Lexikon der Fernerkundung

HotSat-1

Hochauflösender Wärmebildsatellit des britischen Unternehmens Satellite Vu (SatVu), der im Juni 2023 in die Umlaufbahn gebracht wurde und bereits nach einem halben Jahr wegen einer Kameraanomalie ausfiel. Der Satellit war vollständig versichert, er wird voraussichtlich 2025 ersetzt. Die Ingenieure wollen aus dem Projekt für die nächste Mission lernen, denn SatVu hofft, letztendlich sieben von acht Wärmebildkameras in die Umlaufbahn zu bringen.

Der MWIR-Thermosensor auf HotSat-1 ermöglichte es ihm, heiße und kalte Objekte auf der Erde mit einer Größe von 3,5 Metern im Durchmesser zu verfolgen – das ist eine rekordverdächtige Auflösung für Wärmebildaufnahmen aus dem Orbit. Die Hauptaufgabe bestand darin, Gebäude zu identifizieren, die anhand ihrer thermischen Eigenschaften Energie verschwenden, und dann den Eigentümern Lösungen anzubieten, mit denen sie Geld sparen und die Kohlenstoffemissionen reduzieren könnten. Es geht nicht nur um Wohnhäuser, sondern auch um öffentliche Gebäude, Fabriken und andere Infrastruktur.

Der Satellit ist der erste seiner Art, der kommerziell verfügbare hochauflösende thermische Infrarotbilder der Erde liefert. Er wurde entwickelt, um Wärmeveränderungen von Industrieanlagen, Infrastrukturen und anderen Anlagen zu verfolgen. Damit liefert er wertvolle Erkenntnisse über Energieeffizienz, Umweltüberwachung und die Auswirkungen des Klimawandels.

Instrumente

HotSat-1 verwendet einen MWIR-Bildsensor (Mid Wave InfraRed), der die Wärmeabstrahlung der Erdoberfläche erfasst. Das Instrument wurde von dem italienischen Unternehmen Leonardo entwickelt und geliefert und verfügt über eine Pixelanordnung mit einem Abstand von 8 μm – die kleinsten thermischen MWIR-Pixel, die zum Zeitpunkt der Entwicklung auf dem Markt erhältlich waren.

Jede Szene wird mit einer Bodenauflösung (s.a. GSD) zwischen 3,5 Metern und 6,8 Metern erfasst, je nach Bildwinkel. Der Sensor misst die Intensität dieser Strahlung, um Temperaturunterschiede von bis zu 2 °C oder besser zu bestimmen.

Es sind zwei Modi möglich, die sowohl die Bildaufnahme bei Tag als auch bei Nacht ermöglichen. Nachts ist der Sensor empfindlich für Strahlung im Bereich von 3,7 bis 5 μm; bei Tageslicht wird ein Filter eingesetzt, um das Rauschen durch reflektierte Sonnenstrahlung zu reduzieren, wodurch ein Bereich von 4,5 bis 5 μm für die Tagesbildgebung entsteht.

Weitere Informationen:


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