ER-2
Die NASA betreibt zwei Lockheed ER-2 Earth Resources-Flugzeuge als fliegende Labore im Rahmen des Airborne Science Program. Die Flugzeuge sind im Armstrong Flight Research Center Building 703 der NASA in Palmdale, Kalifornien, stationiert und werden für zivile Forschungszwecke in großer Höhe eingesetzt,
Als Hochleistungsplattform für Fernerkundung und In situ-Messungen sammeln sie Informationen über die Ressourcen der Erde, Himmelsbeobachtungen, Atmosphärenchemie und -dynamik sowie ozeanische Prozesse. Die Flugzeuge werden auch für die Forschung und Entwicklung im Bereich elektronischer Sensoren, die Kalibrierung von Satelliten und die Validierung von Satellitendaten eingesetzt. Zu den Programmen, die dieses Flugzeug nutzen, gehören das Airborne Science Program, ERAST und Earth Science Enterprise (ESE).
Die folgende Abbildung zeigt ein ER-2-Forschungsflugzeug während eines Fluges über der südlichen Sierra Nevada. Das Höhenflugzeug unterstützt eine Vielzahl von Forschungsmissionen, darunter die GEMx-Kampagne, bei der mithilfe einer von der NASA entwickelten fortschrittlichen Luftbildtechnik wichtige Mineralien im Westen der USA kartiert werden.
Lockheed ER-2 Earth Resources aircraft Quelle: NASA |
Programmgeschichte
- Die NASA erwarb ihr erstes ER-2-Flugzeug im Jahr 1981 und das zweite im Jahr 1989. Sie ersetzten zwei Lockheed U-2-Flugzeuge, die die NASA seit 1971 zur Erfassung wissenschaftlicher Daten einsetzte. Die U-2 und später die ER-2 waren bis 1997 im Ames Research Center der NASA in Moffett Field, Kalifornien, stationiert, bevor die ER-2 und ihre Operationen zum NASA Armstrong Flight Research Center verlegt wurden.
- Seit dem Erstflug des Airborne Science Program am 31. August 1971 haben die U-2- und ER-2-Flugzeuge der NASA mehr als 4.500 Datenmissionen und Testflüge zur Unterstützung der wissenschaftlichen Forschung durchgeführt.
Flugleistungen
- Die ER-2 fliegt in Höhen von etwa 20.000 bis 21.000 m, mit maximal rund 70.000 ft, also oberhalb von über 95% der Erdatmosphäre.
- Typische Missionen dauern 8–12 Stunden, mit Reichweiten von grob 3.000 nautischen Meilen und mehr, bei einer Reisegeschwindigkeit von etwa 410 Knoten (rund 750 km/h).
Wissenschaftliche Nutzung
- Das Flugzeug dient als „Brücke“ zwischen bodennahen Messungen und Satelliten, da es Instrumente in ähnlichen Höhen und Geometrien wie Satelliten trägt.
- Einsatzgebiete sind u. a. Atmosphärenchemie (z. B. Ozon, Spurengase, Aerosole), Wolken- und Niederschlagsforschung, Ozeanographie, Landoberflächen- und Ressourcenmonitoring sowie Kalibration/Validierung von Satellitenmessungen.
Instrumente und Sensorik
- An Bord können Hyperspektralscanner wie AVIRIS/AVIRIS-NG, Thermal- und Mikrowellenradiometer, Lidar-Systeme und Radar-Instrumente mitgeführt werden.
- Die ER-2 besitzt mehrere druckbelüftete Experimentabteile, Pods an den Flügeln und ein modulares Design, sodass Instrumente missionsspezifisch konfiguriert werden können.
Bedeutung für die Fernerkundung
- Die ER-2 wird häufig genutzt, um neue Sensorsysteme zu testen, bevor sie auf Satelliten gebracht werden, und zur Validierung von Satellitendaten über verschiedene Erdregionen.
- Für Umwelt- und Klimaforschung liefert sie hochaufgelöste Daten zu Prozessen wie Treibhausgasverteilung, Aerosoltransport, Wolkenmikrophysik oder Landnutzungsänderungen.
Weitere Informationen:
