Lexikon der Fernerkundung

James Webb Space Telescope (JWST)

Früher Next Generation Space Telescope, 2002 nach dem ehemaligen NASA-Administrator James Edwin Webb umbenannt; ein Weltrauminfrarotteleskop in Kooperation von NASA, ESA und der kanadischen Weltraumagentur.

Das James Webb Space Teleskop, dessen Start an Bord einer Ariane 5 am 25. Dezember 2021 von Kourou aus erfolgte, ist der Nachfolger des Hubble Space Teleskops, das derzeit im Weltraum operiert und bereits spektakuläre Ergebnisse und Bilder aus der Frühzeit unseres Universums geliefert hat.

Das JWST wird zu dem etwa 1,5 Millionen Kilometer von der Erde entfernten Lagrange-Punkt L2 von Erde und Sonne fliegen und in einer Umlaufbahn um diesen Punkt operieren.

Die 'endgültige' Größe dieses neuen Universalteleskops für den sichtbaren bis mittleren Infrarotbereich übersteigt bei weitem die Ladedimensionen aller verfügbaren Trägerraketen. Deshalb wird das Teleskop mit seinem 6,50 Meter großen, 18-segmentigen Hauptspiegel und einem Sonnenschutzschild von der Größe eines Tennisplatzes erst im Orbit entfaltet werden.

Der Spiegel des JWST besteht aus Beryllium, einem für sein Gewicht sehr starken Leichtmetall. Ein weiterer Vorteil liegt in seiner Fähigkeit seine Form über einen großen Temperaturumfang beizubehalten. Es ist ein guter Strom und Hitzeleiter, und es ist nicht magnetisch.

Zur Erforschung der Entstehungsgeschichte des Universums ist das JWST mit vier Instrumenten ausgerüstet:

Der 200 Kilogramm schwere Spektograph kann schwächste Strahlungen von den entferntesten Galaxien aufspüren und Spektren von mehr als 100 Objekten gleichzeitig messen. Dazu muss das Instrument bei minus 238 Grad Celsius arbeiten. Airbus D&S entwickelte das Instrument an den Standorten Immenstaad und Ottobrunn.

JWST_HST_primary-mirrors_lr

JWST - The Primary Mirror

Wenn der 2,4 m im Durchmesser große Spiegel des Hubble Space Teleskops maßstäblich vergrößert würde, um zum JWST zu passen, würde er zu schwer sein, um ihn in das All zu befördern. Die Entwicklergruppe musste folglich bei der Entwicklung neue Wege gehen um ihn leicht genug zu machen - nur ein Zehntel der Masse des Hubble-Spiegels pro Flächeneinheit - und doch sehr stabil.
Die Ingenieure beschlossen, den Spiegel aus Teilsegmenten zu fertigen, und zwar aus Beryllium, ein Material, das gleichermaßen leicht und stabil ist. Jedes Segment wiegt ca 20 kg. Die Segmente befinden sich zusammengeklappt auf einer Tägerstruktur und werden erst im All aufgefaltet, sodass der Spiegel in der Startrakete Platz findet. Jedes der 18 hexagonalen Spiegel-Segmente hat einen Durchmesser von 1,32 m im Durchmesser. Der Sekundärspiegel des JWST besitzt einen Durchmesser von 0,74 m.

Quelle: NASA

Das JWST hat vier wissenschaftliche Hauptaufgaben:

Bis Dezember 2021 erreichten die Kosten 9,7 Milliarden US-Dollar. Es handelt sich damit um das teuerste wissenschaftliche Projekt in der unbemannten Raumfahrt. Die ESA ist am JWST mit rund 300 Millionen Euro direkt beteiligt. Darin sind der Start mit einer Ariane-5-Rakete, das NIRSpec-Instrument, die optische Bank für das MIRI-Instrument und Personal (Astronomen der ESA) im wissenschaftlichen Missionszentrum (Space Telescope Science Institute) in Baltimore, USA enthalten. Insgesamt rechnet die ESA für den eigenen Anteil mit Kosten im Rahmen einer Medium-(M-Klasse)-Mission. Die ESA-Astronomen haben durch ihren Beitrag zur Ermöglichung der Mission einen Mindestanteil von 15 % an der Beobachtungszeit mit dem James-Webb-Weltraumteleskop.

