Lexikon der Fernerkundung

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CALIOP

Engl. Akronym für Cloud-Aerosol Lidar with Orthogonal Polarization; in zwei Wellenlängenbereichen arbeitendes Lidar-Instrument an Bord von CALIPSO. CALIOP liefert hochaufgelöste Vertikalprofile des atmosphärischen Aerosols und der Bewölkung. Deren noch wenig bekannte Einfluss auf die Strahlungbilanz der Erde wird durch die erwarteten Daten voraussichtlich besser verstanden, und damit auch ihr Potential für die globale Klimaveränderungen.

CALIPSO

Engl. Akronym für Cloud-Aerosol Lidar and Infrared Pathfinder Satellite Observations; vormals unter der Bezeichnung PICASSO-CENA geführte Mission von NASA und CNES zur Ermittlung von Daten bzgl. Aerosol- und Wolkeneigenschaften mit dem Ziel verbesserter Klimavorhersage. Der Satellit befindet sich auf einer sonnensynchronen Umlaufbahn in 705 km Höhe bei einer Inklination von 98,2°. Seine Umlaufdauer beträgt knapp 99 min. CALIPSO führt ein Polarisations-empfindliches LIDAR als Hauptinstrument mit, ferner ein abbildendes Infrarot-Radiometer (IIR) und eine Weitwinkelkamera. CALIPSO ist Bestandteil des auf Synergieeffekte ausgelegten A-Trains. Der Start erfolgte zusammen mit CloudSAT am 28.4.2006 auf einer zweistufigen Delta II-Rakete.

Weitere Informationen:

Cal/Val-Phase

Phase zu Beginn einer Satellitenmission, in der die Instrumentnutzlast(en) kalibriert und die Datenauswertung verifiziert wird.

CARTOSAT-1 (IRS-P5)

Indische Mission zur Ermittlung hochaufgelöster Daten (2,5 m) für Zwecke der Katasterkartierung, für digitale Gelände- und Höhenmodelle, Landnutzungskartierungen und diverse GIS-Anwendungen. CARTOSAT-1 trägt zwei panchromatische Kameras, die auch im Stereo-Modus eingesetzt werden können.
Der Satellit umkreist die Erde seit Mai 2005 auf einer sonnensynchronen Bahn in 630 km Höhe, bei einer Inklination von 97,87°. Die Umlaufdauer beträgt 97,178 min.

Weitere Informationen: CARTOSAT- Missionsübersicht (ISRO)

Cassini-Huygens

Die Cassini-Huygens-Mission ist ein Gemeinschaftsprojekt der NASA und der ESA zur Erforschung des Saturn und seiner Monde. Daten von Cassini-Huygens liefern möglicherweise auch Hinweise auf das Entstehen irdischen Lebens. Die Mission ist nach Jean Dominique Cassini (1625-1712), dem italo-französischen Astronomen benannt, der einige der Saturntrabanten und die große Lücke zwischen den Saturnringen B und A entdeckte (Cassini-Teilung) sowie nach dem Holländer Christiaan Huygens (1629-1695), der 1655 den Saturnmond Titan entdeckten und die Saturnringe beschrieb.
Die Cassinisonde mit dem Landemodul Huygens wurde im Oktober 1997 gestartet und hatte wegen eines erdnahen “Swingby-”Manövers zum Teil heftige Diskussionen ausgelöst, da die Energieversorgung des Raumschiffs durch eine Plutoniumbatterie gesichert wird.

Cassini in der Integrationsphase Cassini in der Integrationsphase Reise von Cassini-Huygens Reise von Cassini-Huygens
Trennung des Landemoduls Huygens vom Orbiter Cassini Trennung des Landemoduls
Huygens vom Orbiter Cassini
Die Saturntrabanten und seine Ringstruktur Die Trabanten des Saturn
und seine Ringstruktur

Für höhere Auflösung jeweils auf das Bild klicken!

Quelle: http://www.esa.int/SPECIALS/Cassini-Huygens/SEMMD2HHZTD_1.html

Im Juni 2004 erreichte die Sonde den Saturnorbit und wird für vier Jahre dort verbleiben, die Huygens-Sonde landete im Januar 2005 auf Titan. Titan ist eines der geheimnisvollsten Objekte unseres Sonnensystems. Er ist der zweitgrößte Mond und der einzige mit einer dichten, methanreichen Stickstoffatmosphäre. Experten nehmen an, dass seine Atmosphäre derjenigen der jungen Erde ähnelt.

Weitere Informationen:

CAST

Engl. Akronym für Chinese Academy of Space Technology; eines der wichtigtigsten chinesischen Raumfahrtzentren zu Forschung, Entwurf und Produktion von Raumfahrzeugen, ihrer Komponenten und Bodensegmente.

Weitere Informationen: CAST - Startseite

CASTLE

Engl. Akronym für Computer Aided System for Teleinteractve Learning in Environmental Monitoring; ein von der Europäischen Kommission finanziertes und vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt in Köln koordiniertes Projekt. Dessen Ziel ist die Erstellung eines Lehrgangs zur Einführung in die Fernerkundung in englischer Sprache. Dieser wird in einem Virtuellen Klassenraum im Internet zugänglich sein und für angemeldete Teilnehmer daneben auch in einem Tele-Klassenraum mit online-Kommunikation und der professionellen Bildverarbeitungssoftware ERDAS stattfinden. Das Konzept für CASTLE wurde vom Geographischen Institut der CAU zu Kiel erarbeitet, es ist auch Autor der Lektionen. Zielgruppe des Lehrgangs sind im Umweltbereich, etwa in Verwaltung und Landesämtern tätige erwachsene Berufstätige. Die eigentlichen Projektinhalte werden über einen Web-Server bei der NLR in Holland bereitgestellt:
http://castle.nlr.nl (Als Nutzernamen "student" eingeben und "OK" klicken, Passwort bleibt frei).

