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Engl. validation, franz. validation; nach DIN 18716 die "Bewertung von Ergebnissen einschließlich der verwendeten Algorithmen".
Neu entwickelte, relativ kleine Trägerrakete der ESA,
ASI und CNES
zum Transport von Satelliten in der Größe
zwischen 300 und 2.500 kg für Zwecke der Wissenschaft und Erdbeobachtung.
Die Vega ist Europas neue kleine Trägerrakete. Ihre Leistung wird die des Schwerlastträgers Ariane 5 und der mittelgroßen Sojus ergänzen. Sie wurde für eine ganze Reihe von Missionen und Nutzlastkonfigurationen entworfen, so dass man sich gute Chancen am Markt erhofft. Die Konfigurationen reichen von einem einzigen Satelliten bis hin zu einem Haupt- und sechs Mikrosatelliten. Je nach Art und Höhe der vom Kunden gewünschten Umlaufbahn kann die Vega Nutzlasten mit einer Masse zwischen 300 Kilogramm und 2.500 Kilogramm ins All bringen. Als Eckwert gilt die Beförderung einer Masse von 1.500 Kilogramm in eine polare Umlaufbahn in 700 Kilometern Höhe.
An Vega sind insgesamt sieben Nationen beteiligt: Italien (65 %), Frankreich (12,43 %), Belgien (5,63 %), Spanien (5 %), die Niederlande (NIVR, 3,5 %), die Schweiz (EKWF, 1,34 %) und Schweden (0,8 %). Deutschland war bei der Entwicklung nicht beteiligt, da das DLR keinen Markt für einen neuen Träger sah und auf die verfügbaren russischen Träger verwies. Nachdem deren Startpreise stark angestiegen sind, wurde vor dem Jungfernflug angekündigt, sich bei einer Weiterentwicklung zu beteiligen.
Der erste Start wurde am 13. Februar 2012 in Kourou erfolgreich absolviert. Die Nutzlast bestand aus dem 390 kg schweren LARES Satelliten sowie acht Kleinstsatelliten (12,5 kg und 7 mal etwa 1 kg) von insgesamt sechs europäischen Nationen.
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The VEGA Launcher Vega's principal mission is to inject payloads of between 600 kg and 2,500 kg into a low polar orbit (300 to 1,500 km). Vega is in the ‘small launchers’ class with a mass at lift-off (excluding payload) of about 136 tonnes and a length of about 30 metres. Its 3 first stages have solid propellant (P80, Zefiro 23 and Zefiro 9), a fourth storable bi-propellant stage (AVUM) and a fairing for housing the payloads. The Vega launcher, with a payload of 2,500 kg, carries a maximum amount of about 122 tonnes of dangerous substances including 120 tonnes of Butalane-type solid propellant. These characteristics should be compared with that of the Ariane 5G launcher, in other words a total mass of 694 tonnes of dangerous substances including 475 tonnes of Butalane-type solid propellant. Für größere Darstellung auf Grafiken klicken. Quellen: ESA - CNES - arianespace |
Weitere Informationen:
Bezeichnung für ein Programm mehrerer europäischer Raumfahrtagenturen zum Monitoring der Vegetationsbedeckung im täglichen Rhythmus auf regionaler und globaler Ebene sowie für ein diesbezügliches kleines Modul Bord des Satelliten Spot-4. Végétation arbeitet im optischen Bereich mit 4 Kanälen. Das Modul beobachtet die Erde mit zwei 250 km breiten Streifen und einer Auflösung von ca 1 km, wobei eine tägliche Abdeckung der Erdoberfläche gewährleistet ist. Végétation ist fähig, Tag für Tag den Zustand und die Entwicklung von Wäldern und vor allem Kulturpflanzen zu verfolgen und sehr präzise Prognosen für die Ernten, insbesondere die Getreideernten zu erstellen.
Weitere Informationen:
Satellitenmission der NASA und der University
of Maryland zur Darstellung der dreidimensionalen Struktur der Wälder der
Erde mit Hilfe aktiver laserinduzierter Beobachtung (Lidar).
Im lokalen und regionalen Maßstab liefert VCL neue Messungen über
das Alter und den Zustand von Waldökosystemen. In globalem Maßstab
liefern VCL-Karten eine Inventur der Waldbiomasse und neue Messungen der Textur
der Landbeckung. Die Bestimmung der Landbedeckung dient der Modellbildung, des
Monitorings und der Entwicklungsprognose
terrestrischer Ökosysteme, ebenso wie der Klimamodellierung und -vorhersage.
Ein weiteres Ziel ist die Gewinnung von globalen Referenzhöhendaten.
Die Mission wird möglicherweise nicht realisiert.
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Vegetation Canopy Lidar The VCL mission experienced implementation difficulties such that it was necessary for NASA to postpone indefinitely further phases of project execution. Quelle: http://essp.gsfc.nasa.gov/vcl/index.html |
Dieser von der NOAA entwickelte Index ist ein Gradmesser der Vegetationsgesundheit basierend auf der Kombination der Grünintensität der Vegetationsdecke (NDVI) und der Temperatur (Brightness Temperature, BT).
NOAA verwendet die Bezeichnung VHI gleichzeitig als Oberbegriff für eine Gruppe verwandter Indices zur Vegetationsgesundheit. Sie sind alle aus den Strahlungswerten abgeleitet, die vom Advanced Very High Resolution Radiometer (AVHRR) an Bord der Satelliten NOAA-7, 9, 11, 14, 16 and 18 ermittelt wurden. Die Daten (1981-Gegenwart) haben eine räumliche Auflösung von 4 km und sie stellen ein Komposit aus den Werten von jeweils 7 Tagen dar ( zeitliche Auflösung ).
Die VHI können als Proxydaten dienen zum Monitoring von Vegetationsgesundheit, Dürren, Feuchtigkeit, Temperaturverhältnissen, Feuerrisiko, Grünintensität der Vegetationsdecke, Blattflächenindex, Beginn/Ende der Vegetationsperiode, Produktivität von Ackerfrüchten und Grünland, ENSO-bezogene Telekonnexionen, Desertifikation, mückenübertragene Krankheiten, invasive Arten, ökologische Resourcen, Landdegradation usw.
Daten sind zusammen mit anderen Index-Typen nach Zeit und Region auf der entsprechenden NOAA / NESDIS-Seite abrufbar.
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Vegetationsgesundheitsindex für Europa in der gleichen Kalenderwoche zweier aufeinanderfolgender Jahre Quelle: NOAA - Nesdis |
Weitere Informationen: Monitoring Vegetation Condition from NOAA Operational Polar-Orbiting Satellites (F. Kogan, NOAA / NESDIS)
Die Reduktion von Multispektralmessungen auf einen einzelnen Wert zur Vorhersage
und Bewertung von Merkmalen der Pflanzendecke. Beispiele solcher Merkmale sind
Blattfläche, Gesamtbiomasse, frische und trockene Biomasse, Chlorophyllgehalt,
Pflanzenhöhe, Getreide- oder Futterertrag, Pflanzenstress. Die dazu entwickelten Verfahren beruhen darauf, dass lebende Vegetation im roten Spektralbereich (0,6 bis 0,7 µm) Licht stark absorbiert, während sie im nahen Infrarot-Bereich (0,7 bis 1,1 µm) stark reflektiert. Das heißt Vegetationsindizes machen sich den starken Anstieg des Reflexionsgrades photosyntheseaktiver Vegetation vom roten zum nah-infraroten Bereich zunutze. Chlorophyll reflektiert im nahen Infrarot ungefähr sechsmal stärker als im sichtbaren Spektrum.
Aus diesem Grunde können Verhältniswerte als Vegetationsindizes dienen.