Weitere Informationen:

Japan Aerospace Exploration Agency (JAXA)

Die japanische Raumfahrtagentur (JAXA), am 1. Oktober 2003 durch die Vereinigung des Institute of Space and Astronautical Science (ISAS), des National Aerospace Laboratory of Japan (NAL) und der National Space Development Agency of Japan (NASDA) gegründet.

Rechtlich ist sie eine Selbstverwaltungskörperschaft unter Aufsicht des Kultus- und Wissenschaftsministeriums. Ihr gesetzlich vorgegebener Zweck umfasst die Luft- und Raumfahrtforschung ursprünglich ausdrücklich zur friedlichen Nutzung.

Eine der Kernaufgaben der JAXA sind astronomische Missionen. Eine weitere Kernaufgabe ist die Erdbeobachtung. Dies betrifft zum einen die direkte Beobachtung der Erdoberfläche, insbesondere zur Hilfe bei Naturkatastrophen, zum anderen die Beobachtung des Klimas.

Die ersten japanischen Erdbeobachtungssatelliten waren MOS-1a und MOS-1b, die 1987 und 1990 gestartet wurden. In den 1990er Jahren und im neuen Jahrtausend geriet dieses Programm unter heftigen Beschuss, da die beiden Satelliten ADEOS (Midori) und ADEOS-II (Midori-II) bereits nach zehn Monaten im Orbit ausfielen.

Im Januar 2006 startete JAXA erfolgreich den Advanced Land Observation Satellite ALOS (DAICHI). Die Kommunikation zwischen ALOS und der Bodenstation in Japan erfolgte über den Kodama Data Relay Satellite, der 2002 gestartet wurde. Dieses Projekt stand aufgrund der kürzer als erwarteten Lebensdauer der Erdbeobachtungsmission ADEOS II (Midori) unter starkem Druck.

Für die Missionen nach Daichi entschied sich JAXA für eine Trennung in einen Radarsatelliten (ALOS-2) und einen optischen Satelliten (ALOS-3). Der SAR-Satellit ALOS 2 wurde im Mai 2014 gestartet.

Eine weitere Mission zur Umweltbeobachtung folgte mit GOSAT (Greenhouse Gases Observing Satellite), deren Start im Jahr 2009 stattfand. Sein Nachfolger GOSAT-2, auch bekannt als IBUKI-2 (COSPAR 2018-084B), wurde am 29. Oktober 2018 mit einer H-IIA-Rakete vom Raumfahrtzentrum Tanegashima gestartet.

Außerordentlich erfolgreich ist die TRMM-Mission (Tropical Rainfall Measuring Mission) in Zusammenarbeit mit der NASA. Am 28. Februar 2014 startete eine H-2A-Rakete das GPM Core Observatory, einen gemeinsam von der JAXA und der NASA entwickelten Satelliten. Die GPM-Mission ist der Nachfolger der TRMM-Mission, die zum Zeitpunkt des GPM-Starts als sehr erfolgreich bezeichnet wurde. JAXA stellte für die Mission Global Precipitation Measurement das Dual-Frequenz-Niederschlagsradar (GPM/DPR) zur Verfügung. Global Precipitation Measurement selbst ist eine Satellitenkonstellation, während das GPM-Kernobservatorium einen neuen Kalibrierungsstandard für andere Satelliten in der Konstellation bereitstellt. Andere Länder/Agenturen wie Frankreich, Indien, ESA usw. stellen die zusätzlichen Satelliten zur Verfügung. Das Ziel von GPM ist es, den globalen Niederschlag mit bisher unerreichter Genauigkeit zu messen.