C-Band

Frequenzbereich von 8 bis 4 Ghz (3,75 bis 7,5 cm Wellenlänge; Angaben schwankend) innerhalb des Mikrowellensegments des elektromagnetischen Spektrums. C-Band-Anwendungen finden sich auf einigen experimentellen flugzeuggetragenen SAR-Systemen, wie auch bei satellitengestützten SAR-Systemen wie den SAR-Systemen auf den europäischen ERS-1, ERS-2 und ENVISAT und dem kanadischen RADARSAT. Die Wellenlänge dieser Systeme beträgt etwa 5,6 cm, was sich für die Meereisüberwachung wie auch bei anderen Anwendungen als hilfreich erwiesen hat. Mit C-Band ausgerüstete abbildende Radare werden i.a. nicht durch atmosphärische Effekte behindert und können auch durch tropische Wolken und Regenschauer "hindurchsehen". Ihre Durchdringungsfähigkeit in Bezug auf Vegetationsbedeckung oder Böden ist allerdings auf die oberen Schichten begrenzt. Das C-Band wird u.a. auch bei Raketenleitsystemen eingesetzt.

CBERS-2

Engl. Akronym für China Brezil Earth Resources Satellite-2, im Oktober 2003 gestartete Mission zur Erkundung irdischer Bodenschätze, zum Umweltmonitoring und zur Beobachtung der Landflächen. Der Satellit fliegt in 778 km Höhe auf einem sonnensynchronen Orbit mit 98,5° Neigung. Die Umlaufzeit beträgt 100,26 Minuten, der Wiederholzyklus 26 Tage.

Weitere Informationen:

CCD

Engl. Akronym für Charge Coupled Devices, dt. ladungs(träger)gekoppelte Bauelemente/Schaltungen; flächen- oder zeilenhaft angeordnete Sensorelemente in opto-elektronischen Abtastern mit hoher Empfindlichkeit zur Bildaufnahme von Flugzeugen oder Satelliten aus. Die integrierten Schaltkreise der CCDs bestehen aus dicht angeordneten Photodioden, die Licht (Photonen) in elektrische Ladung umwandeln.
CCDs werden z.B. auf den Satelliten der SPOT-Serie verwendet. Der Vorteil dieser Aufnahmetechnik ist, dass eine gesamte Bildzeile gleichzeitig erfasst wird und nicht wie bei opto-mechanischen Systemen ein Zeitversatz entsteht. Durch die Vorwärtsbewegung der Plattform wird Zeile um Zeile lückenlos und überdeckungsfrei senkrecht zur Flugrichtung abgetastet.

Bauweise eines Charge Coupled Device Bauweise eines Charge Coupled Device Anordnung der Fotodioden in einem CCD Anordnung der Fotodioden in einem CCD
Quelle und weitere Informationen: http://micro.magnet.fsu.edu/primer/ digitalimaging/concepts/ccdanatomy.html
CCD-Detektor

Kamera, die einen CCD-Chip als Fotodetektor verwendet. Einige wichtige Vorteile von CCDs gegenüber chemischen Aufnahmeverfahren:

  • Linearität: in einem weiten Bereich erzeugen doppelt soviele Photonen ein doppelt so starkes Signal
  • Quantenausbeute: bei einem CCD reichen wenige Photonen, um eine Signal zu erzeugen
  • Einfachere Reproduzierbarkeit: chemische Verfahren haben den Nachteil, dass das Ergebnis einer Aufnahme und der folgenden Entwicklung von vielen Faktoren beeinflusst wird, wie exakte chemische Zusammensetzung der fotoaktiven Beschichtung und der bei der Entwicklung verwendeten Emulsionen, Temperaturen bei der Lagerung und Entwicklung usw.
  • Bei CCDs entfällt die Digitalisierung der Ergebnisse

CCD-Kameras haben z.B. in der Astronomie gegenüber Fotoplatten noch immer den Nachteil, dass sie nur sehr kleine Flächen abdecken können, meist wenige Quadratzentimeter. Fotoplatten gibt es deutlich grösser.

CCRS

Engl. Akronym für Canada Centre for Remote Sensing; kanadisches Fernerkundungszentrum mit empfehlenswertem Web-Auftritt.

Weitere Informationen: Canada Centre for Remote Sensing - Startseite

Ceilometer

Syn. Wolkenhöhenmesser; bodengestütztes Messgerät zur Bestimmung der Wolkenuntergrenze, bei dünneren Wolken auch für die Struktur der unteren Wolkenschicht. Mit Hilfe eines Ceilometers lassen sich fortlaufende Messungen dieser Parameter durchführen. Das zugrundeliegende Meßprinzip ist die impulsoptische Höhenmessung. Dazu wird ein Lichtimpuls oder auch ein Radarimpuls auf die Wolkenschicht ausgesendet.

Der (für das menschliche Auge - im Gegensatz zum Wolkenscheinwerfer - nicht sichtbare) Widerschein des Lichtimpulses wird dann durch einen mit einer Photozelle ausgestatteten Parabolspiegel aufgefangen. Durch die Laufzeit des Lichtimpulses oder ggf. Radarimpulses vom Sender bis zum Empfänger kann man auf die Höhe der Wolkenuntergenze schließen.