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Vegetationsindex in Abhängigkeit von der Niederschlagsmenge für zwei australische Stationen Quelle: http://www.cmis.csiro.au/rsm/research/salmapmon/figure3.htm |
Seit den 1970er Jahren sind verschiedene Rechenverfahren zur Bestimmung des Vegetationsanteils entwickelt worden. Den einfachsten Typ von Vegetationsindex (VI) erhält man, indem man die Reflexion aus dem nahen Infrarot-Band (NIR) durch die Reflexion (R) aus dem roten sichtbaren Band dividiert:
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Der Quotient ist größer je umfangreicher die gesunde grüne
Vegetation ist. Die erklärt sich daraus, dass Vegetation stärker im
NIR reflektiert als im roten sichtbaren Bereich. Im sichtbaren Teil des elektromagnetischen
Spektrums reflektieren grüne Pflanzen nur sehr gering, was durch die
hohe Absorption innerhalb der Blätter zu erklären ist. Im Spektralbereich
um 0,7 mm, am Übergang zum nahen
Infrarot, ist eine sehr starke Zunahme der reflektierten Strahlung
zu verzeichnen. Im gesamten Infrarotbereich liegt der Reflexionsanteil zwischen
40 und 50%. Die Absorption in diesem Wellenlängenbereich durch die Blätter
beträgt weniger als 10%. Der Rest der Strahlung wird transmittiert. Absorption
und Brechung sind abhängig von den Zellstrukturen der Pflanzen. Die beschriebene
Reflexions-charakteristik unterliegt weiterhin der Phänologie, dem Alter
der Pflanzen und ihrem Vitalitätszustand. Aus letzterem können Ursachen
für Veränderungen von Pigment- und Wassergehalt sowie zur Zellstruktur
einer Pflanze abgeleitet werden.
Neben diesen, das einzelne Blatt beeinflussenden Faktoren sind noch folgende
Größen von Bedeutung:
Andere Indizes bilden eine Differenz und/oder einen Quotienten aus den Reflexionswerten der Kanäle für sichtbares Rot und nahes Infrarot (z.B. NDVI). Die Berechnung der Quotienten erfolgt, um den Einfluß des unterliegenden Bodens auf die Gesamtreflexion zu minimieren. Es wird davon ausgegangen, daß die Reflexion des Bodens relativ gleichmäßig vom sichtbaren Bereich zum nahen Infrarot ansteigt. Ein Quotient bleibt daher von Unterschieden des Bodentyps oder der Bodenfeuchte relativ unbeeinflußt, so daß der Anteil an Vegetation die entscheidende Größe bleibt. Der Wert der Indizes nimmt mit steigendem Vegetationsanteil zu.
Bezeichnung für die direkte Verbindung zwischen zwei Punkten, angegeben durch die Koordinatensätze der beiden Punkte oder ein Punkt in einem Vektorraum, der durch einen Koordinatensatz oder Richtung und Abstand bezogen auf den Ursprung eines Koordinatensystems definiert ist.
Datenart eines speziellen Datenmodells zur Verwaltung von Geometriedaten,
dem Vektordatenmodell. Im Vektordatenmodell wird der Lagebezug über
Koordinatenangaben aufgezeichnet. Ein Punkt wird über eine x-, eine y-
und gegebenenfalls über eine z-Koordinate (Rechtswert, Hochwert, Höhe)
genau beschrieben. Eine Linie kann man mit zwei oder mehr solcher Tupel oder
Tripel und eine Fläche durch eine geschlossene Linie wiedergeben. Attribute
sind verbunden mit dem Objekt (im Gegensatz zu einer Rasterdatenstruktur, die
Attribute mit einer Rasterzelle verbindet). Z.B. "weiß" eine
Linie nach der Eingabe entsprechender Sachdaten, dass sie eine Wasserleitung
mit dem Durchmesser 150 mm aus Grauguss ist, verlegt im Jahr 1998. Darüber
hinaus kann sie mit anderen Leitungen oder Schiebern, Ventilen usw. topologisch
verknüpft sein.
Zur Bildung von Flächennetzen (z.B. Liegenschafts- und Grünflächenkataster,
Bebauungsplan, Flächennutzungsplan, Realnutzungskartie-rungen) sind Vektordaten
unabdingbar. Denn nur durch geschlossene Linienzüge (Polygone) können
Flächenobjekte gebildet werden, denen Sachdaten und Topologien (Nachbarschaftsbeziehungen)
gegeben werden können.
Weitere Informationen: Vektordaten - Topographische Geobasisdaten Deutschland (BKG)
Eine Abstraktion der realen Welt, in der räumliche Elemente repräsentiert werden in Form von Punkten, Linien und Polygonen. Diese sind geographisch referenziert bezüglich eines Koordinatensystems.
