Niederschlagsradar
Ein Niederschlagsradar (auch Regenradar) ist die am häufigsten verwendete Form eines Wetterradars. Mithilfe des Niederschlagsradars kann in einem begrenzten Umkreis der Wassergehalt einer Wolke gemessen werden, welcher wiederum Rückschlüsse auf eventuellen Niederschlag (Regen, Hagel oder Schnee) zulässt. Durch Auswertung von Dopplerfrequenzen (Dopplerradar) können zugleich Windgeschwindigkeiten ermittelt werden. In der Meteorologie werden Niederschlagsradare genutzt, um aktuelle Daten für eine Wetterwarnung oder eine Wettervorhersage zu sammeln. In der Luftfahrt wird das Niederschlagsradar hauptsächlich genutzt, um Flüge durch Gewittergebiete vermeiden und die zu erwartenden Turbulenzen einschätzen zu können.
Ein Niederschlagsradar sendet elektromagnetische Wellen aus, die an Regen, Schnee oder Hagel in der Atmosphäre reflektiert werden. Das Radar misst die zurückgestreuten Signale, um die Position, Intensität, Bewegung und Art des Niederschlags zu bestimmen und daraus Wettervorhersagen zu erstellen oder die aktuellen Wetterbedingungen in einem begrenzten Umkreis zu überwachen.
Niederschlagsradar-Anlagen befinden sich nicht direkt am Boden, sondern werden in größerer Höhe aufgestellt, oft auf Masten, um Niederschläge über den Boden hinaus zu erfassen. Dies ist notwendig, weil die Radarstrahlen durch die Krümmung der Erde und Hindernisse wie Gebäude oder Berge vom Boden wegschwenken, sodass ein am Boden liegendes Radar nicht weit reichen könnte und keine brauchbaren Daten liefern würde.
Weltraumgestützte Niederschlagsmessungen
Regen kann auch mit weltraumgestützten Instrumenten beobachtet werden. Die Tropical Rainfall Measuring Mission (TRMM) war das erste weltraumgestützte Radarsystem, das Niederschläge messen konnte und von 1997 bis 2015 in Betrieb war. TRMM lieferte wertvolle Informationen zum Verständnis tropischer und subtropischer Niederschläge, einem der wichtigsten, aber am wenigsten verstandenen Parameter des globalen Wandels.
Auf TRMM folgte die Global Precipitation Mission, die ein Netzwerk von Satelliten nutzt, um Niederschlagsmessungen aus Forschung und operativen Mikrowellensensoren zu vereinheitlichen und weiterzuentwickeln und so globale Niederschlagsdatenprodukte der nächsten Generation zu liefern. Durch die Staffelung der lokalen Überflugzeiten liefert die Konstellation der GPM-Satelliten alle 30 Minuten hochwertige Schätzungen der Regen- und Schneefälle auf der Erde.
Weitere Informationen:
- Radar (DWD 2025)
- Das Niederschlagsradar (DWD 2019)