Ceilometer werden z. B. bei der Flugsicherung eingesetzt, um Piloten für den Landeanflug eine Abschätzung der Sichtverhältnisse in Nähe der Landebahn zu ermöglichen.
Die Höhe der Wolkenuntergrenze ist auch für das Verständnis des Strahlungshaushaltes der Erde und für die Entwicklung von Wolkenmodellen von großer Bedeutung. Mittels LIDAR können außerdem wichtige Informationen über die Wolkenstruktur gewonnen werden.

Ceilometer werden auch für die Wolkenforschung verwendet, bedingt durch die geringe Impulsleistung sind sie aber bezüglich der Eindringtiefe in die Wolken beschränkt. Bei gewissen Schnee- und Eiswolken können jedoch manchmal auch Eindringtiefen von bis zu 2 km beobachtet werden.

Die Darstellungsart der Ceilometer-Daten sind farbcodierte Höhenprofile über der Zeit, die zeitliche Auflösung beträgt 15 Sekunden.

Signaturen im Rückstreudiagramm des Ceilometers am IMUK der Universität Hannover vom 02.02.2002
Signaturen im Rückstreudiagramm des Ceilometers

Zur Interpretation des Höhe-Zeitdiagramms des Rückstreusignals:

  • Die Intensität des Rückstreusignals ist farblich kodiert von Blau (schwach) über Grün (mäßig) zu Rot (stark)
  • Das Signal kann durch dichte Wolken oder Niederschlag so stark abgeschwächt werden, daß darüberliegende Wolken nicht sichtbar sind.
  • Durch turbulente Fluktuationen und verringertes Signal/Rausch-Verhältnis wird auch bei klarem Himmel ein Rückstreusignale aus großer Höhe ausgewiesen.
  • Auch bei Niederschlag, der bis zum Boden fällt, reicht das Signal in der Regel nicht bis zum unteren Rand des Bildes.

Gerätebeschreibung:

Das Gerät arbeitet nach dem Lidar-Prinzip: Ein kurzer Lichtimpuls wird in der Atmosphäre abgestrahlt. Dieser wird an Wolkentropfen, Niederschlagsteilchen und Aerosolen gestreut. Die zum Gerät zurück gestreute Strahlung wird empfangen und analysiert. Aus der Laufzeit des Signals wird die Höhe des Streuobjektes bestimmt. Die Intensität der gestreuten Starhlung enthält Information über Art und Anzahl der Streuelemente.

Parameter:

Typ: Laser Ceilograph LD-WHX-05
Hersteller: Vaisala Impulsphysik GmbH
Wellenlänge: 905 nm
Meßbereich: bis 4000 m
Auflösung: 10 m - 70 m (höhenabhängig)
Abtastrate: 2 Messungen pro Minute

Quelle: http://www.muk.uni-hannover.de/meteo/ceilo.html

Weitere Informationen:

CEO

Engl. Akronym für European Centre for Earth Observation, ein Programm der EU zur Förderung des Einsatzes von Erderkundungsdaten.
Das Information on Earth Observation-System innerhalb der CEO bietet Informationen und Datenzugang.

Weitere Informationen: eoPortal - Sharing Earth Observation Resources

CEOS

Engl. Akronym für Committee on Earth Observation Satellites; 1984 gegründeter Ausschuss der meisten zivilen Raumfahrtagenturen zur Koordinierung von Erdbeobachtungsmissionen und zur Interaktion zwischen den Agenturen und einem weltweiten Nutzerkreis. In diesen Funktionen gilt das CEOS als bedeutendstes Forum.

Gegenwärtig hat CEOS zwei beständige Arbeitsgruppen:

  1. die Working Group on Information Systems and Services (WGISS) mit dem Ziel der Koordinierung und der Standardisierung des Umgangs mit Fernerkundungsdaten, um den Datenzugang zu erleichtern und ihren Nutzeffekt zu erhöhen,
  2. die Working Group on Calibration and Validation (WGCV) mit der Aufgabe die Qualität, Genauigkeit und Langzeit-Verfügbarkeit von Erderkundungsdaten sicher zu stellen.

Weitere Informationen:

CERES

Engl. Akronym für Clouds and the Earth's Radiant Energy System; für das Erdbeobachtungssystem der NASA (EOS) entwickelte Radiometer, die in drei Kanälen das von der Erdoberfläche reflektierte Sonnenlicht, die von der Erde emittierte thermische Strahlung sowie die Gesamtsumme der Strahlung vom oberen Rand der Atmosphäre bis zur Erdoberfläche messen: Ein Kurzwellenkanal (0,3 - 5,0 µm) zur Messung des reflektierten Sonnenlichts, ein Langwellenkanal, um die von der Erde emittierte Thermalstrahlung im 8-12 µm-Fenster zu messen und ein Breitbandkanal, um alle Wellenlängen zu erfassen. Aus diesen Daten werden Informationen über den Strahlungshaushalt der Erde gewonnen. Die Instrumente ermitteln auch die Wolkeneigenschaften einschließlich ihrer Ausdehnung, Höhe, Mächtigkeit und Partikelgröße. Diese Messungen sind für das Verständnis der globalen Klimaveränderungen von entscheidender Bedeutung sowie für die Verbesserung von Klimamodellen. CERES-Instrumente sind installiert auf den Satelliten von TRMM und EOS (Terra, Aqua) und stellen eine Weiterentwicklung von ERBE dar.