Die älteste Form der Computergraphik. Ihre Grundprimitive sind der Punkt,
die Linie und die Fläche, die durch Koordinaten beschrieben und um ihre
graphische Darstellungsform ergänzt werden.
Vektordaten werden häufig verwendet, um Analysen mit diskreten (diskontinuierlichen)
Objekten, wie z.B. Straßen, Gebäuden und Grundstücken, durchzuführen.
Objektgrenzen und Verläufe lassen sich mit hoher Präzision darstellen.
Flächen und Längen lassen sich sehr genau berechnen.
Rasterdaten
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Vektordaten
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Flurkarte als Vektorgrafik
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Quellen (links und Mitte): http://www.gis-tutor.de/theorie/grundlag/ datstruk/datstruk.htm Quelle (rechts): Geoinformatik-Service, Uni Rostock |
Von der ESA bei der Fa. Astrium in Auftrag gegebene Raumsonde zur Erforschung der Atmosphäre der Venus. Die ESA nutzt dabei das Design des Mars Express. Am 9. November 2005 startete die 1.270 kg schwere Sonde mit einer Sojus-FG/Fregat-Rakete vom kasachischen Baikonur aus. Sie trat nach 153 Tagen in eine Umlaufbahn um den Nachbarplaneten ein. Venus Express ist Europas erste Sonde zu diesem Planeten und die erste, die eingehend dessen Atmosphäre untersucht. Die Sonde soll für ihre Datenaufnahme während 500 Erdtagen (entsprechend 2 Venustagen) die Venus auf einer elliptischen, polnahen Bahn umfliegen, auf der ihr Abstand zwischen 250 und 66.000 km schwankt. Mit einer Reihe von Messgeräten soll die Sonde beispielsweise die chemische Zusammensetzung und Windgeschwindigkeiten in der Venusatmosphäre messen.
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Links: Venus Express
(künstlerische Ansicht) Die Sonnenstrahlen durchdringen die wolkenreiche Venusatmosphäre
und erwärmen die Oberfläche des Planeten. Wenn die Hitze von
der Oberfläche aufsteigt, wird sie von der Wolkenschicht großenteils
am Entweichen in das All gehindert: der Treibhauseffekt entsteht. |
Weitere Informationen:
Engl. change detection; der Vergleich (z.B. mittels Bildkorrelation) von zu verschiedenen Zeiten aufgenommenen Bildern zur Aufdeckung von Veränderungen.
Überprüfung von Fernerkundungsdaten durch Geländekontrolle oder durch Abgleich mit FE-Daten anderer Sensoren.
Engl. foreshortening, franz. effet de rapprochement; in der Radartechnik die Erscheinung, dass zur Antenne hin geneigte Geländeflächen im Bild verkürzt wiedergegeben werden.
Die Messung von meteorologischen Parametern vom Boden bis in große Höhen der Atmosphäre. Hierfür stehen verschiedene Messgeräte und -verfahren zur Verfügung (z. B. Ballonaufstiege, RASS, LIDAR- und SODAR-Messungen, Radiometer). Ziel ist die Bestimmung des aktuellen meteorologischen Zustands der Erdatmosphäre.
Die vertikale Verteilung physikalisch messbarer Größen in der Atmosphäre kann nicht nur bodenbasiert, sondern auch von Flugzeugen oder Satelliten (z.B. TOVS) aus erfolgen.
Übliche Beispiele:
Typische Anwendungen sind Wettervorhersage, Flugverkehr oder Klima- und Wolkenforschung.
Weitere Informationen:
Engl. distortion;
Engl. Akronym für Visible Infrared Imaging Radiometer Suite; VIIRS ist ein scannendes Radiometer an Bord des Erdbeobachtungssatelliten Suomi NPP, das Bildinformationen im sichtbaren und infraroten Bereich aufnimmt und radiometrische Messungen der Landflächen, der Atmsophäre, der Kryosphäre und der Ozeane durchführt. Es erweitert und verbessert Messreihen, die bisher vom Advanced Very High Resolution Radiometer (AVHRR) und dem Moderate Resolution Imaging Spectroradiometer (MODIS) durchgeführt wurden.
