym für The Global
Precipitation Measurement; für 2013 geplante Mission
von NASA/JAXA zur genaueren Erfassung
der weltweiten Niederschläge mit Hilfe eines abbildenden Mikrowellensensors.
Dadurch sollen Modelle zur numerischen Wettervorhersage, Klimamodelle sowie
die Möglichkeiten zur Vorhersage von Hochwässern und die Abschätzung
von Süßwasserverfügbarkeit verbessert werden. Die Durchführung
der Mission erfordert den Einsatz mehrerer Satelliten
mit passiven und aktiven Mikrowelleninstrumenten. Der europäische Satellit
EGPM soll die internationale GPM-Mission unterstützen.
Die Realisierung der Mission ist wegen Budgetproblemen der NASA unsicher.
Weitere Informationen: GPM -Startseite (NASA GSFC)
Engl. Akronym für Gravity Recovery and Climate Experiment; gemeinsame Mission von DLR und NASA mit Hilfe von 2 baugleichen Kleinsatelliten zur Bestimmung des irdischen Schwerefeldes und zur Beschreibung von Austauschvorgängen zwischen Land, Ozean und Atmosphäre als Nachfolgeprojekt zu CHAMP. Erreicht wird dieses Ziel über eine deutlich verbesserte Darstellung des Geoids, jener imaginären Fläche, die ein im Ruhezustand (Ausschluß von Ozeanströmungen, Winden, Tiden) befindlicher, die gesamte Erde vollständig bedeckender Weltozean unter Einfluss der Schwerkraft besäße. Diese Fläche ist als Normal-Null geläufig. Sie variiert global um ±100 m.
| Karte des Gravitationsfeldes aufgrund jahrzehntelanger Messungen
Schwerkraftanomalie (mGal*) *Einheit zur Beschreibung von Schwerkraftvariationen über der Erdoberfläche. 1 milligal (mGal) = 0,00001 m/s2, was mit der gesamten Schwerkraft an der Erdoberfläche von 9,8 m/s2 vergleichbar ist. |
Vorläufige Karte des Graviationsfeldes auf- grund von Grace-Daten über 111 Messtage
Schwerkraftanomalie (mGal) |
| Quelle: http://photojournal.jpl.nasa.gov/catalog/PIA04652 | |
Wie CHAMP wurden die im März 2002 im russischen Plessetsk gestarteten Zwillingssatelliten von Astrium, Immenstaad, gebaut. Die wissenschaftliche Auswertung obliegt auf deutscher Seite dem GFZ Potsdam. Die beiden in 485 km Höhe mit einem Abstand von 220 km auf gleichem, nicht-sonnensynchronen Orbit hintereinander her fliegenden Grace-Satelliten besitzen eine Inklination von 89° und eine Umlaufzeit von 94 Minuten. Sie reagieren empfindlich auf kleinste Änderungen in der Gravitationsbeschleunigung, wie sie durch die räumliche Verteilung der unterschiedlichen Massen verursacht werden. Kommt beispielsweise der "vorausfliegende" Satellit in einen Bereich erhöhter Schwerkraft, wird er beschleunigt und der Abstand zu dem zweiten Satelliten nimmt zu. Gerät auch der zweite Satellit in den Bereich stärkerer Schwerkraft, während der erste bereits aus ihm "herausklettert", verringert sich die Distanz wieder. Diese Änderungen werden über eine hochgenaue Distanzmessung zwischen den beiden Satelliten bestimmt.
Als Folge können mit den Grace-Daten klimatisch bedingte Massenumlagerungen erkannt werden, Prozesse, die bisher messtechnisch unzugänglich waren. Beispielsweise wurde mit ihnen das Muster der jahreszeitlichen Veränderungen im Wasserbudget der Kontinente erfasst. Ihre Analyse zeigt, dass die größten saisonalen Schwankungen in den Einzugsgebieten der großen tropischen und sibirischen Flüsse auftreten, beispielsweise Amazonas, Kongo, Ganges sowie Ob und Lena. Ferner können auf dieser Grundlage großräumige klimatologische Modelle der globalen und kontinentalen Wasserbilanz verbessert werden.