Von TRMM-CERES-Daten abgeleitete Strahlungsanomalien
während eines ENSO-Ereignisses (Januar 1998 minus Januar 1985-89)

Kurzwellenbereich

Kurzwellenbereich

Langwellenbereich

Langwellenbereich

Globale Beobachtungen der Bewölkung und der Strahlung tragen zu einer verbesserten wissenschaftlichen Fundierung von saisonalen bis interannuellen Klimavorhersagen bei. Beispielsweise zeigen frühe CERES-Daten von TRMM, dass ENSO (http://www.enso.info) ein markantes Strahlungsmuster über dem Pazifikbecken aufweist, begleitet von hochreichender Konvektion über dem tropischen Ostpazifik und deutlich klarerem Himmel über dem tropischen Westpazifik. Starke Strahlungsanomalien im kurzwelligen und langwelligen Bereich wurden in der Spätphase des ENSO-Ereignisses von 1997/98 beobachtet (d.h. im Vergleich zu einem mit ERBE ermittelten 5-jährigen Mittel). Die Strahlungscharakteristika sind eng mit Ausmaß, Art und Mächtigkeit der Bewölkung korreliert.

Quelle: http://asd-www.larc.nasa.gov/ceres/brochure/seasonal.html

Weitere Informationen:

CGMS

Engl. Akronym für Coordination Group for Meteorological Satellites

Weitere Informationen: Coordination Group for Meteorological Satellites - Startseite (WMO)

CHAMP

Engl. Akronym für Challenging Mini-Satellite Payload for Geophysical Research and Application; deutsches Satellitenprojekt zur Bestimmung des Gravitationsfeldes und des Magnetfeldes der Erde, zur Präzisierung des Geoids, zur Ermittlung der Verteilung von Temperatur, Feuchte und Druck in Tropo- und Stratosphäre sowie der Elektronendichte in der Ionosphäre. Für diese Aufgaben werden folgende Instrumente eingesetzt:

  • CHAMP GPS Sounder
  • CHAMP gravity package (Accelerometer+GPS)
  • CHAMP magnetometry package (1 Scalar + 2 Vector Magnetometer)

Der Satellit wurde im Juli 2000 auf seine geneigte (87°), nicht-sonnensynchrone Umlaufbahn in 470 km Höhe gebracht.
Das Nachfolgeprojekt GRACE ist bereits gestartet.

Der von Astrium gebaute Satellit Champ Der von Astrium gebaute Satellit Champ Quelle: http://www.gfz-potsdam.de/pb1/op/champ/media_CHAMP/ Prinzip der CHAMP-Okkultationsmessung Prinzip der CHAMP-Okkultationsmessung Quelle: http://www.gfz-potsdam.de/news/Schulen/folien.html

Von CHAMP aus gesehen, geht immer gerade einer der 24 GPS-Satelliten hinter der Erde unter. Durch die Atmosphäre wird das Signal dieses Satelliten zu CHAMP hin gebogen. Der Brechungsindex jedes Mediums hängt ab von seiner optischen Dichte. Die Dichte der Atmosphäre wiederum hängt ab von der Temperatur und dem Wasserdampfgehalt. Aus der Brechung des GPS-Signals lässt sich das vertikale atmosphärische Profil der Temperatur und der Feuchte bestimmen.

Weitere Informationen:

change detection

Engl. für Veränderungsdetektion, -erkennung; durch den Vergleich multitemporaler Bilddaten von unterschiedlichen Aufnahmezeitpunkten abgeleitete Veränderungen von Objekten. Bei digitalen Satellitendaten werden solche Veränderungen bei der Bildüberlagerung sichtbar, wenn z.B. eine Bilddatenmatrix von der anderen abgezogen wird. Das Ergebnis erschließt sich aus der Bildanalyse. Zu den Themen für change detection gehören: Desertifikation, Waldflächenveränderungen, Siedlungsentwicklung, phänologisch-saisonale Themen, Fragen der militärischen Verifizierung.

China National Space Administration (CNSA)

Die staatliche Weltraumorganisation der Volksrepublik China. Sie ist für die Unterzeichnung von Regierungsabkommen bzgl. Raumfahrtaktivitäten zuständig sowie für die Durchsetzung der nationalen Weltraumpolitik, für die Organisation und Koordination der nationalen Weltraumforschung und der weltraumbezogenen Technologie und Industrie.

Weitere Informationen: CNSA - Startseite

CIR-Bilder

Engl. Akronym für Colour infrared images; Bilder mit erhöhter Infrarotempfindlichkeit des Filmmaterials, welche insbesondere zur Interpretation von Vegetationserscheinungen verwendet werden, so z.B. bei der Waldschadenskartierung oder bei der Biotoptypenkartierung.

CLIVAR

Engl. Akronym für Climate Variability and Predictability Experiment; internationales Programm zur Erforschung vielfältiger Fragen zur natürlichen Klimavariabilität und zum anthropogen bedingten Klimawandel. CLIVAR ist in das umfassendere World Climate Research Programme (WCRP) eingebettet. Es soll die Variabilität und Vorhersagbarkeit von Klima auf saisonalen bis jahrhundertweiten Zeitskalen beschreiben und verstehen helfen, die verantwortlichen physischen Prozesse aufspüren, einschließlich anthropogener Auswirkungen sowie die Fähigkeiten zu Modellierung und Vorhersage in praktikablem Rahmen entwickeln.