VIIRS-Daten enthalten Messungen zu Wolken- und Aerosol-Eigenschaften, Ozeanfarbe, Meeres- und Landoberflächentemperatur, Eisbewegung, Feuer und zur Erdalbedo.
Klimatologen benutzen VIIRS-Daten um unser Verständnis vom Klimawandel zu verbessern.
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VIIRS Eastern Hemisphere Image - Behind the Scenes
Links: Wissenschaftler der NASA haben die zwei neuen 'Blue Marble'-Bilder aus Daten erzeugt, die von einem Instrument an Bord des Satelliten Suomi NPP geliefert wurden, dem VIIRS. Rechts: Als Reaktion auf viele Nachfragen haben die Wissenschaftler der NASA eine östliche Variante des überaus beliebten neuen 'Blue Marble' erstellt. Zu größerer Darstellung auf Grafiken klicken - Originalgröße bei: Flickr Quelle: http://www.nasa.gov/topics/earth/features/viirs-globe-east.html |
Weitere Informationen:
Engl. virtual globe, syn. dt. digitaler Globus; ein 3D Software-Modell zur Darstellung der Erde oder anderer Himmelskörper. Diese dreidimensionalen Modelle wurden erst Ende des 20. Jahrhunderts geschaffen, nachdem die grafischen Darstellungsmöglichkeiten auf dem Computer ausreichend leistungsfähig wurden. Ein virtueller Globus gibt dem Nutzer die Möglichkeit, sich frei in einer virtuellen Umgebung zu bewegen, jeden beliebigen Punkt darauf anzusteuern, den Blickwinkel zu ändern und über verschiedene Zoomlevel den Detailgrad zu verändern. Im Vergleich mit realen Globen haben virtuelle Globen den Vorteil, dass sie viele unterschiedliche Darstellungen der Erdoberfläche ermöglichen. So können geographische Eigenheiten hervorgehoben werden, von Menschen geschaffenen Merkmale oder abstrakte Darstellungen, wie beispielsweise die Bevölkerungsdichte oder Kennziffern der Wirtschaft.
Ein virtueller Globus ist ein exakter Abgleich der realen Welt mittels Satelliten-, Luft- und Bodenaufnahmen. Je nach Auflösung und Datenmenge sind die Bilder entweder direkt auf dem Rechner gespeichert (offline) oder sie sind auf externen Servern gespeichert (online) und werden über eine Software und Internetverbindung zu einem virtuellen Globus auf dem lokalen Computer zusammengesetzt.
Im Gegensatz zum traditionellen analogen Globus haben virtuelle Globen ein nahtloses, verzerrungsfreies Kartenbild. Sie können eine wesentlich höhere Auflösung der Kartendarstellung erreichen als konventionelle reale Globen. Sie sind wesentlich aktueller, sind interaktiv und skalierbar.
Virtuelle Globen können für Lern- oder für Navigationzwecke (mit GPS-Anbindung) verwendet werden. Ihr Softwaremodell variiert je nach Einsatzbereich beträchtlich. Wenn eine genaue visuelle Darstellung der Erdoberfläche im Vordergrund steht, werden sehr oft Satellitenaufnahmen von Servern hochgeladen und der Globus lässt sich nicht nur um die Erdachse rotieren, sondern auch zoomen und bei Bedarf kann der Horizont gekippt werden.
Sehr häufig wird mit solchen virtuellen Globen beabsichtigt, ein möglichst wirklichkeitsgetreues Abbild der Erde mit sehr hoher Auflösung zu zeigen. Oft gibt es zusätzlich noch die Möglichkeit zur vereinfachten Darstellung von Landesgrenzen, administrativen Grenzen, Straßen, bebauten Flächen und anderen von Menschenhand geschaffenen geographischen Merkmalen mittels graphischer Overlays, da diese auf fotografischen Darstellungen der Erde oft nicht gut oder gar nicht zu erkennen sind.