Herstellung der GRACE-Zwillinge bei Astrium
Quelle: http://www.csr.utexas.edu/grace/gallery/other/Astrium/Astrium-043.html |
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| GRACE-Zwillinge und Breeze-Raketenoberstufe
Quelle: http://www.dlr.de/grace |
GRACE-Zwilllinge im Tandemflug
Quelle: http://www.csr.utexas.edu/grace/gallery/other/misc/GRACE_Litho.html |
Messungen der Massenbilanz ermöglichen auch das Monitoring der festländischen Eismassen, deren Veränderungen eine wesentliche Bedeutung für das Niveau des Meeresspiegels haben. Grönland z.B. hat von 2002 bis 2005 pro Jahr durchschnittlich 162 km³ Eis verloren. Im gleichen Zeitraum ist die Eisdecke der Antarktis um 150 km³ geschrumpft. Diese letzte Angabe widerspricht den weniger präzisen Radar-Messungen von ERS-2 und ENVISAT.
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Eismassenverlust in Grönland 2002-05
Die Grafik links zeigt den Eismassenverlust in Grönland, wie er mit GRACE im Zeitraum von 2002-2005 gemessen wurde. Die Angaben sind in km³/Jahr. Der beobachtete Eismassenverlust trägt mit ca. 0,4 mm/a zum weltweiten Meeresspiegelanstieg bei.
Für größere Darstellung auf Bild klicken. Quelle: http://www.nasa.gov/vision/earth/lookingatearth/grace-20051220.html |
Weitere Informationen:
Gerät z.B. zur Erfassung feiner vertikaler Änderungen des Erdmagnetfeldes. Mit zwei Sonden misst es die Stärke des anliegenden Magnetfeldes an zwei benachbarten Orten und bildet die Differenz beider Werte. Ein Messort liegt nah an der zu messenden Quelle, der andere ist weiter davon entfernt. Den Abstand beider Messpunkte voneinander bezeichnet man als Basislänge.
Auf GOCE befinden sich Gradiometer-ähnliche Geräte zur Messung des Gradienten des Erdschwerefeldes aus dem Orbit. Sie messen die Schweregradienten indirekt nach einer Differenzial-Methode ("Gravitationsgradiometrie"). Es sind hochpräzise Accelerometer (Beschleunigungsmesser), die auf ultra-stabilen Strukturen und Auslegern montiert werden und in der Umlaufbahn ununterbrochen alle 9 Werte des Schwere-Tensors messen sollen. Damit erhofft man sich eine Bestimmung des globalen Geoids mit mindestens cm-Genauigkeit und einer Auflösung von etwa 100 km. Aus den Messungen lassen sich mit hochkomplexen Algorithmen Schwerefeldanomalien und Ozeanströmungen extrahieren.
Weitere Informationen: GOCE Mission Payload (ESA)
Gradiometrie ist die Messung von Schweregradienten. Die Analyse solcher horizontaler oder vertikaler Gradienten wurde theoretisch schon vor etwa 80 Jahren entwickelt, doch Messinstrumente hoher Präzision können erst in den letzten Jahren gebaut werden.
Die ersten terrestrischen Messungen erfolgten in den 1920ern mit der von Roland Eötvös erdachten und konstruierten Drehwaage; ihr Hauptzweck war die geophysikalische Prospektion von Lagerstätten. Die Messungen mit solchen langsam schwingenden Probemassen sind äußerst schwierig durchzuführen und zeitaufwändig, weshalb man bald statt Gradienten die Schwerkraft selbst zu messen begann.
Vor etwa 25 Jahren begann man die Entwicklung neuer, kreisel-gestützter Meßsysteme, um mit niedrig fliegenden Satelliten das Schwerefeld automatisch erfassen zu können. Wegen der technisch höchst anspruchsvollen Methodik war man allerdings erst Ende der 1990er erfolgreich.
Eines der wichtigsten dieser Projekte ist der Bau und späterer Betrieb des Satelliten GOCE, der seit etwa 1995 in Kooperation der Raumfahrtbehörden ESA und NASA entwickelt wurde. Seine Gradiometer bestehen aus hochpräzisen Beschleunigungsmessern. Damit erhofft man sich eine Bestimmung des globalen Geoids mit mindestens cm-Genauigkeit und einer Auflösung von etwa 100 km.
In Kombination mit anderen Messungen (v.a. Ortsbestimmung/GPS, Meeresspiegel/Satelliten-Altimetrie und Meeresoberflächen-temperatur/div. Verfahren) sind auch wichtige Beiträge zur Ozeanographie und anderen Geowissenschaften zu erwarten. Fast wichtiger als die Daten zum Geoid werden dessen langsame zeitliche Änderungen sein, die mit GOCE erstmals erfassbar werden.
Engl. Akronym für GNSS Receiver for Atmospheric Sounding; ein GPS-Empfänger an Bord der Satelliten MetOp 1, 2 und 3, der zur Atmosphärensondierung (Temperatur- und Feuchteprofile) eingesetzt wird. Die Daten finden Verwendung bei der Entwicklung von Modellen zur numerischen Wettervorhersage.