Weitere Informationen: CLIVAR - Startseite (WCRP)

cloud (radiative) forcing

Engl. für Wolkeneinfluss; der Begriff bezeichnet den Unterschied der Komponenten der Strahlungsbilanz bei durchschnittlicher Bewölkung und bei wolkenfreien Bedingungen. Vereinfacht gesagt können Wolken nach aktuellem Kenntnisstand die Albedo von 15 % auf 30 % erhöhen, was eine Reduzierung der absorbierten Solarstrahlung von ungefähr 50 W/m² zur Folge hat. Dieser kühlende Effekt wird z.T. durch die Treibhauswirkung der Wolken wettgemacht, der die ausgehende langwellige Strahlung (OLR) um ca. 30 W/m² mindert, sodass der Nettoeinfluss der Wolken auf die Strahlungsbilanz zu einem Verlust von 20 W/m² führt. Wären die Wolken hypothetisch entfernt und alle anderen für die Strahlungsbilanz wichtigen Faktoren blieben gleich, käme die eben genannte Energiemenge hinzu, und die Erdatmosphäre würde sich erwärmen.

Wolken und ihr Einfluss sind eine der größten Unsicherheiten bei der Berechnung des Klimas der Zukunft mit Hilfe globaler Klimamodelle.

Weitere Informationen: Erstellung von eigenen Animationen zum Cloud Forcing auf Kartenbasis (NASA EO)

CloudSAT

Experimentelle Satellitenmission der NASA zur Messung der vertikalen Wolkenstruktur aus dem Weltall. Der Satellit wird detaillierte, dreidimensionale Bilder liefern, die eine bessere Analyse der Bewölkung ermöglichen (Vertikalprofile zur Verteilung von Wasser und Eis), z.B. im Zusammenhang mit dem globalen Klimasystem und dessen Modellierung. Bessere Wetter- und Klimaprognosen werden erwartet. Die Beobachtungen von CloudSAT sollen auch das Verständnis für die Rolle von Aerosol bei der Wolkenbildung verbessern. Gleichzeitig dienen sie der Verbesserung und Validitierung von Daten anderer Satelliten. CloudSAT wird in Formation zusammen mit Aqua und CALIPSO fliegen. Er ist einer der ersten Satelliten, die Wolken auf einer globalen Basis beobachten.
Seine Umlaufbahn in 705 km Höhe ist sonnensynchron bei einer Inklination von 98,2°, die Umlaufzeit beträgt 98,8 min.
Das eingesetzte Instrument ist ein mit 94 GHz arbeitendes, senkrecht messendes Radarsystem, das die von den Wolken rückgestrahlte Energie als Funktion der Entfernung vom Radarsystem misst.
Der Start erfolgte zusammen mit CALIPSO am 28.4.2006 auf einer zweistufigen Delta II-Rakete.

CloudSAT
(künstlerische Darstellung) CloudSAT Quelle: http://cloudsat.atmos.colostate.edu/
CloudSAT
Schema der Untersuchungsziele CloudSAT, Schema der Untersuchungsziele Quelle: http://essp.gsfc.nasa.gov/cloudsat/index.html

Weitere Informationen:

CLS

Franz. Akronym für Collecte Localisation Satellite; Tochter der französischen Raumfahrtagentur CNES, des französischen Ozeanforschungsinstituts IFREMER und mehrerer französischer Finanzinstitute. CLS bietet satellitengestützte Positionierungsdienste, die Sammlung von Umweltdaten sowie Daten zur Meeresbeobachtung zur Nutzung durch Regierung, Industrie und Wissenschaft. Hierzu arbeitet CLS eng mit CNES, NOAA, EUMETSAT, JAXA und INPE zusammen.

Weitere Informationen:

Cluster II

Mission der ESA zur Untersuchung der Interaktion zwischen der Sonne und der irdischen Magnetosphäre. Insbesondere sollen die rapiden Änderungen untersucht werden, die in der Magnetosphäre vor sich gehen, wenn Sonnenwinde eine große Anzahl von elektrisch geladenen Partikel wie Protonen und Elektronen zur Erde bringen.
Die vier identischen Satelliten der Mission mit jeweils elf Instrumenten an Bord wurden von den wissenschaftlichen Einrichtungen der verschiedenen ESA-Mitgliedsstaaten entwickelt. Sie wurden im Sommer 2000 (Salsa und Samba im Juli, Rumba und Tango im August) auf stark elliptisch Polarumlaufbahnen zwischen 19.000 und 119.000 Kilometer Höhe eingeschossen. Die Satelliten bewegen sich in einer tetraedischen Formation, d.h. in Form einer dreiseitigen Pyramide und realisieren damit die erste präzise, dreidimensionale Studie der Änderungen und Prozesse, die sich um die Erde abspielen.

Weitere Informationen: Cluster Mission - Startseite (ESA)

CMYK-Farbmodell

Bezeichnung für ein subtraktives Farbsystem unter Verwendung der engl. Farbbezeichnungen Cyan, Magenta, Yellow, Black. Dabei lassen sich alle anderen Farben aus den genannten herstellen. Es wird häufig in der Druckindustrie verwendet. Der Buchstabe K aus dem Wort Black wurde anstelle des B gewählt, um eine Verwechslung mit der Farbe Blue im RGB-Farbmodell auszuschließen.

Alle Farbtöne werden in einem dreidimensionalen Vektorraum festgelegt. Im Gegensatz zum additiven Farbmodell, bei dem durch Hinzufügen von Farbanteilen der Farbton heller wird, wird bei dem subtraktiven CMYK-Farbmodell durch das Hinzufügen von (Drucker-)Farbe mehr Licht absorbiert. Als Folge wird der Farbton dunkler.