In der Nachfolge von ADEOS II und als JAXA-Projekt zur Langzeitbeobachtung von Umweltveränderungen auf der Erde wurde die Mission GCOM (Global Change Observation Mission) begonnen. Als Teil von Japans Beiträgen zu GEOSS (Global Earth Observation System of Systems) wird GCOM für 10 bis 15 Jahre mit der Beobachtung und Nutzung globaler geophysikalischer Daten wie Niederschlag, Schnee, Wasserdampf, Aerosol, für die Vorhersage des Klimawandels, das Wassermanagement und die Ernährungssicherheit fortgesetzt. Am 18. Mai 2012 wurde der erste Satellit "GCOM-W1" (Spitzname "Shizuku") gestartet. Am 23. Dezember 2017 wurde der zweite Satellit "GCOM-C1" (Spitzname "Shikisai") ins All gebracht.

Die EarthCARE-Mission, deren Start 2022 erfolgen soll, ist eine Kooperation von ESA und JAXA zur Messungen von Wolken, Aerosolen und Strahlung in der Atmosphäre. Der Wettervorhersage für Japan dienen die Himawari-Satelliten.

Weitere Informationen:

Japanese Earth Resources Satellite (JERS 1)

1992 gestarteter japanischer Erdbeobachtungssatellit mit einem optischen Sensor und einem L-Band SAR (Einfallswinkel 35°, Breite der Bodenspur 75 km, Auflösung von 10 - 240 m). JERS 1 deckte vor allem Asien, Europa und Nordamerika ab. Sein Nachfolger ist ALOS bzw. ALOS-2.

Weitere Informationen:

Jason-1

Amerikanisch-französischer Satellit mit ozeanographischen Aufgaben, der im Dezember 2001 von der kalifornischen Vandenberg Air Force Base mit einer Boeing Delta II-Rakete gestartet wurde. Jason-1 ist das ursprünglich auf 5 Jahre angesetzte Nachfolge- und Parallelprojekt zu Topex-Poseidon. Nach dem Ausfall des letzten verbleibenden Transmitters wurde Jason-1 am 3. Juli 2013 außer Betrieb genommen.
Als Tandem-Mission folgte Jason-1 in gleicher Höhe derselben Bodenspur wie Topex-Poseidon. Jason-1 befand sich auf einer geneigten, nicht-sonnensynchronen Umlaufbahn in 1.334 km Höhe (Inklination 66°). Er hatte eine Umlaufzeit von 112,4 Minuten und einen Wiederholzyklus von 10 Tagen.

Die nahezu simultanen Messungen der gleichen Ozeanflächen erlaubten einen genauen Vergleich und eine genaue Korrelation der zwei Messergebnisse. Ziele der Mission waren Erkenntnisse über

Boeing Delta II Trägerrakete

Jason Altimetrie

Links: Boeing Delta II Trägerrakete
beim Start von Jason-1


 

Rechts: Das Höhenmesssystem von Jason-1 und Topex/Poseidon

Quellen: NASA / NASA

Die Nachfolgemission Jason-2 (syn. Ocean Surface Topography Mission, OSTM) folgte am 20. Juni 2008.

Weitere Informationen:

Jason-2 / OSTM

Die Ocean Surface Topography Mission (OSTM) auf dem Satelliten Jason-2 war eine 2008 gestartete internationale Erdbeobachtungsmission, die die Messungen des Meeresspiegels fortsetzte, die 1992 zunächst mit der Mission Topex/Poseidon begonnen und 2001 mit der Mission Jason-1 weitergeführt wurden.

Jason-2/OSTM beendete seine wissenschaftliche Mission am 1. Oktober 2019 erfolgreich. Die NASA und ihre Missionspartner trafen die Entscheidung, die Mission zu beenden, nachdem sie eine Verschlechterung des Energiesystems der Raumsonde festgestellt hatten.