Weitere Informationen: MetOp Instruments (ESA)
Engl. grey value/level; die einem Bildpunkt (Pixel) zugeordnete Zahl, z.B. in Rasterdaten oder in der digitalen Bildverarbeitung. Die dabei verwendeten ganzzahligen positiven Zahlenwerte repräsentieren
die Helligkeit eines Bildpunktes.
Je nach Anzahl der Bits, die ein Grauwert einnehmen kann, unterscheidet man Binärbild (1 Bit, Zustände 0 und 1), Grauwertbild (8 Bit, Zustände zwischen 0 und 255) und Farbbild (3x8 Bit mit jeweils Zuständen zwischen 0 und 255). Diesen Werten sind zur Darstellung auf einem Bildschirm Einträge einer Farbtabelle zugeordnet, d.h. die Werte werden als Indizes einer Farbtabelle interpretiert.
Engl. grey value/level image; Bild belegt mit potentiell 256 verschiedenen
diskreten Grauwerten. Über eine Farbtabelle mit RGB-Werten werden dem Grauwertbild die Graustufen oder aber auch Farben (unterschiedliche RGB-Anteile) zugeordnet. Beispiele für Grauwertbilder sind:
- 1 Bit: gescannte Katasterkarte
- 8 Bit: gescanntes Schwarz-Weiß-Luftbild
- 24 Bit: gescanntes Farbluftbild.
Engl. tone; eine unterscheidbare Grauschattierung auf einem Bild zwischen Schwarz und Weiß.
Räumliche Verteilung der einzelnen Grauwerte im Bild, die zu charakteristischen Verteilungsmustern, sog. Texturen, im Bild führen. Die Oberflächenstrukturen sind im Bild nicht mehr wahrnehmbar, bewirken jedoch die charakteristischen Grauwertverteilungen.
In vielen Fällen nutzen Fernerkundungssysteme nur einen kleinen Teil des verfügbaren Grauwertspektrums aus. Daher sind Verarbeitungstechniken notwendig, die redundante oder störende Information unterdrücken, und dafür wichtige Bildinhalte deutlich hervorheben können. Diese Verfahren dienen der besseren visuellen Interpretierbarkeit, und basieren auf Übertragungs- oder Transferfunktionen.
Wissenschaft von den Verfahren und Geräten zur Ausmessung des Schwerefeldes der Erde, einschließlich der Weiterverarbeitung und z.T. auch der Analyse und Interpretation der Messwerte. Als Hilfswissenschaft dient die Gravimetrie z.B. der physikalischen Geodäsie, der Geophysik einschließlich der Lagerstättenerkundung, der Metrologie (Lehre von den Maßsystemen) sowie der Geologie. Je nach Ausdehnung und Anforderungen erfolgt sie als terrestrische, Flug-, See- oder Satellitengravimetrie.
Universelle Wechselwirkungserscheinung der gegenseitigen Anziehung zwischen zwei beliebigen Massenpunkten. Das Newtonsche Gravitationsgesetz besagt, daß die auftretenden Gravitationskräfte (Anziehungs- oder Attraktionskräfte) dem Produkt der Massen m1 und m2 direkt und dem Quadrat des Abstandes r der Massenpunkte indirekt proportional sind. Die Proportionalitätskonstante G wird als Gravitationskonstante bezeichnet. Die Gravitation wirkt in der Verbindungslinie der beiden Massenpunkte. Betrachtet man das Gravitationsfeld eines Massenpunktes der (aktiven) schweren Masse M, so kann aus dem Gravitationsgesetz die Gravitationsfeldstärke in vektorieller Form als Feldfunktion dargestellt werden.
Anziehungsfeld von Anordnungen (aktiver) schwerer Massen. Das Gravitationsfeld wird durch die Gravitationsfeldstärke beschrieben.
Teilgebiet der Satellitengeodäsie. Betrachtet man zunächst den Satelliten als Probemasse im Gravitationsfeld der Erde, so kann man die in der Bewegungsgleichung wirkenden Kräfte parametrisieren, z. B. durch eine Kugelfunktionsentwicklung des Gravitationspotentials. Unter Nutzung von Messungen (z. B. Entfernungen oder Entfernungsänderungen) können im Zuge einer differentiellen Bahnverbesserung die Parameter der Kugelfunktionsentwicklung als Unbekannte bestimmt werden. Als Messungen kommen dabei z. B. solche von der Erde zum Satelliten (SLR, GPS) oder auch zwischen Satelliten (SST) in Betracht. Eine zweite Möglichkeit besteht darin, im Satelliten spezielle Meßgeräte mitzuführen, die Funktionale des Gravitationsfeldes entlang der Satellitenbahn messen. Das können einerseits Gradiometer sein, die die Komponenten des Gravitationstensors messen. Andererseits kann mittels Altimeter die Meereshöhe bestimmt werden, die eine Näherung des Geoids als Äquipotentialfläche des Schwerepotential der Erde darstellt.