Die zusätzliche Farbe Schwarz dient nicht der Farbgebung, sondern lediglich zum Abdunklen von Farben und sie wird verwendet, weil der Zusammendruck der drei Grundfarben zwar theoretisch, aber nicht in der Praxis Schwarz ergibt.

Einer der wesentlichen Vorteile dieses Systems ist es, dass Farbtabellen als Ergebnis der unterschiedlichen Mischung der 4 Farben verwendet werden können. Zu jeder Farbe ist der prozentuale Anteil der vier Grundfarben angegeben, die wiederum zur Definition der Farbe in der Software verwendet werden können.

CMY-Farbmodell CMY-Farbmodell Quelle: Geoinformatik-Service, Universität Rostock
CNES

Franz. Akronym für Centre National d'Etudes Spatiales: Französische Raumfahrtagentur.

Coastal Zone Color Scanner (CZCS)

Das erste Satelliteninstrument, das speziell für die Beobachtung der Ozeanfarbe gebaut wurde. Zwar haben auch Instrumente anderer Satelliten die Ozeanfarbe dokumentiert, aber deren Spektralbänder und Auflösung waren für geographische und meteorologische Zielsetzungen optimiert. Im CZCS ist  jeder Parameter für den Einsatz über Wasser optimiert. Der CZCS war auf dem Wettersatelliten Nimbus-7 der NASA installiert. Er wurde 1986 abgeschaltet.

CORINE

Engl. Akronym für Coordinated Information on the European Environment; im Rahmen des CORINE Land Cover-Projektes erfolgte die erstmalige flächendeckende Erfassung der gesamten Europäischen Union anhand von Satellitenbildern. Als Ergebnis steht die Erfassung der Bodenbedeckung bzw. Landnutzung nach einer einheitlichen Methodik und standardisierter Nomenklatur (44 Klassen gegliedert in 3 hierarchischen Ebenen) im Maßstabsraum von 1:100.000 mit einer minimalen Flächengröße von 25 Hektar zur Verfügung.

Die Erhebung von Landnutzungsdaten durch Satellitenaufnahmen dient der Klärung u.a. folgender Fragen:

  • In welchem Ausmaß verändern sich die vom Menschen genutzten Flächen in Europa?
  • Welcher Belastung sind Mensch und Umwelt durch die Art und Weise der Inanspruchnahme von Flächen ausgesetzt?

Erstmalig wurden um das Jahr 1990 die Satellitendaten hinsichtlich der Landnutzungen in Europa ausgewertet. Jetzt liegen aktuelle Daten vor. Sie basieren auf Satellitenaufnahmen um das Jahr 2000 und machen deutlich, welche Veränderungen sich in diesen zehn Jahren sowohl in Europa als auch in Deutschland vollzogen haben, wie zum Beispiel der anhaltende Trend der Flächenversiegelung in den Außenbereichen der Städte oder Renaturierungsmaßnahmen in Tagebaugebieten. Die Daten sind auf der CORINE Website des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) verfügbar.
Europäische Umweltpolitik braucht grenzüberschreitend verlässliche, objektive und vergleichbare Informationsgrundlagen gerade für die Frage, wie Flächen und Böden genutzt werden. Mit dem Projekt CORINE (Coordinated Information on the Environment) Land Cover 2000 - gefördert durch die Europäische Union und die Europäische Umweltagentur gemeinsam mit den Mitgliedstaaten - steht ein Informationssystem zur Landnutzung und deren Änderung zur Verfügung. Die Satellitenfernerkundung ist hierbei erfolgreich für die Erstellung dieser europaweit harmonisierten, digitalen Kartierung genutzt worden.
Die Landnutzung ist eine entscheidende Kenngröße für die Bewertung der Umweltbelastungen in der Folge menschlichen Handelns. Dünge- und Pflanzenschutzmittel gelangen auf Äcker und Wiesen und beeinflussen die Qualität von Gewässern, Böden und Luft. Abbauflächen und Deponien belasten vorwiegend deren nähere Umgebung. Aber auch großräumige, grenzüberschreitende Umweltwirkungen über Luft und Wasser hängen in starkem Maße von der Landnutzung und den unterschiedlichen Aufnahme- und Umsetzungseigenschaften der betrachteten Ökosysteme ab.

Deutschland dargestellt mit den
CORINE land Cover-Daten Deutschland dargestellt mit den CORINE land Cover-Daten

Legende:

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Quelle: http://www.dlr.de/dlr/News/pi_211204_corine.htm

Die Grundlage bildeten Aufnahmen der Erdbeobachtungssatelliten Landsat-5 und Landsat-7, die nach abgestimmter Methodik interpretiert wurden. Von den europaweit vorkommenden 44 Landnutzungsklassen - wie Siedlungsflächen, landwirtschaftlich genutzte Flächen, Wald und naturnahe Ökosysteme sowie Feuchtgebiete und Wasserkörper - sind in Deutschland 37 Kategorien vertreten, die wichtig für den Umweltschutz und den Naturhaushalt sind. So lassen sich sowohl Informationen über die Eigenschaften und räumliche Verteilung der schützenswerten naturnahen Ökosysteme als auch gesundheitsrelevante Kriterien herleiten.
Die Kartierung Deutschlands wurde als Teil des europäischen Gemeinschaftsprojekts CORINE Land Cover 2000 mit der Europäischen Union, der Europäischen Umweltagentur und 29 europäischen Staaten durchgeführt (siehe auch EEA Dataservice). Innerhalb eines Forschungsvorhabens aus dem Umweltforschungsplan wurde das Deutsche Fernerkundungsdatenzentrum DFD) des DLR hiermit beauftragt.