Einige Regierungen haben hinsichtlich der Verfügbarkeit von hochauflösenden Bildern der gesamten Erdoberfläche Sicherheitsbedenken, da so auch alle möglichen Details von geheimen oder gefährdeten Objekten öffentlich zugänglich werden, wie beispielsweise Flughäfen, Militäranlagen oder Atomkraftwerke.
Da immer mehr hochauflösende Satelliten- und Luftbilder frei und kostenlos verfügbar sind, werden viele der neueren Online-Globen zur Darstellung dieser Bilder benutzt. Beispiele für virtuelle Globen sind:
Für eine aktuelle Information über virtuelle Globen empfiehlt sich ein Besuch auf der englischsprachigen Wikipedia.
Engl./franz. Abkürzung für visible, Bezeichnung für den sichtbaren Bereich des elektromagnetischen Spektrums, Wellenlängenbereich ~0,40µm - ~0,75µm
Multispektrales abbildendes System mit hoher Auflösung, das auf GOES-Satelliten (vor GOES-8) eingesetzt wurde. Ähnliche Systeme befinden sich auch in METEOSAT.
Die Vista Geowissenschaftliche Fernerkundung GmbH ist eine 1995 gegründete Firma zur Inwertsetzung von Fernerkundungsdaten insbesondere in den Bereichen Hydrologie und Landwirtschaft. Dazu gehören Verdunstungs- und Abflussmodellierungen, sowie die Berechnung von weiteren Wasserhaushaltskomponenten, GIS-unterstützte Landnutzungsklassifikationen und landwirtschaftliche Ertragsschätzung und Erntevorhersage.
Vista kooperiert eng mit dem Institut für Geographie der Universität München. Gefördert von der Bayerischen Regierung im Rahmen der „HighTech-Initiative Oberbayern“ beteiligt sich Vista am GTCO (Ground Truth Zentrum Oberbayern), das an der Universität angesiedelt ist. Ziel dieses Zentrums ist die Entwicklung von Fernerkundungsprodukten für die Landwirtschaft. Eine breitere Marktakzeptanz der Fernerkundung soll durch die Entwicklung neuer Produkte, Messgeräte und Auswerteverfahren erzielt werden. Dabei wird ein Schwerpunkt im Bereich Precision Farming liegen.
Vista unterstützt Fachbehörden und Forschungsinstitute im Wasser- und Umweltsektor durch die Analyse der möglichen Anwendung von Fernerkundungsmethoden zur Lösung bzw. Optimierung ihrer individuellen Aufgaben und Problemstellungen. Pilotstudien demonstrieren die vorgeschlagenen Lösungswege und helfen bei der Entwicklung anwendungsreifer Verfahren.
Um die Inhalte der Fernerkundungsdaten voll in Wert zu setzen und Information aus den Bilddaten zu gewinnen, sind Modellierungen und GIS-Anwendungen für Vista notwendige Werkzeuge.
Weitere Informationen:
Engl. visual image interpretation; Bildinterpretation durch einen menschlichen Beobachter als hochkomplexer Prozess. Die Interpretations-ergebnisse bzgl. Vollständigkeit und Genauigkeit hängen von der Fähigkeit des Interpreten ab, den Bildinhalt bewusst oder unbewusst zu analysieren. Zur Analyse gehört die Identifikation verschiedener natürlicher oder künstlich geschaffener Objektziele, die aus Punkten, Linien oder Flächen bestehen.
Wenn wir die Objekte direkt von oben betrachten, bieten sie eine sehr ungewohnte Perspektive. Kombiniert mit einem von der Wirklichkeit stark verschiedenen Abbildungsmaßstab und dem Fehlen erkennbarer Einzelheiten kann dies selbst ein vertrautes Objekt schwer oder nicht erkennbar machen. Und schließlich sind wir es gewohnt, nur im sichtbaren Spektralbereich zu sehen, und die bildhafte Darstellung von Wellenlängen außerhalb dieses Fensters ist für uns schwieriger zu verarbeiten.
