Weltraumsicherheitsprogramm
Das Weltraumsicherheitsprogramm (Space Safety Programme) der ESA ist eine Initiative zum Schutz der Erde, unserer Infrastruktur und der Raumfahrt vor natürlichen und menschengemachten Gefahren aus dem All. Es ging 2019 aus dem früheren Programm zur Weltraumlageerfassung (Space Situational Awareness) hervor und wird vom Satellitenkontrollzentrum ESOC in Darmstadt koordiniert.
Eckpfeiler der Sicherheit im Weltraum
Die höchste Priorität des Programms ist die Fortsetzung seiner Eckpfeiler, deren Missionen sich auf drei Hauptziele konzentrieren: Planetenschutz, Weltraumwetter und aktive Beseitigung von Weltraummüll und In-Orbit-Wartung (ADRIOS). Alle drei Eckpfeiler zeichnen sich durch eine umfassende Beteiligung der europäischen Industrie aus und werden eine Reihe innovativer neuer Technologien demonstrieren.
| Planetary Defence (Asteroidenabwehr) | Ziel: Früherkennung und Abwehr von erdnahen Objekten (NEOs), die auf der Erde einschlagen könnten. Kernmission: Die Mission Hera (gestartet 2024), die den Asteroiden Didymos untersucht, um die Wirksamkeit einer Asteroiden-Ablenkung (nach dem NASA-Einschlag DART) zu analysieren. Technik: Aufbau der Flyeye-Teleskope, die den Nachthimmel automatisch nach sich bewegenden Objekten scannen. |
|---|---|
| Space Weather (Weltraumwetter) | Ziel: Überwachung der Sonnenaktivität. Heftige Sonnenstürme können Stromnetze am Boden stören und Satelliten (GPS, Telekommunikation) beschädigen. Kernmission: Die Mission Vigil. Sie wird an einem speziellen Punkt im All (L5) platziert, um die Sonne "von der Seite" zu beobachten und gefährliche Ausbrüche frühzeitig zu erkennen, bevor sie die Erde treffen. |
| Active Debris Removal & In-Orbit Servicing (ADRIOS) (Weltraumschrott) | Ziel: Vermeidung von neuem Müll und Beseitigung alter Trümmerteile im Erdorbit. Kernmission: ClearSpace-1, die weltweit erste Mission, die ein gezieltes Trümmerstück einfangen und kontrolliert zum Verglühen bringen soll. Zudem wird ein Zero Debris-Ansatz verfolgt, um zukünftige Satelliten nachhaltiger zu bauen. |
COSMIC-Bereiche
Neben den oben genannten Eckpfeilern umfasst das Weltraumsicherheitsprogramm auch COSMIC, das in sechs Segmente oder Tätigkeitsbereiche unterteilt ist, mit denen die Weltraumsicherheitsziele der ESA erreicht werden sollen:
- Entwicklung von Weltraumwetterdiensten: Sonnenstürme lassen sich nicht verhindern, aber ihre Auswirkungen können durch ausgereifte Weltraumwetterüberwachungsdienste, die Vorhersagen und „Nowcasts“ liefern, gemildert werden.
- Weltraumwettersensoren: Weltraumwetterdienste sind ohne genaue Echtzeitdaten von verschiedenen (Nano-)Satellitenmissionen im Weltraum nicht möglich.
- Vorhersage von Asteroideneinschlägen: Rechtzeitige Ermittlung potenzieller Gefahren durch Verbesserung der Erkennungsfähigkeiten sowohl im Weltraum als auch am Boden sowie durch Verbesserung der Risikobewertung.
- Technologien für den zunehmenden Weltraumverkehr: Der Weltraum wird immer dichter und die Anzahl und das Volumen von Weltraummüll nehmen zu. Technologien zur Verfolgung und Kollisionsvermeidung sind daher von entscheidender Bedeutung.
- Auf dem Weg zu einer sauberen und trümmerfreien Zukunft: Der ehrgeizige Zero-Debris-Ansatz der ESA sieht strenge Standards und Richtlinien für ihre zukünftigen Missionen vor, die zur Förderung der Technologieentwicklung beitragen.
- Wettbewerbsfähigkeit: Eine offene Ausschreibung für Innovationen hat bereits zu 15 Projekten unterschiedlicher Größe geführt, die die Umsetzung neuer Technologien in vollwertige Produkte und Dienstleistungen beschleunigen.
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