Weitere Informationen:

CORIOLIS

Franz. Akronym für Circulation Océanique par Réseau Intégré d'Observations Longue durée In Situ; Teil eines im Aufbau befindlichen französischen Systems zur operationellen Beobachtung und Vorhersage des Ozeanverhaltens. Das System besteht aus drei Elementen:

  • Beobachtung der Meeresoberfläche mit Hilfe von Satellitenfernerkundung,
  • in situ-Messungen von Schiffen, von verankerten oder frei treibenden Bojen aus,
  • Zusammenführung der Satelliten- und der in situ-Daten in einem Ozean-Zirkulationsmodell.

Coriolis repräsentiert den in situ-Teil des Systems.

Weitere Informationen: Coriolis - Startseite

CORONA

Bezeichnung für das erste Programm der USA zur Satellitenaufklärung. Das erste funktionierende System war ein mit dem Kürzel KH 1 (KH für 'key hole') versehener Satellit, der im August 1960 gestartet wurde. Er belichtete mit einer 70-Grad-Weitwinkel-Kamera mehr als 1000 m Filmmaterial für eine komplette Fotolandkarte der UdSSR. Seine räumliche Auflösung betrug 10 m. Der belichtete Film wurde mittels eines Wiedereintrittskanisters zur Erde befördert. Ein Transportfluzeug fing die Filmkapsel auf, während sie am Fallschirm herunterschwebte. Das CORONA-Programm lief 1972 aus. Der Geheimhaltungscharakter wurde 1995 aufgehoben, die Materialien werden dem Nationalarchiv (NARA) überstellt.

Weitere Informationen:

COROT

Engl. Akronym für Convection Rotation and Planetary Transits; nach JASON und PICASSO-CENA ist COROT das dritte Element des kostengünstigen, wissenschaftlichen Programms des CNES. COROT profitiert von der Plattform PROTEUS (Plate-forme Reconfigurable pour l'Observation, les Télécommunications et les Usages scientifiques - Rekonfigurierbare Plattform für die Beobachtung, die Telekommunikation und wissenschaftliche Aufgaben), ein neues Konzept das für Satelliten mit einer Masse um die 500 kg entwickelt wurde. COROT arbeitet mit einem Weltraumteleskop von 30 cm Durchmesser. Der Satellit wird Ende 2006 gestartet . Es handelt sich dabei um die erste Weltraum-Mission für Stellar-Seismologie und Forschung nach Tellur-Planeten.

Weitere Informationen:

Cosmos

Russische Satelliten, die u.a. die hochauflösenden KRV1000- und TK350-Kameras tragen.

Cosmo-SkyMed

Engl. Akronym für Constellation of small Satellites for Mediterranean basin Observation; dual-use-Mission unter Führung der italienischen Raumfahrtagentur (ASI) mit vier Satelliten, ausgestattet mit einem X-Band SAR (SAR 2000). Der Orbit wird sonnensynchron in einer Höhe von 619 km verlaufen und eine Umlaufdauer von 97,86 Minuten besitzen.
Hauptaufgaben des Systems sind das Umweltmonitoring vor allem des italienischen Territoriums, Kartierungsaufgaben sowie Territorialschutz und strategische Verteidigung. Cosmo-SkyMed kann in das System der optisch arbeitenden Satelliten des französischen Pleïades-Programmes integriert werden. Der erste Start ist für 2005 projektiert.

Weitere Informationen: Cosmo-SkyMed - Startseite (Alenia)

COSPAS-SARSAT

Internationales, satellitengestütztes Such- und Rettungssystem zur Erfassung und Lokalisierung von Notfunkbaken (EPIRBs), die auf Schiffen, in Luftfahrzeugen, aus Landfahrzeugen und/oder von Einzelpersonen aktiviert werden. Es basiert auf der Technik des Argos-Systems.

Das "International COSPAS-SARSAT Programme Agreement" wurde am 1. Juli 1988 in Paris von der damaligen Sowjetunion, den USA, Kanada und Frankreich gegründet. Mittlerweile sind dem Programm viele weitere Länder beigetreten, und von 1982 bis August 2006 wurden durch das COSPAS-SARSAT-System insgesamt 20.300 Personen gerettet. Die russische Abkürzung COSPAS steht für Cosmicheskaya Sistyema Poiska Avariynich Sudow (Weltraumsystem für die Suche nach Schiffen in Seenot); die englische Abkürzung SARSAT bedeutet Search and Rescue Satellite - Aided Tracking (Satellitenortungssystem für den Such- und Rettungsdienst).

COSPAS-SARSAT System Overview

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Quelle: NOAA

Das COSPAS-SARSAT-System besteht aus sechs polumlaufenden Wetter- und Klimasatelliten (Low-Earth Orbiting Search and Rescue, LEOSAR) und fünf geostationären Satelliten (Geostationary Search and Rescue, GEOSAR). All diese Satelliten empfangen Signale auf der internationalen Notfunkfrequenz 406 MHz. Die Signale werden bei nächster Gelegenheit an eine Bodenstation (LUT, Local User Terminal) weitergeleitet. Von der Bodenstation aus werden die Daten über ein Mission Control Center (MCC) an das regional zuständige Rescue Coordination Center (RCC, Rettungsleitstelle) weitergeleitet. In Deutschland ist das die Seenotleitung Bremen der Dt. Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger.