Wie seine zwei Vorgänger setzte OSTM/Jason-2 hochpräzise Ozean-Altimetrie ein, um die Entfernung zwischen dem Satelliten und der Meeresoberfläche bis im Bereich von wenigen Zentimetern zu bestimmen. Diese sehr genauen Beobachtungen der Höhenvariationen des Meeresspiegels - auch als Meerestopographie bezeichnet - lieferten Informationen über den globalen Meeresspiegel, die Geschwindigkeit und die Richtung von Meeresströmungen und über die im Ozean gespeicherte Wärme. Wissenschaftler gehen davon aus, dass die lange Datenreihe mit den Poseidon-Altimetern entscheidend zum Verständnis der Beziehung zwischen Meereszirkulation und globaler Klimaänderung beiträgt.

jason_2_sml

Jason-2

Jason-2 war ein operationeller Satellit auf niedriger Erdumlaufbahn, der die Höhe des Meeresspiegels mit großer Präzision gemessen, und der eine wesentliche Komponente des globalen Systems zur Ozeanbeobachtung war.
Die fünf Hauptinstrumente von Jason-2 lieferten Daten über den Meeresspiegel, den Meereszustand und Windverhältnisse sowie deren Variabilität, alles Informationen, die in der marinen Meteorologie, der operationellen Ozeanographie, für saisonale Vorhersagen und beim Klimamonitoring verwendet wurden.

Quelle: NASA

Jason-2 benutzte dieselbe nicht-sonnensynchrone Umlaufbahn wie Jason-1. Der Satellit befand sich in 1.336 km Höhe auf einem kreisförmigen, nicht-sonnensynchronen Orbit mit einer Inklination von 66 ° gegenüber dem Erdäquator. Damit vermochte er innerhalb von 10 Tagen 95 % des eisfreien Ozeans zu beobachten. Jason-1 war in seiner aktiven Zeit gleichzeitig auf der gegenüberliegenden Seite der Erde und überflog die gleiche Region, die Jason-2 fünf Tage vorher beobachtet hatte. Diese abgestimmte Tandemmission lieferte die doppelte Menge von Messungen der Ozeanoberfläche und machte so auch kleinerskalige Erscheinungen wie Ozeanwirbel sichtbar.

OSTM/Jason-2 sollte für die Ozeanaltimetrie den Übergang schaffen vom Einsatz in der Forschung hin zur operationellen Anwendung. Jason-2 war ein Programm in internationaler Partnerschaft mit Organisationen wie EUMETSAT, CNES, NASA und NOAA. Die Fortführung der Messreihen ist auch in der weiteren Zukunft gewährleistet, da Jason-3 2016 bei gleichem Organisationsrahmen und vergleichbarer technischer Ausstattung gestartet wurde.

Altimetriedaten haben eine großes Nutzungsspektrum, das von der Grundlagenforschung in der Klimatologie bis zur Schiffsroutenplanung reicht:

Weitere Informationen:

Jason-3

Amerikanisch-europäische Nachfolgemission zu Jason-2. Jason-3 wird die Kontinuität zu Jason-2 mit ihrem erfolgreichen Start am 17. Januar 2016 von der Vandenberg Airforce Base. Die Umlaufbahn des neuen Satelliten mit seiner PROTEUS-Plattform wird der traditionelle Topex/Poseidon-Jason-Orbit sein: Höhe 1336 km, nicht-sonnensynchron, 66° Bahnneigung. Jason-2 fliegt auf derselben Bahn, aber mit 162° Bahnneigung.

Als Referenzmission zur Altimetrie soll Jason-3 die anderen Altimetermissionen (Jason-2, Sentinel-3, SARAL, CryoSat-2, HY-2A) verbinden, indem sie jede Abweichung der Messungen registriert und sie an die Referenzdaten anpasst.