Bei der Interpretation können zwei Arbeitsstufen unterschieden werden:
Folgende Elemente der Interpretation besitzen grundlegende Bedeutung in dem stark deduktiven Interpretationsprozess:
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Form und Gestalt (shape) - viele Landschaftselemente können mit guter Sicherheit allein aufgrund ihrer Form, ihrer Umrisse identifiziert werden. Dazu sollte die Objektform aus der Sicht von oben bekannt sein. Die Krone eines Laubbaumes z.B. sieht oft kreisförmig aus, die eines Nadelbaumes eher unregelmäßig. Künstlich geschaffene Objekte (Stadtstrukturen, Feldparzellen) sind meist an ihren (oft geraden) Formen identifizierbar. Ähnlich leicht erkennbar sind Sportstadien oder Felder mit Karusselbewässerung. |
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Größe (size) - Größen bzgl. Länge, Breite, Höhe von Objekten können wichtig zum Erkennen von Merkmalen sein. Sie sind eine Funktion des Maßstabs. Häufig kann die ungefähre Größe eines Objekts durch Vergleich mit vertrauten Merkmalen abgeschätzt werden. |
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Schatten (shadow) - bei schräger Beleuchtung sind Schlagschatten für die Bildinterpretation sehr hilfreich. Ihre Formen bieten gewissermaßen 'Profile' von Objekten und enthalten Höheninformationen über Türme, große Gebäude usw. sowie Forminformationen aus nicht-vertikaler Sicht, wie z.B. die Gestalt einer Brücke. Vor allem bei Radarbildern sind Schatten wichtig für die Hervorhebung der Topographie. Andererseits können Schatten in ihrem Erstreckungsbereich die Interpretation erschweren oder unmöglich machen, da dort Zielobjekte schwerer oder gar nicht von der Umgebung unterscheidbar sind. |
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Helligkeit und Farbe (tone and colour) - Helligkeitskontraste in SW-Bildern oder Helligkeit, Farbe und Sättigung in Farbbildern enthalten wichtige Schlüssel zur Objekterkennung. Helligkeitsunterschiede helfen auch bei der Unterscheidung der Elemente Form, Textur und Muster. |
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Muster (pattern) - häufiges, meist regelmäßiges Auftreten einer Objektart im betrachteten Raum. So können aus Reihen von Gebäuden, regelmäßig geformten Äckern, Autobahnkreuzungen, Obstbaumpflanzungen usw. Informationen abgeleitet werden. In der Geologie dienen die Muster von Entwässerungsnetzen dazu, Rückschlüsse auf die vorliegende Tektonik oder Gesteinsbeschaffenheit zu gewinnen. |
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Textur (texture) - der visuelle Eindruck einer Oberflächenstruktur, welcher durch die Summe sich wiederholender kleiner Muster mit ihrer Anordnung und ihrem mehr oder weniger großen Hellikeitswechsel entsteht. Die Muster sind dabei zu klein, um einzeln erkannt zu werden. Die Texturwirkung hängt direkt vom Bildmaßstab ab. |
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Assoziation und Kontext (association and context) - die spezifische Anordnung von Elementen, geographische Charakteristika, Strukturen der Umgebung oder die Nachbarschaft eines Objekts können wichtige Bildinformationen vermitteln. In dem nebenstehenden Beispiel kann der See leicht mit Booten, einem Hafen und benachbartem Freizeitgelände assoziiert werden. |
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Stereoeffekt (stereoscopic appearance) - Stereobetrachtung von Bildpaaren kann sehr hilfreich sein, weil sie Informationen liefern kann, die aus Einzelbildern wegen ihrer fehlenden Tiefenwirkung nicht zu gewinnen sind. |
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| Quelle (Bilder): Canada Center for Remote Sensing | ||
Weitere Informationen: Die visuelle Interpretation von Fernerkundungsdaten (Ralf Ulrich Donner, 2008)
Akronym für visible and near-infrared, ein Bereich des elektromagnetischen Spektrums zwischen etwa 400 und 1400 Nanometern (nm). Er kombiniert den ganzen Abschnitt des sichtbaren Lichts mit dem benachbarten Teil der IR-Strahlung bis zum Wasserdampfabsorptionsbande zwischen 1400 und 1500 nm. Einige Definitionen reichen bis zu 2500 nm. VNIR-Multispektralkameras haben einen großen Einsatzbereich in der Fernerkundung und der bildgebenden Spektroskopie.
