Lexikon der Fernerkundung

Infrarotsensor

Der Infrarotsensor (IR) eines Satelliten erfasst elektromagnetische Strahlung im „thermischen IR-Bereich“ bei Wellenlängen zwischen 10 und 12 Mikrometern (etwa 20 Mal länger als die Wellenlänge der sichtbaren Strahlung, VIS). Die Intensität der IR-Strahlung, die den Satelliten erreicht, hängt von der Wärme des Objekts ab, das diese Strahlung aussendet.

Die intensivste Strahlung kommt aus Regionen, in denen der Boden oder der Ozean warm ist. Solche Regionen mit intensiver Emission werden als dunkle Grautöne dargestellt. Die IR-Strahlung, die von Wolken in der oberen Atmosphäre ausgestrahlt wird, wo es sehr kalt ist, ist viel weniger intensiv. Diese Regionen mit geringer IR-Emissionsintensität werden auf dem IR-Foto als weiß und hellgrau dargestellt.

Daher sind hohe Wolken weiß. Niedrige Wolken, deren Temperaturen denen der Oberfläche nahekommen, sind oft mittelgrau. Die Oberfläche und die Ozeane in den niedrigeren Breitengraden erscheinen dunkelgrau. An einem sonnigen Nachmittag erwärmt sich das Land so stark, dass es fast schwarz erscheint.

Da die Erde und die Wolken ständig IR-Strahlung abgeben, ist es möglich, IR-Satellitenbilder auch dann zu erhalten, wenn die Szene nicht von der Sonne beleuchtet wird (und damit Schleifen zu erstellen, die sich über volle 24 Stunden erstrecken). Im Gegensatz dazu können sichtbare Satellitenbilder, die auf dem zum Satelliten reflektierten Sonnenlicht beruhen, nur während der Tagesstunden aufgenommen werden.

s.a. Thermalfernerkundung, TIRS

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