Messungen der Ozeantopographie ermöglicht die numerische Vorhersage der Bedingungen im dreidimensionalen Ozean, zusammen mit mariner Meteorologie eine wichtige Vorbedingung für die Entwicklung einer operationellen Ozeanographie. Durch den nachhaltigen Einfluss der Ozeane auf die Atmosphäre helfen Daten von Jason-3 auch bei der Erstellung von Monatsvorhersagen, z.B. von Hitzewellen oder anhaltendem schweren Niederschlägen, auch bei Jahreszeitprognosen, z.B. von kalten Wintern oder heißen Sommern. Altimeterbeobachtungen liefern einzigartige Daten zur Bestimmung der Windgeschwindigkeit an der Meeresoberfläche, die wiederum der Überprüfung der neuen, hochaufgelösten (1 bis 2 km) numerischen Wettervorhersagemodellen auf regionaler Ebene dienen. Dies verbessert die kurzfristige Vorhersage von Unwettern, wie z.B. von Hurrikanen.

Die Datenkontinuität zu Jason-3 wiederum wird durch Jason-CS (Continuity Service) gewährleistet, dessen Start für Juli 2020 vorgesehen ist. Jason-CS ist gleichzeitig Sentinel-6 aus dem europäischen Copernicus-Programm. Sofern die Option für ein identisches Schwesterexemplar mit vorgesehenem Start in 2026 realisiert wird, erhalten die Bezeichnungen der Satelliten die Zusätze -A bzw. -B. Neben der Fortsetzung der hochpräzisen Altimetriemessungen über den Ozeanen werden die Satelliten hochaufgelöste Vertikalprofile der Temperatur erstellen, wobei sie das Verfahren der GNSS Radio-Okkultation einsetzen. Sie ermitteln damit Daten zu Temperaturänderungen in Troposphäre und Stratosphäre und unterstützen die numerische Wettervorhersage. Weitere Anwendungen der Satellitendaten sind: Modellierung von Wellenhöhen für Reedereien, Strömungsvorhersagen für die Handelsschifffahrt und die Planung von Schiffsrouten, Vorhersagen für den Küstenschutz einschließlich Warninformationen bei أûlverschmutzungen und schädlichen Algenblüten, Bereitstellung von Daten zum Schutz von Meeressäugern und Forschung in Korallenriffen, Vorhersage von El Niño- und La Niña-Ereignissen.

Weitere Informationen:

JAXA

Siehe Japan Aerospace Exploration Agency

Jilin-1

Bezeichnung für eine Gruppe von vier chinesischen Fernerkundungssatelliten für den kommerziellen Einsatz. Die Satelliten sind unterschiedlicher Bauart. Nach ihrem Start im Oktober 2015 mit einer Langer-Marsch-2D-Trägerrakete vom Raketenstartplatz Jiuquan Satellite Launch Center wurden sie sämtlich auf annähernd kreisförmigen sonnensynchronen Erdumlaufbahnen ausgesetzt. Diese haben Höhen zwischen 639 und 664 Kilometern über der Erde und Bahnneigungen zwischen 98,039 und 98,052 Grad.

Drei Jilin-1 Smart Video Satellites wurden am 21. November 2017 erfolgreich von der Jiuquan Satellite Launch Base gestartet und liefern 4K High Definition (HD)-Bilder in Echtzeit und können Live-Bilder für schnellere Reaktionen und Aktionen auf der Erde aufnehmen. Weitere zwei Jilin-1 Smart Video Satellites wurden am 1. Januar 2018 gestartet.

Jilin-1 Smart-Video-Satellitenbilder werden bei der Unterstützung von Notfallpersonal und Management verwendet, um während einer Naturkatastrophe oder Krise Informationen zur Verteidigung und Sicherheit Chinas zu sammeln. Jilin-1 bietet eine Videoauflösung von 1,13 Metern mit einer Wiederholungszeit von 3,3 Tagen auf einer sonnensynchronen Umlaufbahn mit einer voraussichtlichen Lebensdauer von einem Jahr.

