Lexikon der Fernerkundung

Bolometer

Ein Bolometer (griech. bole, „Wurf“, „Strahl“) ist ein hochempfindliches Widerstandsthermometer. Es misst den sehr geringen Temperaturanstieg der Strahlung von Licht-, Infrarot- oder Mikrowellenquellen durch Absorption.

Als Sensor dient dabei ein dünnes geschwärztes Metallband aus Gold- oder Platinfolie, das frei aufgehängt wird. Moderne Bolometer verwenden stattdessen Halb- oder Supraleiter, da diese Materialien bei der Messung empfindlicher reagieren und damit auch kleinste Veränderungen messen können. Diese berührungslose Temperaturmessung wurde 1878 vom amerikanischen Astronom Samuel P. Langley entdeckt und misst das gesamte Strahlungsspektrum elektromagnetischer Wellen.

Anwendungen
Bolometer und Bolometerarrays werden zur Detektierung von Infrarotstrahlung, insbesondere des Mittleren Infrarots (MIR) eingesetzt. Für solche Wellenlängen sind ungekühlte photoelektrische Detektoren prinzipiell nicht verfügbar. Im Mittleren Infrarot liegt das Strahlungsmaximum bei Stoffen mit Temperaturen, die natürlicherweise auf der Erde herrschen, daher werden mit Bolometerarrays Thermalkameras gebaut, die ungekühlt arbeiten und kalibriert werden können. Das Bolometer misst also die Einwirkung von Wärmestrahlung auf einen Körper.

Sie finden breite Anwendung in der Astronomie zur Beobachtung weit entfernter Himmelsobjekte, in Thermalkameras für die Wärmebildgebung und in der Kernfusionsforschung zur Messung der von Plasmen abgestrahlten Energie.  Ferner werden sie eingesetzt in Geräten wie Nachtsichtgeräten, Fingerabdruckscannern und bei der Luftüberwachung.


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