Lexikon der Fernerkundung

Ammoniak

Ammoniak (NH3) ist eine gasförmige Verbindung des Stickstoffs. Freigesetztes Ammoniak breitet sich in der Luft aus, reagiert mit anderen Luftschadstoffen und bildet Feinstaub. Ammoniak selbst und die in der Luft gebildeten Feinstaubpartikel gefährden die menschliche Gesundheit und schädigen Pflanzen und Ökosysteme durch Versauerung und Eutrophierung. Die Landwirtschaft verursacht etwa 95 Prozent der nationalen Ammoniak-Emissionen. Ammoniak gilt zudem als indirektes Treibhausgas, denn es kann zu Distickstoffoxid umgewandelt werden. Lachgas ist rund 300-mal so klimaschädlich wie Kohlendioxid.

Satellitengesützte Messung von Ammoniak

Die satellitengestützte Messung von Ammoniak basiert auf der Fernerkundung mittels Infrarotspektrometrie.

Prinzip Bestimmte Satelliteninstrumente messen die charakteristische Infrarotstrahlung, die von Ammoniakmolekülen in der Atmosphäre absorbiert oder emittiert wird. Jedes Gas hat dabei einen einzigartigen "spektralen Fingerabdruck".
Instrumente Zu den Instrumenten, die NH3-Messungen aus dem Weltraum ermöglicht haben, gehören:

IASI (Infrared Atmospheric Sounding Interferometer) an Bord der europäischen MetOp-Satelliten.

MIPAS (Michelson Interferometer for Passive Atmospheric Sounding) auf dem Umweltsatelliten Envisat (KIT-Forschung nutzte diese Daten, um NH3 erstmals in der oberen Troposphäre nachzuweisen).

CrIS (Cross-track Infrared Sounder) auf den JPSS-Satelliten (Joint Polar Satellite System).

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