Engl. volume scattering, franz. dispersion de volume; nach DIN 18716 die "Änderung der gradlinigen Strahlungsausbreitung innerhalb eines Körpers oder Mediums".
Bezeichnung für zwei im August und im September 1977 zu einer Forschungsmission
der Planeten Jupiter und Saturn gestarteten Zwillingsraumschiffe der NASA.
Nach Erfüllung dieser Aufgaben verfolgte Voyager 1 eine interstellare Route,
Voyager 2 hingegen nahm Kurs auf Uranus und Neptun. Nach seiner Begegnung mit
Neptun im Jahr 1989 verließ Voyager 2 das Sonnensystem, allerdings in
einer anderen Richtung als Voyager 1. Im Verlauf ihrer Vorbeiflüge an den
äußeren Riesenplaneten entdeckten die Voyagers Vulkane auf dem Jupitermond
Io, identifizierten 25 neue Monde, bestimmten die Atmosphären und die chemische
und geologische Zusammensetzung der vier Planeten und analysierten die Eigenschaften
des interplanetaren Sonnenwindes.
Seit 1990 befinden sich die Voyagers auf einer interstellaren Mission, um die
äußersten Bereiche der Heliosphäre, die entfernten Sonnenwinde
und die Interaktion zwischen beiden zu erkunden. 1998 wurde Voyager 1 zum entferntesten
menschengemachten Objekt im All, als er 10,4 Milliarden Kilometer von der Sonne
entfernt war.
Voyager 1/2
Quelle: http://voyager.jpl.nasa.gov/image/index.html |
Routen der Voyagers
Quelle: http://voyager.jpl.nasa.gov |
Das markanteste Merkmal der Sonden sind die 3,5 Meter großen Hochleistungsantennen, die für die Datenübertragung zwischen den Voyager-Sonden und den Kontrollstationen auf der Erde verantwortlich sind.
Des weiteren tragen die Voyager-Sonden eine gold-schimmernde "Schallplatte" mit sich, die "Klänge der Erde (Sound of Earth)" genannt wird. Auf diesen Platten sind Grußbotschaften der Menschen mit Bildern und Geräuschen unseres Planeten vorhanden, um eventuellen Intelligenzen, die auf die Sonde stoßen sollten, zu offenbahren, woher diese "Reisenden" kommen.
Quelle: http://voyager.jpl.nasa.gov/spacecraft/goldenrec.html |
Die goldene 'Schallplatte' auf Voyager 1/2 Die Raumsonden Pioneer 10 und 11, die den Voyagers vorausgingen, trugen beide kleine Metalltafeln mit Abbildungen von Mann und Frau sowie Informationen zu Entstehungszeit und Herkunft als Information für Außerirdische, die irgendwann auf sie stoßen könnten. Nach diesem Vorbild brachte die NASA eine Art Zeitkapsel auf den Voyagers unter. Sie soll möglichen extraterrestrischen Wesen Informationen über die Geschichte unserer Welt vermitteln. Die Voyager-Botschaft ist einer 12-Zoll-'Schallplatte' aus goldüberzogenem Kupfer eingegeben, sie enthält Töne und Bilder zur Diversität irdischen Lebens und Kultur. Der Inhalt der Platte wurde von einem Kommittee ausgewählt, das von Carl Sagan von der Cornell University geleitet wurde. Man stellte 115 Bilder zusammen und eine Auswahl von natürlichen Tönen (Brandung, Wind, Donner, Vögel, Wale u.a. Tiere). Sie fügten Musikbeispiele aus verschiedenen Kulturen und Epochen bei sowie gesprochene Grüße in fünfundfünzig Sprachen und auch gedruckte Botschaften von Präsident Carter und UN-Generalsekretär Waldheim. Es wird nunmehr rund 40.000 Jahre dauern bis die Voyager-Sonden ein anderes Planetensystem erreichen. Carl Sagan merkte an: “The spacecraft will be encountered and the record played only if there are advanced spacefaring civilizations in interstellar space. But the launching of this bottle into the cosmic ocean says something very hopeful about life on this planet.” |
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Weitere Informationen: Voyager - The Interstellar Mission (NASA, JPL)
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