Die polumlaufenden Satelliten des LEOSAR-Systems umlaufen die Erde in etwa 100 Minuten auf einer gegenüber dem Äquator um 83° (COSPAS) bzw. 99° (SARSAT) geneigten Bahn, so dass ein gegebener Punkt auf der Erdoberfläche nach spätestens vier Stunden von einem der Satelliten erfasst wird. Falls im empfangenen Notsignal keine GPS-Position enthalten ist, kann ein solcher Satellit aus seiner Eigenbewegung gegenüber der Signalquelle und der daraus resultierenden Frequenzänderung durch den Dopplereffekt die ungefähre Position der Signalquelle mit einer Genauigkeit von etwa 1-3 Seemeilen bestimmen.

Die geostationären Satelliten des GEOSAR-Systems können mangels Eigenbewegung gegenüber der sendenden EPIRB nicht selbst deren Position bestimmen. Ihr Vorteil liegt darin, daß sie ständig große Teile der Erdoberfläche im Blick haben und dementsprechend schnell Notsignale empfangen und weitergeben können.

Zur Unterstützung älterer Notfunkbaken empfangen die Satelliten des COSPAS-SARSAT-Systems zur Zeit auch Signale auf der Flugnotfunkfrequenz 121,5 MHz und teilweise auch auf der Militärnotfunkfrequenz 243 MHz. Aufgrund zahlreicher Nachteile dieser Frequenzen wird diese Unterstützung aber zum 1. Februar 2009 eingestellt.

Weitere Informationen:

CPR

Engl. Akronym für Cloud Profiling Radar; gemeinsame Mission von NASA und CSA

CRISTA

Engl. Akronym für Cryogenic Infrared Spectrometers and Telescopes for the Atmosphere; an der Universität Wuppertal entwickeltes, horizontsondierendes System zur Messung infraroter Emissionen der irdischen Atmosphäre. Sein Einsatz erfolgte in den neunziger Jahren an Bord von Space Shuttle.

Weitere Informationen: CRISTA - Startseite

CryoSat

Satellit zur Vermessung der terrestrischen und marinen Eisdicken in Arktis und Antarktis, der damit wichtige Daten für die Klimaforschung liefern wird. Die bedeutendste Auswirkung einer Klimaveränderung könnte eine Zu- oder Abnahme der Eismassen der Erde sein. Diese ist jedoch schwer zu beobachten, da bislang nur die Fläche des Eises von Satelliten bestimmt werden kann, nicht jedoch seine Dicke bzw. das Volumen. Mit CryoSat wird man erstmals Veränderungen in der Dicke des Eises beobachten können. Deshalb kommt den Polargebieten eine wesentliche Rolle beim Verständnis und der Beobachtung von Klimaschwankungen zu. Auch wird es mit CryoSat möglich sein, im Gegensatz zu den älteren Missionen ERS 1/2 (Beobachtungsfeld nur bis je 81° N/S), die kompletten Polarregionen zu dokumentieren.
Drei Aspekte besitzen eine besondere Bedeutung:

  • Schnee und Eis reflektieren das Sonnenlicht besonders gut
  • Eisschichten auf der Meeresoberfläche isolieren das darunter befindliche Wasser
  • große Mengen tauenden Eises können intensive Ozeanströmungen bewirken.

Alle diese Faktoren reagieren empfindlich auf geringe Veränderungen.
Der Raumflugkörper soll die Erde in 720 km Höhe mit 92° Neigung auf einem nicht-sonnensynchronen Orbit umkreisen. Der Wiederholzyklus beträgt 369 Tage. CryoSat arbeitet mit dem SAR/interferometrischen Radaraltimeter SIRAL (horizontale Auflösung ca. 300 m) und dem Empfänger DORIS zur genauen Bahnbestimmung. Im Gegensatz zu älteren Radarsatelliten wie z.B. ERS-1 und -2, verfügt CryoSat über zwei Radarantennen. Damit kann die Erdoberfläche räumlich vermessen werden. Das Prinzip ist vergleichbar der Methode, die bei der SRTM-Mission angewandt wurde. Es ermöglicht Höhenmessungen bis zu einer Genauigkeit von 1-3 cm. Dazu sendet ein Radar pro Sekunde 20.000 Pulse aus und empfängt die vom Boden zurückgeworfenen Echos. Aus der Laufzeit der Signale lässt sich die Entfernung zur Oberfläche bestimmen.
Voraussetzung für die Präzissionsmessungen ist die zentimetergenaue Kenntnis der Orbithöhe über der Erdoberfläche. In CryoSat ist dazu das französische DORIS-System eingebaut. Die Außenseite des Satelliten trägt außerdem einen Laserreflektor. Ähnlich wie beim Radarstrahl wird die Laufzeit eines von der Erde gesendeten und vom Reflektor zurückgeworfenen Laserpulses gemessen und daraus die Bahnhöhe ermittelt.
Die horizontale Auflösung von SIRAL beträgt ca. 300 m.
CryoSat ist der erste Satellit des ESA-Programms Living Planet und sollte im Rahmen der Earth Explorer Gelegenheitsmissionen im Oktober 2005 mit einer Rockot-Trägerrakete vom russischen Weltraumbahnhof Plesetzk gestartet werden. Die Mission schlug wegen eines Fehlers der Trägerrakete fehl. Der Bau von CryoSat-2 ist beschlossen, der Start für März 2009 vorgesehen.

Der Eissatellit CryoSat Der Eissatellit CryoSat Quelle: http://www.cryosat.de/

Weitere Informationen:

CSA

Engl. Akronym für Canadian Space Agency, die kanadische Weltraumagentur


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