Engl. für ein leicht identifizierbares Objekt (Passpunkt) mit einer bekannten Lage, die verwendet wird, um einem Punkt auf einer Karte oder in einem Fernerkundungsbild eine geographische Referenz zu geben. Dies wird häufig verwendet bei der geometrischen Korrektur von räumlichen Datensätzen.
Syn. flight line above ground, engl. für Flugweg über Grund; scheinbare Linie am Boden, die durch die Aneinanderreihung der Subsatellitenpunkte gebildet wird. Die Subsatellitenpunkte ergeben sich aus der Aneinanderreihung der Schnittpunkte von gedachten Linien zwischen Satellit und Erdmittelpunkt mit der Erdoberfläche. Die Linie entsteht durch die Erdrotation und die Bewegung des Satelliten auf seiner Bahn. Bei geostationären Satelliten ist der Flugweg über Grund auf einen Punkt auf dem Äquator reduziert.
Engl. für Feld-, Geländedaten, Geländeinformation; Beobachtungen, Messungen und gesammelte Informationen über den aktuellen Zustand im Gelände, die zur Stützung und Validierung der Klassifikation von durch Fernerkundung gewonnenen Bilddaten (Luftaufnahmen und Satellitenbildern) dienen. Damit stellen sie für die Bildverarbeitung wichtige Zusammenhänge zwischen Fernerkundungsdaten und den beobachteten Objekten her.
Geländedaten sollten grundsätzlich zu der Zeit erfasst werden, zu der die Datenaufnahme durch Fernerkundung erfolgt. Tolerierbare Zeitunterschiede hängen von der jeweiligen Aufgabenstellung ab.
Ground truth-Daten können der Entwicklung, Kalibrierung und Bewertung von Sensoren dienen. Oft werden spektrale Eigenschaften mit Spektrometern gemessen, z.B. zur Bestimmung von optimalen Wellenlängen und Bandbreiten. Zusätzlich werden Daten zur Art des Objekts, dessen Zustand, über Rahmenbedingungen, Oberflächentemperatur usw. erhoben. Aufgabenabhängig werden auch weitere Informationen benötigt, wie Sonnenazimut und -höhe, Sonnenstrahlung, atmosphärische Trübung, Lufttemperatur, Feuchte, Windparameter, Bodenbedingungen, Tau, Niederschlag usw. benötigt.
Durch Ground-Truth-Daten ist es möglich, Fernerkundungsdaten präziser zu klassifizieren. Wenn man nur mit Fernerkundungsdaten arbeitet, können diese Daten mehrdeutig sein. Zum Beispiel könnte es Probleme bei der Unterscheidung von Mais-Feldern und Sonnenblumen-Feldern geben, weil beide in Fernerkundungsdatensätzen ähnliche Merkmalsausprägungen haben. Die aufgezeichneten Informationen lassen sich erst besser zuordnen, wenn man an einigen Stellen im Gelände Ground-Truth-Daten erhoben hat und mit diesen zusätzlichen Informationen die Fernerkundungsdaten besser klassifizieren kann.
Eine wichtige Methode zur Erhebung von Geländedaten sind die Trainingsgebiete zur überwachten Klassifizierung. Trainingsflächen für jede Klasse setzen die Identifizierung des Objektes voraus durch Ortserkundung, visuelle Interpretation von Luftbildern, Kartenauswertung, Durchsicht von Literatur und Statistiken usw.
Eine weitere Art von Geländedaten sind die Passpunkte zur geometrischen Korrektur der Fernerkundungsdaten.
Engl. Bezeichnung für die Gesamtheit verschiedener Verfahren, mit denen Messinstrumente, die auf Satelliten die Erde umkreisen, kalibriert, mögliche zeitliche Veränderungen erkannt werden, und die Langzeitmessreihen über verschiedene Satelliten-Generationen ermöglichen.
Weitere Informationen:
Permanente Ground-Truthing-Station "Zugspitze/Garmisch" (IMK-IFU)
Engl. Akronym für Global Vegetation Index; globaler Vegetationsindex.
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