Im Januer 2019 wurden zwei Jilin-1 Satelliten mit Hyperspektralsensoren vom Jiuquan Satellite Launch Center gestartet. Die Jilin-1 Hyperspektralsatelliten sind Teil der Jilin-1-Satellitenkonstellation und werden hochauflösende Satellitenbilder von 5 Metern mit 28 Hyperspektralbändern liefern. Die Jilin-1-Satelliten werden für Kartierungen in Bereichen wie Umweltüberwachung, Forstwirtschaft, Energie, Landentwicklung und Landwirtschaft eingesetzt.

Die Hauptaufgaben der Satelliten liegen in der Erdbeobachtung mit hochauflösenden Kameras mit dem Schwerpunkt auf Katastrophenmonitoring und -vorhersage sowie der Unterstützung bei der Lagerstättenprospektion.

Mit 16 Satelliten könnte eine Wiederholrate zwischen drei und vier Stunden für jeden am Boden zu beobachtenden Punkt weltweit realisiert werden. Ab 2020 möchte man über eine Konstellation aus 60 Raumfahrzeugen verfügen. Mit dieser soll dann alle 30 Minuten eine Datenaktualisierung zu jedem Punkt am Erdboden möglich sein. 2030 schließlich will man eine Konstellation mit 138 Satelliten betreiben. Sie soll alle 10 Minuten tageszeit- und wetterunabhängig zu jedem Punkt am Erdboden eine Vielzahl von Daten liefern.

Weitere Informationen:

JMA

Engl. Akronym für Japan Meteorological Agency; Regierungsbehörde, die als zentrale Stelle in Japan verantwortlich ist für die Sammlung meteorologischer Daten. Sie gibt Wetterberichte und Wettervorhersagen heraus. Auch die Vorhersage und Frühwarnung von Erdbeben, Vulkanausbrüchen, Taifunen und Tsunamis liegt im Zuständigkeitsbereich der Meteorologischen Behörde. Die Behörde arbeitet halbautonom unter dem Ministerium für Land, Infrastruktur und Transport.

Weitere Informationen:

Joint Polar Satellite System (JPSS)

Im Aufbau befindliches, polarumlaufendes Umwelt- bzw. Wettersatellitensystem der USA, das von der NASA entwickelt und von der NOAA betrieben wird. JPSS wird die Datenkontinuität zu dem Wettersatelliten SUOMI NPP gewährleisten hinsichtlich wichtiger Beobachtungen zur genauen Wettervorhersage, zu verläßlichen Sturmwarnungen, globalen Messungen des Zustands der Atmosphäre und der Ozeane wie z.B. Meeresoberflächentemperaturen, Ozonkonzentration usw.

Die JPSS-Satelliten tragen einen Instrumentensatz, der die o. g. Beobachtungsaufgaben durchführt:

JPSS wird auch in Kontakt stehen mit Notrufsendern, um im Rahmen des internationalen SARSAT-Programms zur Rettung von Menschenleben beizutragen. Der Start des ersten JPSS-Satelliten (JPSS-1) erfolgte am 18. November 2017, deutlich später folgen die Starts von JPSS-2 (2022), von JPSS-3 (2028) und von JPSS-4 (2032). Nachdem JPSS-1 nach verschiedenen Tests seinen endgültigen Orbit erreicht hatte, erhielt er die Bezeichnung NOAA-20.

JPSS ersetzt die von der NOAA betriebenen Polar-orbiting Operational Environmental Satellites (POES). Die operationelle Umweltbeobachtung auf polarer Umlaufbahn wird auch vom 2011 gestarteten NPOESS Preparatory Project (NPP) durchgeführt, das inzwischen umbenannt wurde in Suomi National Polar-orbiting Partnership (auch Suomi NPP oder S-NPP)

Weitere Informationen:

Joint Stars

Kurzbezeichnung der Northrop Grumman E-8 Joint STARS, ein Flugzeug der US Air Force (USAF), das zur bildgebenden Gefechtsfeldüberwachung eingesetzt wird. Es dient als fliegendes Kommando- und Kontrollzentrum für alle Einheiten und ist das für Bodenziele verwendete Gegenstück der E-3 Sentry AWACS. Die aktuelle Version E-8C vermag ohne Nachzutanken 9 Stunden in der Luft bleiben, sie kann aber auch in der Luft nachbetankt werden.

Die E-8 basiert auf der vom US-amerikanischen Flugzeughersteller Boeing gebauten Boeing 707-300 und ist mit verschiedenen Elektronik- und Radarsystemen ausgerüstet, äßerlich erkennbar an einem 12 Meter langen Radom an der Unterseite des vorderen Rumpfes. Im Hauptdeck des Flugzeugs befinden sich 18 Arbeitsplätze für die Operatoren, die die Radarsysteme, die Elektronik und die Kommunikation bedienen und überwachen.

Das phasengesteuerte Radar der E-8 kann Truppen- und Materialbewegungen bis in 250 km Entfernung erfassen, unabhängig vom Wetter und ohne vom Gegner bedroht werden zu können. Die so gesammelten Informationen werden mittels Link 16 gesendet und dienen dann ohne Zeitverzögerung zur Anweisung und Lenkung der eigenen Armee-Einheiten am Boden. Auch andere Flugzeuge und Raketen erhalten auf diese Weise Daten für eventuelle Angriffsziele.

JPL

Engl. Akronym für Jet Propulsion Laboratory; im Auftrag der NASA vom California Institute of Technology geführte Einrichtung zur robotergestützten Erforschung des Sonnensystems sowie zur satellitengestützten Erdbeobachtung.

Weitere Informationen:

JPSS

Siehe Joint Polar Satellite System

JSC

Engl. Akronym für Lyndon B. Johnson Space Center (JSC); diese NASA-Einrichtung in Houston (Texas) koordiniert seit 1961 das bemannte Raumfahrtprogramm der USA. Das JSC beherbergt das Mission Control Center (MCC), von dem seit Gemini 4 im Juni 1965 alle bemannten Raumflüge geleitet werden. Zuvor lag die Führung beim Langley Research Center in Virginia, wo seit November 1958 die sogenannte Space Task Group untergebracht war. Diese war mit der Durchführung des Mercury-Programms beauftragt worden. Heute werden vom MCC aus die Flüge zur Internationalen Raumstation überwacht. Außerdem befindet sich am JSC das Ausbildungszentrum der US-Astronauten. Insgesamt werden auf dem 655 Hektar großen Areal mehr als 14.000 Mitarbeiter beschäftigt.

Als Gründungsdatum des Manned Spacecraft Center (MSC), wie das JSC ursprünglich genannt wurde, gilt der 24. Oktober 1961. Am 17. Februar 1973 erhielt das MSC zu Ehren des ehemaligen US-Präsidenten Lyndon B. Johnson seinen heutigen Namen.
Das JSC beherbergt auch die Fotosammlung The Gateway to Astronaut Photography of Earth. Sie gilt als beste und umfangreichste Sammlung von Astronauten-Aufnahmen der Erde. Seit den Mercury-Missionen der frühen 1960er Jahre machen Astronauten Fotos von der Erde, die in dem riesigen Archiv des JSC vorgehalten werden und recherchierbar sind. Auch die Aufnahmen, die die Astronauten der ISS machen, werden täglich verarbeitet und und dem Archiv zugefügt. Mit Stand Mai 2013 umfassst das Archiv 1.670.082 Ansichten der Erde, die über die JSC-Webseite verfügbar sind. Darunter sind 1.189.393 Aufnahmen von der ISS.

Das folgende Foto ISS035-E-25019 wurde am 20.4.2013 mit einer Nikon D3S unter Verwendung eines 400-mm Teleobjektivs aufgenommen. Das Foto wurde zugeschnitten und in seinem Kontrast verbessert, Objektiv-Artefakte wurden entfernt. Es zeigt verschieden farbige Wasserflächen in Teilbecken der Laguna Verde in den Hochanden NW-Argentiniens. Der Seeboden liegt auf 4.095 m NN, während der Gipfel des lokalen Vulkans (im W des Sees, außerhalb des Bildes) noch über 3.000 m höher reicht (6,818 m NN).

ISS035-E-025019_lres Laguna Verde

Die Laguna Verde (58 km breit, 36 km lang) erscheint oft grün, was ihr den Namen gab. Das Bild zeigt die türkise Farbe im zentralen Teilbecken, eine gelbe bis schwarze Tönung im südlichen Teilbecken, bei den Einheimischen auch als Laguna Negro bekannt. Das nördlichste Becken (rechts) erscheint schwarz.
Die große graue Zone, die den überwiegenden restlichen Teil der Laguna Verde ausmacht, kommt wahrscheinlich von der kombinierten Wirkung von flachem Wasser (nur wenige cm Tiefe) und von Sonnenlicht, das vom Wasser reflektiert wird.
Der Grund für die Farbunterschiede liegt im Vorhandensein von vielen unterschiedlichen Familien salzliebender Organismen in hypersalinen Seen. Diese Kleinstorganismen erzeugen diese verschiedenen Farben, oftmals in leuchtenden Tönen in Abhängigkeit von der Salinität und der Wassertemperatur in jedem Wasserkörper oder Teilbecken.

Der Rest des Seebodens ist trocken gefallen und erscheint weiß als Ergebnis der Bildung von dicken Salzablagerungen. Parallele Linien um das südliche Teilbecken (Laguna Negro) zeigen frühere Uferlinien dieses schrumpfenden Wasserkörpers an. Die Verdunstung entzieht Wasser, aber hinterlässt kurzlebige Uferlinien, die durch weißes Salz markiert werden.

Quelle: NASA

JUICE

Engl. Akronym für Jupiter Icy Moons Explorer; dt. etwa Jupiter-Eismond-Erkunder; Bezeichnung für die erste Großmission im Rahmen des ESA-Programms Cosmic Vision 2015-2025.Die Sonde soll mindestens drei Jahre lang detaillierte Beobachtungen der Atmosphäre, des Ringsystems und des Magnetfelds dieses gasförmigen Riesenplaneten durchführen. Außerdem wird die Sonde seine drei Eismonde Ganymed, Kallisto und Europa erkunden, von denen angenommen wird, dass sie unter ihrem geschlossenen Eispanzer riesige Ozeane beherbergen.

Die beim Start 4800 kg schwere Sonde JUICE soll im Juni 2022 mit einer Ariane-5-ECA- oder einer Ariane-64-Rakete von Kourou aus starten. Ihre hyperbolische Exzessgeschwindigkeit soll 3,15 km/s betragen. JUICE soll nach einer Sonnenumkreisung ein Swing-by-Manöver an der Erde durchführen. Danach ist ein Swing-by an der Venus geplant, gefolgt von zwei weiteren Swing-bys an der Erde. Danach reist die Sonde zum Jupiter, der im Oktober 2029 erreicht werden soll, und bremst durch eine zweistündige Zündung ihres Triebwerks und einen abbremsenden Swing-by an Ganymed in die Jupiterumlaufbahn ein. Nach zwei Jahren und mehreren Vorbeiflügen an Europa und Kallisto soll sie 2032 in eine Umlaufbahn um Ganymed eintreten, den sie zuerst in einer elliptischen Bahn zwischen 200 und 10.000 km Höhe umkreisen wird. Danach werden kreisförmige Umlaufbahnen von 5000, 500 und 200 km Höhe angestrebt

Weitere Informationen: